170.000 zusätzliche Glasfaseranschlüsse hat die Telekom im März gebaut. Damit erreicht das Netz inzwischen 13 Millionen Haushalte und Betriebe. Erreichbar heißt erst einmal nur: Die Telekom kann diese Adresse grundsätzlich mit Glasfaser versorgen. Es heißt nicht automatisch, dass dein Anschluss schon läuft, dass dein alter Anschluss ersetzt wurde oder dass die Leitung bereits bis in deine Wohnung führt. Damit das passiert, muss ein Auftrag vorliegen. Du musst also einen Glasfaseranschluss buchen, entweder direkt bei der Telekom oder bei einem Anbieter, der Tarife im Telekom-Netz verkauft, etwa 1&1, Vodafone oder O2. In Mehrfamilienhäusern kann auch die Bestellung eines Nachbarn dazu führen, dass das Haus insgesamt vorbereitet wird.
Telekom-Glasfaser muss nicht bei der Telekom gebucht werden
Diese Buchung ist schon mit der Ausbaumeldung möglich. Selbst wenn noch kein Meter Glasfaser verlegt wurde, kannst du also bereits einen Tarif bestellen. Liegt in deinem Haus dagegen gar kein Auftrag vor, kann es passieren, dass später zwar Bautrupps in der Straße arbeiten, dein Haus aber nicht angeschlossen wird.
Wenn ein Auftrag vorliegt, verlegt die Telekom das Glasfaserkabel bis zum Gebäude. Danach bringt ein beauftragtes Unternehmen das Kabel ins Haus. Dort wird der Hausanschlusskasten gesetzt, meist im Keller oder Technikraum. Diese Arbeiten liegen beim Anbieter. Voraussetzung ist aber die Zustimmung des Eigentümers.
Gerade im Mehrfamilienhaus ist der Hausanschluss im Keller noch nicht automatisch dein Anschluss in der Wohnung. Die Glasfaser muss danach weiter bis zur jeweiligen Wohnung geführt werden. Dafür braucht es einen Leitungsweg im Haus, etwa über vorhandene Schächte, Leerrohre oder Treppenhausbereiche. Erst wenn in deiner Wohnung eine Glasfaserdose gesetzt wurde, ist die Leitung dort wirklich nutzbar.

Mieter sind auf Vermieter und Verwaltung angewiesen
Als Mieter solltest du deshalb früh klären, ob Hausverwaltung oder Eigentümer informiert sind und ob die nötige Zustimmung vorliegt. Außerdem muss am Installationstag jemand Zugang zum Keller, zum Hausanschlussraum und gegebenenfalls zur Wohnung ermöglichen. Wer erst beim Technikertermin klärt, wo die Glasfaserdose sitzen soll, riskiert Verzögerungen oder einen zweiten Termin.
Die Telekom erschließt wie erwähnt Mehrfamilienhäuser inzwischen häufiger so, dass nicht nur die bestellende Wohnung betrachtet wird. Wird das Haus einmal angebunden, können weitere Wohnungen vorbereitet werden. Das verpflichtet niemanden zur Nutzung, kann spätere Bestellungen aber beschleunigen.
Für Kunden ist dennoch der Zeitpunkt der Bestellung wichtig. Während einer Ausbauphase ist der Hausanschluss oft besonders einfach zu bekommen, weil die Bautrupps ohnehin vor Ort sind. Wer erst später bestellt, muss je nach Gebiet und Aktion möglicherweise länger warten oder mit anderen Konditionen rechnen. Deshalb solltest du nicht nur prüfen, ob Glasfaser verfügbar ist, sondern auch, ob der kostenlose oder vergünstigte Anschluss an eine Bestellung innerhalb einer bestimmten Frist gekoppelt ist.
Hardware, Router und Aktivierung
Ist der Hausanschluss verlegt, kommt die Hardware. Die Telekom nennt die Zustellung und Platzierung des Modems als eigenen Schritt. Das Glasfasermodem verbindet die Glasfaserleitung mit deiner Heimtechnik. Für den Alltag ist aber vor allem der Router entscheidend. Steht er ungünstig im Schrank, im Keller oder am äußersten Rand der Wohnung, kommt die schnelle Glasfaser zwar an, verteilt sich aber schlecht in den Räumen. Gerade bei großen Wohnungen kann deshalb ein Mesh-System oder eine saubere LAN-Verkabelung sinnvoll sein.
Am Ende musst du den Anschluss aktivieren. Das machst du selbst an dem Tag, an dem dein Anschluss laut Vertrag aktiv wird. Bei einem Telekom-Anschluss geschieht das per Aktivierungslink. Erst danach ist der Anschluss freigeschaltet. Wer diesen Schritt übersieht, hat Technik im Haus, aber noch kein nutzbares Internet.
Alten Anschluss nicht zu früh kündigen
Kündige deinen alten Internetanschluss nicht vorschnell selbst. Wer von DSL oder Kabel auf Glasfaser wechselt, sollte prüfen, ob der neue Anbieter den Wechsel übernimmt und ob Rufnummern mitgenommen werden sollen. Sonst kann es passieren, dass du zeitweise doppelt zahlst oder im schlechtesten Fall kurz ohne Anschluss dastehst. Am einfachsten ist meist ein Anbieterwechsel, bei dem du dem neuen Glasfaseranbieter die Kündigungsvollmacht für den alten Anschluss gibst.
Der eigentliche Punkt für Kunden
Die Telekom übernimmt Ausbau, Kabelverlegung und Hausanschluss. Du musst den Tarif buchen, Termine ermöglichen, Eigentümer oder Hausverwaltung einbinden, den Router sinnvoll platzieren und den Anschluss aktivieren. Genau darin liegt der Unterschied zwischen erreichbarer Glasfaser und nutzbarer Glasfaser.
Die Ausbauzahl von 13 Millionen Anschlüssen zeigt, wie groß das Netz wird. Die einzelnen Schritte zeigen aber, warum du trotzdem aktiv werden musst. Glasfaser kommt nicht einfach als fertiger Dienst in die Wohnung. Sie wird erst durch Auftrag, Zugang, Installation und Aktivierung zu deinem Anschluss.
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