Tschüss, Telefonzelle. Leb wohl.

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Wer heute telefoniert, für den ist es selbstverständlich, dafür sein Handy zu benutzen. Zudem läuft unglaublich viel Kommunikation über WhatsApp und andere Messenger. Und Videoanrufe sind heute ebenfalls üblich. Das sorgt dafür, dass die Telekom nun das Ende der Telefonzelle einläutet.
Tschüss, Telefonzelle. Leb wohl.
Tschüss, Telefonzelle. Leb wohl.Bildquelle: Andreas Volz / Pixabay

Die Kommunikation hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Die SMS ist längst obsolet, Videotelefonate über Smartphones die Realität. Messenger wie WhatsApp oder Telegram sind auf nahezu jedem Handy installiert. Statt vieler Worte verschickt man heute Fotos von banalen Dingen, ohne darüber nachzudenken, wie viel Datenvolumen das verbraucht. Doch eines hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert: Wir telefonieren nach wie vor. Allerdings hat sich die Art, wie wir telefonieren, verändert. Das weiß auch die Telekom und reißt die Telefonzelle ab.

Telekom montiert die letzte Telefonzelle ab

Wer in den 90er-Jahren telefonieren wollte, musste entweder ein paar 10-Pfennig-Stücke in der Tasche haben oder eine Telefonkarte kaufen, die er in den öffentlichen Münzfernsprecher schob. Im Jahr 1994 gab es in Deutschland über 165.000 Telefonzellen. Inzwischen hat die Telekom über 90 Prozent verschwinden lassen. Heute sind nur noch 12.000 Telefonzellen in Betrieb. Und auch diesen wird die Telekom bald den Garaus machen. Die Telekom legt den Hörer endgültig auf und schaltet Anfang 2023 die letzten Telefonhäuschen ab.

Telekom zieht den Stecker: Kunden haben nur noch einen Monat Zeit

Ab heute, den 21. November, wird die Münzzahlung an allen Fernsprechern bundesweit abgeschaltet, so der WDR. Bis Anfang 2023 wolle die Telekom dann auch all jene mit Kartenzahlung stilllegen. Doch es kann sein, dass man so einer Telefonzelle bis 2025 immer noch an einer Straßenecke begegnet. Denn die Telekom will sie nach und nach demontieren. So könnte die letzte Telefonzelle erst 2025 komplett aus der Landschaft verschwinden.

Die Gründe für das Aus

Warum die Telekom ihre verbliebenen Telefonzellen abbaut, dürfte den meisten klar sein. Denn wer telefoniert heute noch über einen öffentlichen Münzfernsprechapparat? Fast jede dritte Telefonzelle hat im vergangenen Jahr keinen Umsatz gemacht. Im Durchschnitt macht, so der WDR, ein Standort nur noch wenige Euro Umsatz im Monat. Hinzu kommen Kosten für den Betrieb und Reinigung sowie eine Standmiete. Außerdem muss die Telekom immer wieder für Schäden durch Vandalismus und Diebstahl aufkommen. Das Ende kommt wenig überraschend und war absehbar. Denn Handyverträge dürften für Telekom und Co. deutlich lukrativer sein als der Verkauf einer Telefonkarte für 15 Mark.

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7 KOMMENTARE

  1. Florian

    Finde ich persönlich ziemlich scheiße von der Telekom. Da denkt man (mal wieder) überhaupt nicht an unsere Renter.

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  2. Paul

    Traurig, da Nostalgie, aber absolut verständlich. Besser und logischer wären eine Art Ladestationen, also leere Akkus wieder aufzuladen. Da ja alle Handys, bald auch iPhones, die gleiche Ladebuchse bekommen, einfach flächendeckend USB-Buchsen: Bus&Bahn, Bäcker, Klo usw 😃 Aber in paar Jahren ist dann durch das kabellose Laden auch wieder nicht mehr nötig.

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  3. Karl

    Ich habe Verständnis dafür die Zelle abzubauen, wo kein bzw. kaum Umsatz passiert, aber ein paar an bisherigen Standorten mit Umsatz könnte man ruhig lassen.

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  4. BlackAngel

    Ich verstehe die Telekom als Betreiber der auf den Unterhaltskosten sitzen bleibt.D3nn8ch,mir werden sie fehlen,ein Relikt aus der Kindheit und Jugend .

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  5. Sabine Puissant

    Das ist schade, dass man nicht mehr unterwegs telefonieren kann, egal ob jung oder alt.Man hat nicht immer das Smartphone mit.

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  6. Karsten Frei

    Im Falle eines Blackouts oder Internetastfalls werden Handynetze auch bald ausfallen.
    Und so eine analoge Telefonzelle, die fussläufig zu erreichen gibt, ist wo möglich lebenswichtig. Ob Feuerwehr oder Notarzt spielt dabei keine Rolle.
    Die Zukunft wird zeigen, ob die Entscheidung richtig ist.

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  7. Rudi

    Telefonzellen sind seit vielen Jahren obsolet. Die Rentner von heute hatten lange Zeit sich umzugewöhnen und ein Handy (wenigstens mit Zifferntastenblock) zu bedienen. Die Aussage „was wenn es einen Blackout gibt“… Dann funktionieren die Telefonzellen auch nicht.

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