Urlaub in Spanien? Dieses neue Supermarkt-Gesetz sollte man kennen

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Millionen Deutsche machen jedes Jahr Urlaub in Spanien. Doch das beliebte Urlaubsland hat EU-Ziele verfehlt und muss jetzt ein neues Gesetz erlassen. Das macht sich in Supermärkten und auf dem Kassenbon bemerkbar.
Urlaub in Spanien? Dieses neue Supermarkt-Gesetz sollte man kennen
Urlaub in Spanien? Dieses neue Supermarkt-Gesetz sollte man kennenBildquelle: Annie Spratt / Unsplash

Jedes Jahr machen rund 52 Millionen Deutsche Urlaub im Ausland. Besonders beliebt: Spanien. Nach aktuellen Daten des spanischen Statistikamtes (INE) und des Tourismusministeriums stellen deutsche Reisende die zweitgrößte Gruppe internationaler Besucher – nach den Briten – dar. So haben 2025 gut 12 Millionen Deutsche Urlaub in Spanien gemacht. Ein neuer historischer Rekord! Zu den beliebtesten Regionen gehören die Balearen, insbesondere Mallorca, aber auch die Kanarischen Inseln. Vor allem in den Wintermonaten ist es auf den Kanaren dann noch schön warm. Doch ob Kanaren, Balearen oder Festland: 2026 tritt ein neues Gesetz in Kraft, das jeder Urlauber kennen sollte, der dann im Supermarkt einkaufen geht.

Spanien-Urlaub: Was sich in Supermärkten 2026 ändert

Für viele Mallorca-Urlauber ist das Alltag: Vor dem Strandbesuch noch schnell zum Spar oder einen anderen Supermarkt und ein Sechserpack kaltes San Miguel besorgen. Während man in Deutschland seit über 20 Jahren Pfand auf Dosen bezahlt, ist das in Spanien anders. Hier gibt es kein Pfand und die leeren Dosen landen nach dem Strandbesuch bestenfalls in irgendeiner Tonne. Doch damit ist Schluss. Denn: Ab November 2026 führt Spanien als eines der letzten Länder in der EU ein landesweites Pfandrückgabesystem ein.

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Das neue Gesetz sieht vor, dass für jeden Getränkebehälter bis zu drei Litern – einschließlich Wasser, Erfrischungsgetränken, Saft und Bier – ein geringes Pfand von mindestens 10 Cent erhoben wird. Nicht nur auf Dosen und Flaschen, sondern auch auf Tetrapacks. Beim Kauf eines Getränks wird das Pfand zum Preis hinzugerechnet und auf dem Kassenbon ausgewiesen. Ein Sechserpack Wasser oder Bier kostet dann mindestens 60 Cent mehr. Ob die Summe reicht, damit die leeren Büchsen nicht weiterhin auf der Straße landen oder einfach liegen gelassen werden, ist fraglich. In Deutschland liegt die Rücklaufquote bei einem Pfand von 25 Cent bei über 98 Prozent. Bei einem Sixpack sind das dann aber auch schon 1,50 Euro statt 60 Cent. Trotzdem dürfte das dazu führen, dass irgendjemand das Leergut einsammelt und es zurückgibt, um den Pfand einzusacken.

Das sind die Gründe

Einzelhändler und Hersteller in Spanien haben Bedenken hinsichtlich des engen Zeitplans geäußert, da sie vor dem Start ihre Infrastruktur anpassen und ihr Personal schulen müssen. Schließlich müssen Rücknahmeautomaten an Tausenden Standorten aufgestellt werden. Trotzdem muss Spanien das Pfand-Gesetz jetzt umsetzen. Denn das beliebte Urlaubsland hat die EU-Recyclingziele für 2023 nicht erreicht. Die aktuellen Sammelquoten für Getränkebehälter liegen bei knapp über 40 Prozent und damit deutlich unter dem von der Europäischen Union festgelegten Ziel von 90 Prozent.

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Als Folge dessen schreibt das spanische Gesetz die Einführung eines Pfandsystems innerhalb von zwei Jahren nach Verfehlung dieser Ziele vor. Diese Frist läuft im November 2026 ab, die Einführung trotz Verzögerungen und logistischer Herausforderungen ist also unvermeidbar. Derzeit setzt Spanien, ähnlich wie Deutschland, auf gelbe Tonnen für Verpackungen, blaue für Papier und grüne für Glas. Doch freiwillig funktioniert das offenbar nicht so gut. Millionen von Behältern landen nach wie vor auf Deponien, in Verbrennungsanlagen oder in der Natur.

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