Hättest du es gewusst? Deshalb sind Taxis in Deutschland beige

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Warum sind deutsche Taxis nicht schwarz oder weiß, sondern beige? Hinter der seltsamen und doch recht langweiligen Farbe steckt ein Gesetz, ein Minister und ein ziemlich praktischer Plan. Und es gibt noch ein Geheimnis, das Taxis inzwischen hüten.
Warum diese langweilige Farbe? Deshalb sind Taxis in Deutschland beige
Aus 3 Gründen: Deshalb sind Taxis in Deutschland beigeBildquelle: Waldemar Brandt / Unsplash

Deutschland hat viele Rätsel. Warum klatschen wir im Flugzeug? Warum essen wir Currywurst mit Pommes? Und warum sehen alle Taxis gleich aus? Dieses seltsame Cremeweiß hat einen richtigen Namen: Hellelfenbein. Offiziell heißt es RAL 1015. Sehr deutsch. Natürlich gibt es dafür eine Nummer. Dass Taxis so aussehen, liegt nicht am schlechten Geschmack der Fahrer. Es liegt an einem Gesetz. An der berühmten BOKraft. Das ist die „Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr“. Ein Wort wie ein Umzugskarton. Doch das war nicht immer so.

Warum Taxis früher schwarz waren und heute nicht mehr

Früher waren Taxis schwarz. Bis 1971. Schwarz sah schick aus, hatte aber Probleme. Man sah sie schlecht. Zweitens: Wenn die Sonne draufscheint, wird es im Auto so heiß wie in einem Backofen. Und früher hatten die Autos keine Klimaanlagen. Zudem fiel jeder Staubkrümel auf wie ein Fleck auf einem weißen Hemd. Dann kam der damalige Verkehrsminister Georg Leber. Er sagte: Schluss mit Schwarz. Wir machen das Taxi hell. Damit man es besser sieht. Damit es nicht so heiß wird. Und damit es immer sauber aussieht, auch wenn es das nicht ist. Auf der hellen Farbe sieht man Staub und leichte Verschmutzungen weniger schnell als auf dunklem Lack – ein Taxi soll schließlich immer gepflegt wirken.

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Seitdem gilt: Taxi = Elfenbein. Gesetzlich festgeschrieben. Die Idee war einfach: Die Menschen sollen sofort erkennen, dass sie in ein echtes Taxi steigen. Kein Privatfahrer. Kein Trickser. Kein schwarzes Schaf. Das funktionierte gut. Jahrzehntelang. Deutschland liebte sein Beige.

Der Trick mit der Folie

Seit 2005 ist die „Beige-Pflicht“ bei Taxis nicht mehr ganz so streng. Die Bundesländer dürfen selbst entscheiden, ob sie Ausnahmen zulassen. In Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein sieht man deshalb immer öfter silberne oder schwarze Taxis. In Städten wie München oder Berlin wird jedoch meistens am traditionellen Hellelfenbein festgehalten, weil der Wiedererkennungswert so hoch ist.

Übrigens: Die meisten Taxis sind gar nicht beige lackiert. Sie werden foliert. Nach ein paar Jahren zieht man die Folie einfach wieder ab. Darunter kommt ein normales schwarzes oder silbernes Auto zum Vorschein. Das steigert den Wiederverkaufswert deutlich.

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