Mehrheit der jungen Deutschen will Rentner regelmäßig zur Führerschein-Nachprüfung schicken

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Rentner sind bei Verkehrsunfällen häufig die Hauptverursacher. Während viele Verkehrsteilnehmer fordern, man sollte älteren Autofahrern den Führerschein wegnehmen, zieht der TÜV Rückmeldefahrten in Betracht. Die junge Generation hingegen will regelmäßige Führerschein-Nachprüfungen für Rentner.
Mehrheit der jungen Deutschen will Rentner regelmäßig zur Führerschein-Nachprüfung schicken
Mehrheit der jungen Deutschen will Rentner regelmäßig zur Führerschein-Nachprüfung schickenBildquelle: Vision plug / Pexels

Wenn ältere Autofahrer in einen Autounfall verwickelt sind, tragen sie nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei mehr als zwei Dritteln der Fälle die Hauptschuld. Bei über 75-Jährigen sind sogar drei Viertel schuld. Das sorgt immer wieder für Diskussionen. Auch der TÜV weiß: „Mit steigendem Alter lässt die Fähigkeit nach, ein Fahrzeug sicher zu führen.“ Das zumindest hat eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands ergeben. Mehr noch: Vier von fünf Befragten (80 Prozent) sagen, dass älteren Autofahrern der Führerschein entzogen werden sollte, wenn sie nicht mehr fahrtauglich sind. Die Mobilitätsstudie der HUC-Coburg kommt zu einem ähnlichen, wenn auch nicht ganz so dramatischen Ergebnis.

Neue Führerschein-Regeln für Rentner?

Für die Studie hat man 4.114 Personen ab 16 Jahren befragt. Unter anderem zur Verkehrssicherheit. Und was wünschen sich die Deutschen am meisten? Fast die Hälfte fordert „härtere Strafen bei Verkehrsvergehen“. An zweiter Stelle wollen 37 Prozent aller Bundesbürger, dass „verstärkte Polizeikontrollen Fahrten etwa mit überhöhter Geschwindigkeit oder unter Alkohol – sowie Drogeneinfluss besser verhindern“. Und dann kommt schon die Führerschein-Nachprüfung für Rentner.

Gut ein Drittel aller Befragten fordert eine pflichtmäßige Führerschein-Nachprüfung für alle ab 75 Jahre. Bemerkenswert ist: Bei den unter 40-Jährigen fordert es mehr als die Hälfte (52 Prozent). Und nicht nur das. In dieser Altersgruppe wird diese Maßnahme sogar als die mit Abstand wichtigste überhaupt für mehr Verkehrssicherheit angesehen.

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Die Idee ist nicht neu. Der TÜV hat bereits Ende 2024 verpflichtende Rückmeldefahrten für alle ab einem Alter von 75 Jahren vorgeschlagen. Ein geschulter Fahrtbeobachter, etwa ein Fahrschullehrer, fährt mit und gibt anschließend eine individuelle Rückmeldung zur Fahrkompetenz. „Bei Rückmeldefahrten bekommen die Teilnehmenden Feedback zu Stärken und Schwächen, erhalten Verbesserungsvorschläge und Hinweise zu neuen Verkehrsregeln“, erklärt der Chef des TÜV-Verbands, Joachim Bühler. Doch bis heute hat sich in Deutschland hier nichts weiterbewegt.

In anderen europäischen Ländern bereits normal

Dabei ist das gar nicht ungewöhnlich. In vielen europäischen Nachbarländern sind regelmäßige Gesundheitschecks für ältere Autofahrer bereits gesetzlich vorgeschrieben. So müssen Autofahrer in der Schweiz ab einem Alter von 75 Jahren alle zwei Jahre zu einer medizinischen Kontrolle. In Italien müssen bereits 50-Jährige alle fünf Jahre ihren Führerschein verlängern. Wer mit 70 noch Autofahren möchte, muss den Lappen alle drei Jahre verlängern, ab 80 sogar alle zwei Jahre.

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