Wallbox kaufen: Tipps und Tricks für das E-Auto-Laden zu Hause

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Das E-Auto oder den Plug-in-Hybrid zu Hause laden? Heutzutage kein Problem mehr. Dabei solltest du aber darauf achten, dass du nicht deine Haushaltssteckdose überlastet. Denn das kann gefährlich werden. Mehr eignet sich eine Wallbox. Doch was ist das eigentlich? Und was kostet sie? Wir klären auf.
Strom tanken
Eine Wallbox zu Hause zu nutzen ist mit vielen Fragen verbunden. Wir geben dir passende Antworten.Bildquelle: BMW

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dir ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug zuzulegen, stellt sich auf kurz oder lang eine entscheidende Frage: Wo und wie lade ich die Batterie des Wagens am besten auf? Generelle Informationen zu den allgemeinen Möglichkeiten des Aufladens eines E-Autos haben wir dir in einem separaten Ratgeber schon zusammengefasst. Aber was genau muss man wissen, wenn man sich zu Hause in der Garage oder an anderer Stelle eine Wallbox – auch bekannt als Wandladestation oder Wall Connector – installieren möchte? Genau dazu geben wir dir an dieser Stelle die passenden Tipps und Tricks. Denn eines musst du wissen: Ladegerät ist nicht gleich Ladegerät. Wallbox ist nicht gleich Wallbox.

Wallbox installieren – Warum eigentlich?

Als erstes stellt sich die Frage, warum man sich an den heimischen vier Wänden überhaupt eine Wallbox installieren sollte. Die Antwort darauf ist simpel: Einerseits weil du dich unabhängig von öffentlichen Ladestationen machst. Du musst also nicht erst zur nächsten Ladestation fahren, um deinen Stromer aufzuladen. Wichtig ist aber auch, dass du dein Auto mit Strom-Anschluss zu Hause über eine Wallbox schneller aufladen kannst. Zwar ist eine Wiederaufladung deines E-Autos theoretisch auch über eine klassische 230 Volt Haushaltssteckdose möglich, das dauert aber mit einer maximalen Leistung von 3,7 kW vergleichsweise lange.

In der Regel musst du zwischen 10 und 14 Stunden einplanen, wenn du dein E-Auto über die Steckdose auflädst. Abhängig ist die genaue Ladedauer davon, wie groß die in deinem Auto verbaute Batterie ist. Nicht zu vernachlässigen ist zudem, dass das Laden eines E-Autos über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose für eine hohe Last sorgt. Im schlimmsten anzunehmenden Fall kann dies nicht nur zu einer Netzüberlastung führen, sondern auch zu einem gefährlichen Kabelbrand. Denn eine klassische Steckdose ist eigentlich nicht dafür ausgelegt, große Strommengen über einen längeren Zeitraum zu transportieren.

Mehr Sicherheit durch eine Wallbox

Eine Wandladestation minimiert dieses Risiko. Denn sie verfügt über passende Schutzmechanismen. Beispielsweise gegen Überhitzung. Wichtig ist aber auch die Installation von weiterer intelligenter Technik. Netzbetreiber EnBW rät dazu, Wallboxen mit einem LS-Schalter auszustatten. Er schützt die Anschluss-Leitung zur Wallbox vor Schäden durch Erwärmung aufgrund eines zu hohen Stroms. Auch ein FI-Schalter ist unverzichtbar. Er sichert die Wallbox selbst ab, aber auch das Elektroauto und die Stromleitungen. Und zwar vor gefährlichen Fehlströmen. Zudem nicht zu vergessen: ein „Electric Vehicle Charge Controller“. Er kontrolliert den Ladevorgang und regelt die Leistung. Dadurch kann der Ladevorgang erst starten, wenn das Ladekabel richtig eingesteckt wurde. Bei hochpreisigen Modellen sind derartige Schutz-Schalter schon in die Wallbox integriert.

Die Vorteile einer Wallbox-Installation zusammengefasst: Mit den „Wandkästen“ lädst du deinen Stromer über höhere Ladeleistungen von maximal 22 kW. Du füllst den Energiespeicher deines Autos also nicht nur schneller mit neuer Energie – ein Ladevorgang dauert etwa vier bis fünf Stunden – sondern auch sicherer. Schon allein aus diesem Grund solltest du über die Wallbox-Installation nachdenken, wenn du regelmäßig zu Hause und nicht an öffentlichen Ladestationen Strom tanken möchtest.

Wallbox Mercedes-Benz EQC
Strom tanken zu Hause: mit einer Wallbox geht’s nicht nur schnell, sondern auch sicher.

All das oben Geschilderte gilt übrigens auch in Tiefgaragen oder auf Stellplätzen von Mehrfamilienhäusern. Sofern du Eigentümer und nicht nur Mieter der Wohnung bist, ist die Installation und Nutzung einer Wallbox an deinem Autostellplatz möglich. Grundlage ist hier das Mitte 2020 angepasste Wohneigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG). Es ist aber generell ratsam, nicht einfach mit einer Wallbox-Installation zu starten. Sprich den Anbau einer solchen E-Auto-Ladevorrichtung trotzdem mit der Hausverwaltung ab.

Wo sollte ich meine Wallbox installieren?

Grundsätzlich ist die Anbringung einer Wallbox überall dort möglich, wo ein Anschluss an das Stromnetz möglich ist. Und selbstverständlich sollte ein Autostellplatz in unmittelbarer Nähe zu finden sein. Zum Beispiel in einer Garage oder unter einem Carport. Denn das Ladekabel einer Wallbox hat nur eine begrenzte Länge. Ist die Wallbox öffentlich zugänglich, solltest du auch über eine Sicherung per RFID-Chip nachdenken, um potenziellen „Stromklauern“ ein Schnippchen zu schlagen. Freigeschaltet wird der Stromfluss an der Wallbox dann über eine kleine Chipkarte. Der ADAC rät zudem, eine Wallbox nur dort zu nutzen, wo das Auto problemlos über mehrere Stunden und vor allem auch geschützt stehen kann. Die Installation dauert in der Regel je nach örtlichen Begebenheiten etwa einen halben Tag.

So oder so gilt: Die Installation muss von einem Fachmann vorgenommen werden. Denn Arbeiten am Stromnetz erfordern ein nicht zu unterschätzendes Know-How. Gerade wenn es sich bei einer Wallbox wie bei einem Herd um einen Drehstromanschluss mit 400 Volt handelt. Schon allein mit Blick auf mögliche Stromschläge sollte niemand die Anbringung einer Wallbox auf die Leichte Schulter nehmen und selbst Hand anlegen. Ein beauftragter Elektroinstallateur kümmert sich übrigens nicht nur um die fachgerechte Einrichtung, sondern auch um die Anmeldung der Ladestation beim Netzbetreiber. Er haftet zudem im hoffentlich nicht eintretenden Fall für einen nicht fachgerechten Einbau.

Was kostet eine Wallbox?

Eine Antwort darauf zu geben, wie hoch der Preis für eine Wallbox ist, erweist sich als gar nicht so einfach. Denn am Markt sind inzwischen viele Modelle verfügbar, die sich vor allem mit Blick auf die Leistung voneinander unterscheiden. Aber auch der Umfang der Ausstattung ist je nach Modell anders. Richtig preiswert ist die Anschaffung einer Wandladestation aber grundsätzlich nicht.

Günstige Wallboxen, die einphasig mit 3,7 kW laden kosten meistens zwischen 400 und 500 Euro. Teurere zwei- oder dreiphasige Modelle mit bis zu 22 kW Ladeleistung sind schnell mit Anschaffungskosten in Höhe von 2.000 Euro und mehr verbunden. Empfehlenswert für Privatkunden sind vor allem dreiphasige Modelle, die mit 11 kW laden und in der Regel 500 bis 600 Euro kosten. Doch Vorsicht: Nicht alle Autos unterstützen Schnellladen mit 11 kW oder mehr. Vor allem bei Plug-in-Hybriden ist das eher selten. Du musst dich vorher also in jedem Fall schlau machen, welche Wallbox mit deinem Auto kompatibel ist.

Besonders praktisch sind übrigens intelligente Wallboxen, bei denen per WLAN mit dem Smartphone oder Tablet PC nicht nur umfangreiche Ladestatistiken abrufbar sind, sondern auch Ladezeiten programmiert werden können. Eine Einbindung ist das Smart Home lässt grüßen.

Was bei den Kosten für eine Wallbox darüber hinaus nicht vergessen werden darf: die Lohnkosten für einen Elektriker, der die Wallbox bei dir zu Hause installiert. Unter Umständen kannst du übrigens Geld sparen, wenn du dich beim Kauf deines E-Autos mit deinem Autohändler über eigene Wallbox-Angebote unterhältst. Manchmal sind hier spezielle Pauschaltarife zu haben, bei denen du dir die aufwändige Suche nach einem Fachmann sparen kannst.

Wallbox von VW
Zum Beispiel Volkswagen bietet mit dem ID.Charger eine eigene Wallbox an.

Wichtig: Wandladestationen anmelden

Bei mehr als 12 kW Ladeleistung einer Wallbox besteht eine Genehmigungspflicht für den Einsatz. Du musst also erst abwarten, bis du grünes Licht für eine Nutzung bekommst. Grundsätzlich musst du jede neue Wandladestation zudem bei deinem Netzbetreiber vor Ort anmelden. Das gibt den Stromnetzbetreibern die Möglichkeit, ihre Netze entsprechend auszubauen, wenn auf einer Straße viele Haushalte eine Wallbox nutzen möchten.

Von Bundesland zu Bundesland gibt es übrigens aktuell auch Förderprogramme, die den Kauf einer Wallbox erschwinglicher machen. So übernimmt beispielsweise das Land Nordrhein-Westfalen 60 Prozent der anfallenden Kosten für eine private Wallbox – maximal jedoch 2.000 Euro. Bei einer steuerbaren Wallbox sind bis zu 3.500 Euro Kostenübernahme drin. Auch einige Städte fördern die Installation einer Wallbox. Und: Ab dem 24. November wird eine ausgedehnte Förderung auch über die staatliche KfW-Bank möglich sein.

Kaufen kannst du dir deine Wunsch-Wallbox übrigens über viele Händler vor Ort oder über das Internet. Die nachfolgende Liste nennt dir einige namhafte Beispiele:

Hersteller von Wallboxen gibt es einige. Wirklich bekannt ist aber kaum einer – was primär am noch eher zarten Pflänzchen E-Mobilität liegt. Möglicherweise hast du aber schone einmal vom Hersteller ABL oder auch von Keba gehört. Im großen ADAC-Test zu Wallboxen sicherte sich die Heidelberg Wallbox Home Eco den Testsieg. Vor der Webasto Pure und der ESL Walli Light Pro.

Welche Stromtarife kann ich für die Aufladung meines E-Autos nutzen?

Die grundsätzliche Botschaft lautet: Alle klassischen Stromtarife, die du heutzutage buchen kannst, sind auch für die Nutzung an einer Wallbox geeignet. Am Ende des Tages müssen Wallbox-Nutzer nur entscheiden, welchen Anbieter sie auswählen und ob sie auf Ökostrom setzen möchten oder nicht. Die Kosten für das Auftanken des Autos wandern sozusagen von der Tankstelle auf die jährliche Stromrechnung.

Prüfen solltest du vor allem als Vielfahrer, ob du deine Wallbox an einen eigenen Stromzähler oder an einen Doppeltarifzähler anschließt. Dann hast du nämlich die Möglichkeit, die genauen Stromkosten für dein E- oder Plug-in-Hybrid-Auto genauer analysieren zu können. Es gibt nämlich von immer mehr Stromanbietern auch ganz spezielle Autostrom-Tarife, bei denen sich die Kosten teilweise zwischen Hauptzeit (Hochtarif / HT) und Nebenzeit (Niedrigtarif / NT) unterscheiden. Ganz ähnlich wie bei einem Nachtstrom-Tarif, die oft für Nachtspeicherheizungen genutzt werden.

Darüber hinaus ist es bei Autostrom-Tarifen möglich, dass der Stromanbieter die Energiezufuhr zur Wallbox zu bestimmten Zeiten unterbricht. Zum Beispiel in den Abendstunden, wenn (vor allem im Winter) viel Strom verbraucht wird. Dafür bekommst du im Gegenzug Sonderkonditionen. Bedenken solltest du aber immer, dass du für einen weiteren Stromzähler eine zusätzliche Grundgebühr bezahlen musst. Und: Klassische Haushaltsstrom-Tarife werden oft günstiger, je mehr Energie man verbraucht. Auch das sollte jeder Wallbox-Käufer in seine Überlegungen mit einbeziehen.

Autostrom-Tarife – Oft nur regional verfügbar

In der nachfolgenden Liste zeigen wir dir einige Beispiele zu Zulieferern, die eigene Autostrom-Tarife anbieten:

Wichtig: Von Region zu Region fallen die Kosten für Autostrom-Tarife unterschiedlich hoch aus. Das macht einen Preisvergleich an dieser Stelle schwierig. Zudem kann es vorkommen, dass einzelne Tarife nur regional und nicht bundesweit zur Verfügung stehen.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Das Aufladen deines E-Autos zu Hause ist meistens billiger als wenn du eine öffentliche Ladestation nutzt. Ein günstigerer Strompreis macht es möglich. Allerdings geht das Aufladen an einer kommerziellen Ladestation – zum Beispiel auf vielen Supermarktparkplätzen – mit dem passenden Ladekabel meist noch sehr viel schneller als an einer Wallbox.

Wer ganz clever ist, kann auch eine Photovoltaikanlage nutzen, um das eigene Auto auf diese Weise über Sonnenenergie günstig mit Strom zu versorgen. Das Aufladen per Solarstrom dauert aber in der Regel wiederum sehr viel länger als bei Verwendung einer Wallbox. Bis zu 14 Stunden musst du einplanen. Hinzu kommt: Der Kauf und die Installation einer Solarstrom-Anlage ist nochmals mit zusätzlichen Kosten verbunden.

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