Telekom und Vodafone: Millionen Kunden von Änderungen beim Internetanschluss betroffen

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Beim schnellen Internet werden die Karten neu gemischt. Telekom und Vodafone melden neue Fortschritte: Bei Hunderttausenden Kunden gibt es jetzt schnelleres Internet. Doch dahinter steckt mehr als nur Ausbau.
Ein Warnband in einer Baustelle der Telekom
Telekom baut Glasfaser kostenlos ausBildquelle: Telekom

Bei Vodafone und der Telekom, den beiden großen Platzhirschen in Deutschland, hat sich in den vergangenen Wochen eine Menge getan. Zum einen wächst das Netz. Zum anderen bauen die Anbieter ihre Reichweite über neue Partner aus. Der Effekt für dich als Kunde: schnelleres Internet und mehr Anbietervielfalt. Vodafone spricht von 137 Ausbaumaßnahmen in 79 Städten und Gemeinden.

Vodafone: Knapp 200.000 Haushalte bekommen schnelleres Netz

Davon sollen 198.000 Haushalte profitieren, die das Kabelnetz von Vodafone nutzen. Gemeint sind beim Ausbau vor allem Segmentierungen und weitere Eingriffe im Glasfaserteil des Kabelnetzes. Dahinter steckt also kein neuer Anschluss bis in jede Wohnung. Vodafone teilt Netzbereiche nur kleiner auf. So müssen sich weniger Haushalte einen Abschnitt teilen. Das soll mehr Stabilität und höhere Bandbreite für jeden einzelnen Nutzer bringen. Denn gerade im Kabelnetz entstehen viele Probleme dadurch, dass zu viele Kunden dieselbe Netzinfrastruktur nutzen. So reicht die Bandbreite dann nicht für alle. Mit den jetzt durchgeführten Segmentierungen ändert sich das zumindest für diese Haushalte, die sich unter anderem in Berlin, Bielefeld, Essen, Bocholt, Bochum und Lage befinden.

Telekom: Glasfaser für 12,8 Millionen Haushalte

Die Telekom meldet einen anderen Schwerpunkt. Hier geht es vor allem um neue Glasfaseranschlüsse. Nach Unternehmensangaben kamen allein im Februar 80.000 weitere Haushalte und Unternehmen ans Glasfasernetz. Damit liegt der Bestand nun bei 12,8 Millionen Anschlüssen. Zusätzlich verweist die Telekom auf ihr übriges Festnetz. 37 Millionen Haushalte können demnach mindestens 100 Mbit/s buchen. Für 32 Millionen sind 250 Mbit/s verfügbar. Im Glasfasernetz können, je nach Region, Anschlüsse mit bis zu 2.000 Mbit/s oder 1.000 Mbit/s gebucht werden. Wo welche Geschwindigkeit möglich ist, verrät die Telekom nur im Detail.

Mehr Glasfaser auch bei Vodafone

Parallel treibt Vodafone gemeinsam mit seinem Joint Venture OXG den Ausbau neuer Glasfasernetze bis in die Häuser weiter voran. In Mannheim (55.500 FTTH-Anschlüsse) und Kaufbeuren (10.000 FTTH-Anschlüsse) startete jüngst der Glasfaserausbau. In Frankfurt am Main sowie in den Berliner Stadtbezirken Lichtenberg und Pankow hat OGX den Ausbau für 26.000 beziehungsweise 73.500 Haushalte angekündigt. Und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald baut Vodafone jetzt zusätzlich zum geförderten Ausbau Glasfaser für weitere 22.000 Haushalte eigenwirtschaftlich aus. Insgesamt hat Vodafone im Februar dank Eigenausbau und Kooperationen 210.000 neue Glasfaseranschlüsse in die Vermarktung aufgenommen. Das heißt aber nicht, dass diese schon gebaut wurden oder gar funktionieren.

Zusätzlich haben Vodafone-Kunden beim Glasfaser jetzt Zugriff auf zwei neue Kooperationspartner. Dort, wo die Netzbetreiber Westconnect oder Glasfaser Nordwest ausgebaut haben, kannst du bald auch Vodafone-Glasfasertarife buchen. Die Verträge zwischen den Anbietern sind unterschrieben, jetzt müssen noch die technischen Details geklärt werden. Ab Herbst sollen so bis zu zwei Millionen Privat- und Geschäftskunden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hessen erreicht werden, deren Netzbetreiber Westconnect heißt. Bei Glasfaser Nordwest geht es um 1,5 Millionen weitere Haushalte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Du wirst sie ebenfalls ab Herbst buchen können.

Der Effekt für die betroffenen Kunden: mehr Auswahl zwischen den Anbietern und Tarifen. Die Glasfaserleitung bleibt dieselbe, doch der Vertragspartner kann sich ändern, wenn du dich als Kunde dafür entscheidest. Doch bis zum Start müssen beide Seiten technische Schnittstellen aufbauen. Buchung und Abrechnung müssen ebenfalls funktionieren.

Der Fachbegriff für diese Kooperationen: Open Access. Dieses Verfahren wird für die Glasfasernetzbetreiber immer wichtiger, um ihre Netze auszulasten. Einzig die Deutsche Telekom nutzt dieses Verfahren kaum, um ihre Kunden auf die Netze der lokalen Anbieter zu schalten. Dafür wird sie immer wieder kritisiert. Gleichzeitig hat sie ihre Gründe dafür, wie die Telekom im Exklusiv-Internet mit inside digital sagte.

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