SIM-Karte zuschneiden: Schablone oder Stanzer? Das solltest du wissen!

6 Minuten
Du hast ein neues Handy, aber deine alte SIM-Karte passt jetzt nicht mehr? Das ist kein Problem. Wir zeigen dir, wie du deine SIM-Karte ganz einfach zuschneiden kannst, statt dir erst eine neue SIM-Karte bei deinem Anbieter zu bestellen.
SIM-Karten T-Mobile
Bildquelle: Deutsche Telekom

Standard-, Micro- und Nano-SIM: Was ist der Unterschied?

Zuerst einmal muss die Frage geklärt werden: Wofür benötigt man SIM-Karten überhaupt? Es handelt sich dabei um Chipkarten, die zur Identifikation des Nutzers im Mobilfunknetz dienen. Daher leitet sich auch der Name „SIM“ ab, der für den englischen Begriff „subscriber identity modul“ steht. Das heißt übersetzt „Kunden-Identitätsmodul“. Die Karten werden im Mobiltelefon gebraucht, um den Nutzer im jeweiligen Netz zu identifizieren.

Im Laufe der vergangenen Jahre haben nicht nur Handys wie das iPhone eine enorme Entwicklung durchgemacht, auch die SIM-Karte hat sich gewandelt. In aller Kürze: Ausgangspunkt ist – von den Anfängen der mobilen Telefonie abgesehen, die Standard-SIM, auch Mini-SIM genannt. Dieser Name mag auf den ersten Blick verwundern, handelt es sich doch um die aktuell größte SIM-Karte. Der Grund: Der Vorgänger in der Größe einer Kreditkarte hieß Full-Size-SIM. Wesentlich kleiner ist die Micro-SIM. Sie kam 2010 erstmals zum Einsatz. 2012 erschien dann schon die Nano-SIM auf dem Markt. Jede SIM seit der Micro-Variante ist abwärtskompatibel. Das heißt, dass man Micro- oder Nano-Karten in älteren Geräten nutzen kann. Im Kern beschränken sich die Unterschiede von Standard-, Micro und Nano-SIM vor allem auf die Größe der jeweiligen Karte.

Interessierst du dich für weitere Details zu den SIM-Karten-Größen Mini-SIM, einer Micro-SIM und Nano-SIM, dann sei dir unser spezieller Ratgeber zu diesem Thema empfohlen.

SIM-Karte passt nicht: Das kannst du tun

SIM-Karte beim Anbieter austauschen

Nutzer eines älteren Handys, die auf ein modernes Gerät umsteigen, brauchen oftmals eine kleine SIM-Karte. Die bisherige SIM-Karte passt schlichtweg nicht mehr in das Handy. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, an eine neue Karte zu kommen: So ist es erstens möglich, beim Mobilfunkanbieter eine neue SIM zu bestellen, beziehungsweise die aktuelle umzutauschen. Je nach Anbieter geschieht dies kostenlos. Bietet dir dein Anbieter keine kostenlosen SIM-Karten an, kann der Wechsel bis zu 25 Euro kosten. Da es sich bei der Ersatz-SIM-Karte um eine neue Karte handelt, bleiben gespeicherte Inhalte und Daten auf der alten SIM und sind somit nicht auf dem neuen Smartphone zugänglich.

Zuschneiden der SIM-Karte

Die zweite Möglichkeit ist das Zuschneiden der SIM-Karte – manchmal auch als stanzen bezeichnet. Dabei werden Teile des umliegenden, weißen Plastiks abgetrennt, um die Karten in das richtige Format zu bringen. So kann die alte SIM in den Slot des neuen Smartphones passen.

SIM-Karten stanzen – so sieht es aus

SIM-Karte selber zuschneiden: Risiken und Gefahren

Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass man das Anpassen einer SIM-Karte mit einer Schere und handwerklichem Geschick auch selbst bewerkstelligen kann. Eine Vielzahl an Schablonen und Schneidmustern sowie Tutorials im Netz unterstützen diese Ansicht. Einige Besitzer von älteren SIM-Karten berichten auch davon, dass es problemlos möglich sei, sich ein neues Format zurechtzuschneiden. Im Internet findest du sogar beispielsweise eine Micro-SIM-Schablone, mit der du deine Karte zurechtschneiden kannst. Davor möchten wir dich allerdings warnen.

Beim Verkleinern per Hand kann die Karte zerstört werden. Sowohl durch einen (ungewollten) Schnitt in den Chip als auch durch zu nahes Schneiden am Rand. Dort befinden sich nämlich die Kontakte der SIM, die durch Splitter beim Schneiden beschädigt werden können. Weitere Methoden wie das Abfeilen von Plastik mit der Nagelfeile oder das Verkleinern der Karte mit Schleifpapier sind ebenfalls fragwürdig. Komplett abzuraten ist von der Praxis, ältere Mini-SIM-Karten, die über einen größeren Chip verfügen, zuschneiden zu wollen. Dabei kann es zu Beschädigungen kommen. Ist dir das passiert, bleibt dir nur noch, die SIM-Karte auszutauschen.

SIM-Karten stanzen: Die sichere Option

Wesentlich sicherer als das manuelle Zuschneiden ist das Stanzen von Standard- oder Micro-SIM-Karten. So gibt es spezielle Geräte, mit denen sich die SIM verkleinern lässt. Da diese Stanzer – auch Cutter genannt –  dank genormter Größen, maschinell und sauber arbeiten, bleibt die Karte in aller Regel unbeschädigt. Eine Stanz-Maschine beim Online-Versandhändler Amazon kostet unter 10 Euro. Günstiger und schneller ist oftmals der Weg zu einem Fachhändler oder zum Elektronikmarkt: Dort kostet die Dienstleistung zwischen 5 und 10 Euro und es dauert nur eine Minute.

SIM-Karten stanzen beim Fachhändler
Bildquelle: David Gillengerten / inside digital

Einen Sonderfall stellen ältere Mini-SIM-Karten mit einem größeren Chip dar: Aus Sicherheitsgründen werden sie nicht gestanzt, da es dabei zur Beschädigung des Chips kommen kann. Wie oben beschrieben, ist der Umtausch einer Karte in diesem Fall die sinnvollste Variante.

Bleiben Inhalte und Daten beim Verkleinern der SIM-Karte erhalten?

Hast du deine SIM-Karte mit einem SIM-Karten-Stanzer verkleinert oder einen Händler damit beauftragt, sollte es grundsätzlich zu keinem Datenverlust kommen. In einzelnen Fällen kann es jedoch passieren, dass die Inhalte bei einer Beschädigung der Kontakte oder des Chips verloren gehen. Wie bei allen Veränderungen rund um das Smartphone lohnt es sich daher, vor dem Zuschneiden oder Stanzen einer SIM eine Datensicherung vorzunehmen. Dazu solltest du alle Informationen auf der Karte wie Kontakte und Telefonnummern auf einem externen Medium wie eine Festplatte oder einen USB-Stick speichern. So kannst du im Ernstfall noch auf die Daten zugreifen.

Lassen sich zugeschnittene SIM-Karten in größeren Karten-Slots verwenden?

Wie schon erwähnt, sind SIM-Karten seit der Micro-Größe abwärtskompatibel. Somit lassen sich zum Beispiel Nano-Karten auch in Geräten nutzen, die nur über einen Standard-Slot verfügen. Jedoch benötigt man dafür wiederum passende SIM-Karten-Adapter. Mit ihrer Hilfe können kleinere SIM-Varianten in größere Slots eingesteckt werden. Micro- oder Nano-SIM-Schablonen sind im Handel erhältlich.

Das abgetrennte Plastik nach dem Stanzen einer Standard- oder Micro-Karte aufzubewahren und es als Einsatz in älteren Geräten zu nutzen, funktioniert leider nicht. Das Plastik wird beim Stanzen beschädigt und lässt sich deshalb kaum weiterverwenden. Anders sieht es aus, wenn du direkt von deinem Anbieter eine SIM-Karte im Triple-SIM-Format bekommst, also alle drei SIM-Karten schon ausgestanzt sind. Hier kann es sich lohnen, die Plastikkarte aufzugeben.

Anschließend noch der Hinweis, dass es passieren kann, dass die alte SIM-Karte zwar von der Größe her in dein neues Handy passt, wenn du sie zugeschnitten hast, sie aber zu dick ist. Insbesondere Nano-SIMs sind heute etwas dünner als deine alte Karte. So kann es sein, dass diese dann zu dick ist für den Nano-SIM-Slot. Einmal mehr bist du hier dann leider doch auf einen Austausch der Mobilfunkkarte angewiesen, damit sie in deinen SIM-Karten-Slot passt.

SIM-Karten Schablonen
Bildquelle: David Gillengerten / inside digital

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1 KOMMENTAR

  1. Man sollte dringlichst darauf hinweisen, dass die meisten Handy-Hersteller die Garantie verweigern, sollte eine zugeschnittene SIM-Karte im Gerät verwendet werden.
    Eine nanoSIM ist 9/100mm dünner als eine microSIM.
    Beim einsetzen einer zu dicken Karte kann es zu Beschädigungen im Gerät kommen.
    Dies fällt in der Werkstatt sofort durch Verbiegungen und/oder Spanwurf im Gerät auf.

    Der einzig sichere Weg ist also der Austausch der SIM-Karte über den Anbieter

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