Elektroauto kaufen – Tipps & Tricks vor dem Kauf

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Spielst du mit dem Gedanken dir ein Elektroauto zuzulegen, hast aber noch einige offene Fragen? Wir zeigen dir, welche Modelle derzeit auf dem Markt sind und was du vor dem E-Auto-Kauf beachten solltest.
elektroauto laden titelbild
elektroauto laden titelbildBildquelle: Unsplash - Vlad Tchompalov

Welches E-Auto sollte ich kaufen? Mittlerweile gibt es einige Elektroautos auf dem Markt. Wir stellen dir die bekanntesten Modelle vor, die derzeit erhältlich sind. Welches du kaufen solltest, hängt von dem benötigten Einsatzzweck und nicht zuletzt auch von deinem persönlichen Budget ab. Aus diesem Grund haben wir unseren nachfolgenden Ratgeber für dich in Kategorien aufgeteilt.

Für die Stadt

Wenn du ausschließlich in der Stadt und im Umland unterwegs bist, musst du weniger Wert auf Reichweite und Ladezeiten legen. Im Durchschnitt fährt man in Deutschland übrigens weniger als 40 Kilometer pro Tag. Für Urlaubsreisen sind diese Fahrzeuge mit einer vergleichsweise geringen Reichweite jedoch nur bedingt geeignet.

Im Herbst dieses Jahres bringt Dacia ein besonders günstiges Auto für die Stadt auf den Markt. Der Dacia Spring soll eine Reichweite von 225 Kilometern (WLTP) bieten und nach Abzug der Umweltboni nur noch rund 10.000 Euro kosten. In China ist das Auto bereits auf dem Markt und kann per CCS Stecker an Schnellladesäulen oder per Typ 2 Stecker an einer Wallbox aufgeladen werden. Auch eine Ladung per Steckdose ist möglich.

Dacia Spring: Ein E-Auto für 10.000 Euro? Dank Umweltbonus soll es so günstig gehen
Dacia Spring: Ein E-Auto für 10.000 Euro? Dank Umweltbonus soll es so günstig gehen

Der Smart EQ fortwo ist hingegen bereits auf dem Markt und bietet für einen Preis von 21.490 Euro eine Reichweite von höchstens 110 Kilometern. Die Umweltprämie ist hier noch nicht mit eingerechnet. Wie der Dacia Spring wird auch der Smart über einen Typ-2-Stecker aufgeladen. Im besten Fall dauert eine komplette Ladung rund 40 Minuten.

Der VW e-up bietet mit maximal 160 Kilometern die größte Reichweite in dieser Kategorie. Die Basis-Ausstattung inklusive Umweltprämie 13.540 Euro. Um den Akku komplett aufzuladen, benötigt ihr etwa 5 Stunden und 30 Minuten an einer normalen Ladestation. Mit Aufpreis lässt sich der e-up auch mit einem CCS-Stecker konfigurieren. Mit diesem kannst du dann sogar Schnellladestationen nutzen und den Akku des e-up in 60 Minuten auf 80 Prozent der maximal möglichen Batterie-Kapazität aufladen.

Für den Alltag

Wer ein Auto für den Alltag sucht, möchte manchmal auch weitere Strecken zurücklegen. Die hier vorgestellten Modelle bieten alle eine Reichweite von über 200 Kilometern und liegen preislich zwischen 25.000 und 45.000 Euro.

Der Renault Zoe war das meistgekaufte Elektroauto in Deutschland im Jahr 2018. Dies liegt vermutlich an seinem vergleichbar geringen Einstiegspreis von 21.900 Euro. Dazu kommt jedoch noch eine monatliche Mietgebühr für die Batterie von mindestens 74 Euro im Monat. Dafür ist der Energiespeicher dann auch versichert und wird bei zu großer Abnutzung kostenlos ausgetauscht. Alternativ kann man den Renault Zoe jedoch auch inklusive Akku kaufen. Der Basispreis für dieses Modell liegt bei rund 30.000 Euro. Die Basis-Variante bietet eine Reichweite von maximal 240 Kilometern, höhere Ausstattungen schaffen es auf fast 400 Kilometer. Eine komplette Aufladung dauert 2 Stunden und 40 Minuten. Per CCS-Stecker lässt sich der neue Zoe auch an Schnellladesäulen aufladen und ist damit auch für weite Touren geeignet.

Renault Zoe 2019
Der Renault Zoe ist das meistverkaufte E-Auto in Deutschland

Der Nissan Leaf kostet 29.000 Euro in der Basis-Ausstattung und bietet eine Reichweite von bis zu 270 Kilometern. Je nach Konfiguration sind in der Spitze 385 Kilometer möglich. Neben dem obligatorischen Typ-2-Stecker ist der Nissan jedoch mit einem asiatischen CHAdeMO-Stecker ausgestattet und benötigt einen Adapter, um an CCS-Schnellladesäulen laden zu können.

Erst kürzlich auf den Markt gekommen und schon ganz oben bei der Beliebtheit ist der ID.3 von Volkswagen. Dieser beginnt preislich bei 35.500 Euro inklusive der Batterie. Die Reichweite liegt in der Basis-Version bei 426 Kilometern. In höheren Ausstattungsvarianten sind bis zu 542 Kilometer möglich. Die Ladezeit an einer Ladestation beträgt rund sechs Stunden. Per CCS-Stecker lässt sich der ID.3 an Schnellladesäulen in 36 Minuten zu 80 Prozent aufladen und ist damit auch für weitere Touren geeignet.

Der größte Konkurrent zum ID.3 ist das Tesla Model 3. Mit einem Preis von 42.390 Euro ist es aber auch das teuerste E-Auto dieser Kategorie. Dafür lassen sich über 430 Kilometer in der Basis-Ausstattung zurücklegen. In der „Long Range“ Variante sind 580 Kilometer möglich, bevor das Auto wieder an die Steckdose muss. Die Ladezeit an einer normalen Ladesäule beträgt ungefähr sieben Stunden. Im Gegensatz zu den anderen Tesla-Modellen ist hier ein CCS-Anschluss vorhanden, um an Schnellladesäulen zu laden. Exklusiv für Teslakunden stehen an Autobahnen die sogenannten Supercharger von Tesla bereit. An manchen dieser Ladepunkte lässt sich in gerade einmal zehn Minuten rund 240 Kilometer Reichweite aufladen.

Für viel Platz

Auch bei den SUVs gibt es mittlerweile einige Elektrofahrzeuge zur Auswahl. Ist es für dich wichtig, viel Platz zur Verfügung zu haben, wirst du eventuell hier fündig.

Der Audi e-tron wurde 2018 vorgestellt und bietet eine Reichweite von knapp 400 Kilometern. An einer normalen Ladesäule beträgt die Ladedauer ungefähr 4 Stunden und 30 Minuten. Per CCS-Stecker lässt sich der Audi an einer Schnellladesäule in 30 Minuten zu 80 Prozent aufladen. Dazu steht Audi-Käufern das Ionity-Netzwerk mit über 100 Standorten zur Verfügung. Diese sind mit Teslas Superchargern vergleichbar.

Audi etron charger
Ein Audi e-tron an einem Ionity Schnelllader

Der Jaguar I-Pace wurde ebenfalls 2018 vorgestellt und kostet in seiner Basis-Ausstattung 79.450 Euro. Die Basisversion bietet eine Reichweite von maximal 470 Kilometern. Die Ladezeit an einer normalen Ladestation beträgt rund zehn  Stunden. An einer Schnellladesäule lässt sich der Jaguar jedoch per CCS-Stecker in 40 Minuten auf 80 Prozent der maximal möglichen Batteriekapazität aufladen. In einer eigenen App stehen Jaguar-Käufern alle 110.000 Ladestationen von Plugsurfing.com zur Verfügung. Diese lassen sich jedoch auch von Käufern anderer Elektroautos nach einer Anmeldung nutzen.

Mit dem Tesla Model X bietet der amerikanische Hersteller ebenfalls einen SUV an. Dieses bietet mit bis zu 550 Kilometern die größte Reichweite bei aktuellen  SUV-Modellen. Mit einem Basispreis von 91.700 Euro ist es aber auch das teuerste Auto dieser Kategorie. Ein Ladevorgang dauert ungefähr acht Stunden. Ein CCS-Anschluss ist leider nicht vorhanden, aber per Adapter können Schnellladesäulen trotzdem genutzt werden. Exklusiv für Tesla-Kunden stehen an Autobahnen natürlich auch für dieses Modell die  Supercharger von Tesla bereit. An diesen kann das Model X bis zu 270 Kilometer neue Reichweite in 30 Minuten aufladen.

Für viel Reichweite

Das Tesla Model S bietet eine Reichweite von bis zu 610 Kilometern. Mit einem Listenpreis von 86.800 Euro ist es jedoch deutlich teurer als das zweite Auto in unserer Liste. Die Ladedauer beträgt ungefähr sieben Stunden. Ein CCS-Anschluss ist leider nicht vorhanden, aber per Adapter können Schnellladesäulen trotzdem genutzt werden. An einem Tesla-Supercharger kann das Model S bis zu 270 Kilometer Reichweite in 30 Minuten aufladen.

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Die Liste der Elektroautos nach Reichweite wird von Tesla angeführt. Nach dem Tesla Model S folgt das Model 3 und das Model X. Erst auf dem vierten Platz befindet sich der VW ID.3 in der „Tour“ Variante mit größerer Reichweite. Rund 49.000 Euro werden für dieses Modell fällig.

Der Opel Ampera-e ist da mit einem Basispreis von 42.990 Euro deutlich günstiger. Das Auto bietet eine Reichweite von maximal 520 Kilometern. Die Ladedauer beträgt ungefähr 4 Stunden und 30 Minuten. Per CCS-Stecker können an Schnellladesäulen bis zu 150 Kilometer Reichweite in 30 Minuten aufgeladen werden.

Aufladen

Ein Elektroauto lässt sich an einer gewöhnlichen Steckdose und an speziellen Ladestationen aufladen. Kabel dafür befinden sich meist im Lieferumfang des Fahrzeugs. Über einen Diebstahl der Kabel oder unerwünschtes Unterbrechen des Ladevorgangs muss man sich übrigens keine Sorgen machen. Das Kabel wird von der Ladestation und vom Fahrzeug verriegelt. Die Witterung spielt beim Ladevorgang keine Rolle. Alle Kabel sind komplett wasserdicht und es wird auch keine Mindesttemperatur zum Laden benötigt. Alle Informationen zu dem Ladevorgang und allen benötigten Kabeln und Steckern findest du in unserem Ratgeber Elektroauto laden.

Umweltprämie

Als Käufer eines Elektroautos steht dir eine Prämie über derzeit bis zu 9.000 Euro zu. Diese wurde erst im Juni 2020 erhöht. Mit dieser staatlichen Prämie soll die noch etwas schwache Nachfrage nach reinen Elektroautos und Autos mit Plug-in-Hybrid-Antrieb erhöht werden. Der sogenannte Umweltbonus kann online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden.

Die Prämie von 9.000 Euro lässt sich beim Kauf oder Leasing (23 Monate oder länger) eines Elektroautos mit einem Netto-Listenpreis von unter 40.000 Euro beantragen. Autos mit einem Preis von bis zu 65.000 Euro werden immerhin mit 7.500 Euro bezuschusst. Die Prämie gilt neben Privatpersonen auch für Unternehmen, Vereine und Stiftungen. Auch kleine Elektro-Transporter profitieren von der Prämie. Der Umweltbonus wird übrigens zu zwei Dritteln vom Staat und zu einem Drittel vom jeweiligen Auto-Hersteller bezahlt.

Die Prämie ist zum aktuellen Stand noch bis Ende 2025 abrufbar. Mit der erhöhten Prämie möchte die Bundesregierung das Thema E-Mobilität weiter voranbringen. Eine Liste aller förderfähigen Fahrzeuge findest du hier.

Auch für die Installation einer Wallbox – Also einer Ladestation für dein Elektroauto bei dir zu Hause kannst du dir eine Kaufprämie sichern. Aktuell werden hier 900 Euro vom Staat bezuschusst. In diesem Ratgeber findest du weitere Details:

Steuer

Neben der Umweltprämie haben Elektroautos auch einen steuerlichen Vorteil. Bis Ende 2025 neu zugelassene Fahrzeuge zahlen bis zum Jahresende 2030 keine und anschließend 50 Prozent Kfz-Steuer. Auch für das Versteuern von Dienstwagen gibt es Vorteile für Elektrofahrzeuge.

Reichweite

Bei der Wahl der Akkukapazität und damit der Reichweite sollte man sich nicht nur auf die Herstellerangaben verlassen. Diese fallen oftmals gemessen im WLTP-Testbetrieb höher aus als in der Realität. Hier sollte man sich vorher nach der „Reichweite im Realbetrieb“ erkundigen. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist die Reichweite beispielsweise geringer und nach einigen Jahren Nutzung kann die Kapazität des Akkus insgesamt sinken. Daher sollte man ein Auto mit einem Drittel mehr realer Reichweite auswählen, als man eigentlich benötigt. Um den Kaufpreis niedrig zu halten, ist es bei einigen Herstellern auch möglich, das Fahrzeug ohne Akku zu kaufen und diesen dann für eine monatliche Gebühr zu mieten. Hier sollte man jedoch prüfen, ob sich das Angebot langfristig lohnt. Denn in diesem Fall hat man meist eine beschränkte Anzahl an Freikilometern und muss danach pro gefahrenem Kilometer draufzahlen.

Versicherung

Die Versicherung eines Elektroautos ist in den meisten Fällen günstiger als bei einem gleich teuren Verbrenner. Wie bei normalen Autos ist nur eine Haftpflichtversicherung verpflichtend. Gerade bei teureren Modellen ist jedoch eine Vollkasko-Versicherung ratsam. Hier ist zu beachten, dass auch der Akku vollständig mit über die Versicherung abgedeckt ist. Nur dann ist man auch gegen Bedienfehler wie eine Tiefenentladung abgesichert. Einige Autohersteller bieten auch selbst eine Garantie auf den Akku an. So gibt es bei Tesla, Renault und bei ausgewählten VW-Modellen acht Jahre Garantie auf die Leistung des Akkus. Bei manchen Herstellern ist diese Garantie jedoch an eine maximale Fahrleistung gebunden.

Bildquellen

  • Dacia Spring: Ein E-Auto für 10.000 Euro? Dank Umweltbonus soll es so günstig gehen: BMW
  • Renault Zoe 2019: Renault
  • Audi etron charger: Ionity
  • elektroauto laden titelbild: Unsplash - Vlad Tchompalov
E-Scooter Nahaufnahme des Vorderrades vor einem Gewässer
E-Scooter verrotten im Rhein: So reagieren die Sharing-Anbieter
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