Tesla darf roden: Aktivisten besetzen Wald

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Tesla steht, seit der Ankündigung eine Autofabrik in Brandenburg bauen zu wollen, unter strenger Beobachtung. Nicht nur die Anwohner machen sich Sorgen um ihre Heimat, sondern auch Naturschützer um den Wald. Doch der darf jetzt weiter abgeholzt werden.
Tesla Model S auf einer Landstraße
Bildquelle: Tesla

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hat am Donnerstagabend die Beschwerden von der „Grünen Liga Brandenburg“ und dem „Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern“ (VLAB) gegen die Rodung auf der Tesla-Baustelle abgewiesen. Der Grund: „die gesetzlichen Voraussetzungen für den vorzeitigen Beginn der Errichtung der Anlage [sind] zu Recht bejaht worden“.

Damit steht der vorzeitigen Rodung des Waldstückes von Tesla nicht mehr viel im Wege. Bis auf einige Aktivisten, die die Bäume im Forst zunächst besetzten. Nach mehreren Stunden hatte es die Polizei schließlich geschafft, den Protest der zwei Frauen zu beenden. Diese hatten sich in sechs bis acht Metern Höhe zwischen den Bäumen befunden und mehrere Seile gespannt. Grund ist dabei war nicht nur die Rodung des Waldes, sondern auch anstehende Bombenentschärfungen.

Bis Ende Februar sollen 92 von 155 Hektar in Grünheide verschwinden. Der Rest wird dann im Herbst abgeholzt. Der Zeitplan sieht hier eine Schonung des Waldes wegen der Brutzeit vor.

Genehmigungsverfahren noch im Gange

Die aktuelle Rodung ist apropos nicht regulär genehmigt. Die Behörden haben aber einer vorzeitigen Rodung zugestimmt. Man könne davon ausgehen, dass das Genehmigungsverfahren positiv verläuft und so steht einem verfrühten Start für Tesla nichts im Wege. Noch bis März kannst du gegen die Genehmigung Einwände einbringen. Am 18. März wird sie dann öffentlich diskutiert.

Doch warum muss das alles so schnell gehen? Tesla drückt beim Bauprojekt „Gigafactory“ kräftig aufs Gas. Der amerikanische Autobauer will schon im kommenden Jahr mit der Produktion in Brandenburg starten. Dafür sollen 12.000 Arbeitsplätze entstehen. Die Produktionsstätte soll schon 2021 rund 500.000 Autos herstellen. Kritiker sehen jedoch einige Probleme. So muss Tesla massenweise Wald abholzen und auch der Betrieb stellt die Umwelt beziehungsweise die Infrastruktur vor Herausforderungen. Das Werk in Grünheide wird laut Handelsblatt pro Tag soviel Wasser benötigen wie eine 60.000-Seelen-Stadt.

Tesla gibt sich grün und entgegenkommend

Tesla will seine Gigafactory und ist dafür auch für Kompromisse bereit. So versetzt man aus dem jetzt zur Rodung freigegebenen Wald Tiere und Pflanzen und hat versprochen einen dreimal größeren Wald an anderer Stelle aufzuforsten.

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