Nur 300 Mbit/s statt 1 Gbit/s: Telekom weist Verdacht auf Glasfaser-Limit zurück

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Ein Telekom-Interessent kann an seiner künftigen Glasfaseradresse nur noch 300 Mbit/s buchen. Nachbarn erhalten aber weiterhin Gigabit-Tarife. Die Telekom schließt eine allgemeine Kapazitätsgrenze im FTTH-Netz aus. Was steckt dahinter?
Ein Glasfaser-Leerrohr
DSL vor dem Aus: Das ist der PlanBildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside digital
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Auf Reddit berichtet ein Nutzer von seinem geplanten Umzug. Er wollte einen Glasfaser-Tarif der Telekom buchen. „Als ich letztens geschaut habe, hätte ich 1000 Mbit bestellen können“, schreibt er. Bei einer erneuten Prüfung seien nur noch 300 Mbit/s auswählbar gewesen. Gewünscht habe er eigentlich 600 Mbit/s. Diese Angabe wirft auch deshalb Fragen auf, weil seine künftigen Nachbarn laut Nutzer weiterhin 1.000 Mbit/s buchen können. Ein Anruf bei der Telekom brachte ihm nach eigener Darstellung keine Erklärung. Der Mitarbeiter habe lediglich bestätigt, dass für ihn 300 Mbit/s buchbar seien.

Telekom widerspricht einer Sperre wegen Netzauslastung

Im Reddit-Thread vermuten Nutzer eine Kapazitätsgrenze im Glasfasernetz. Gemeint ist: Ein Anbieter könnte schnellere Tarife stoppen, wenn ein Netzabschnitt stark genutzt wird. Im GPON-Netz wird ein Hausanschluss in der Regel mit einer Kapazität von 2,5 Gbit/s geschaltet, die dann auf bis zu 32 Wohnungen aufgeteilt wird. Dabei erfolgt eine Überbuchung der Gesamtdatenrate. Das ist seit Jahrzehnten üblich und kommt unabhängig vom Anbieter auch bei DSL, VDSL und Kabel vor. Werden die überbuchten Leitungen dann tatsächlich intensiv genutzt, erfolgt der Ausbau.

Belegt ist diese Vermutung eines Buchungsstopps wegen Überbuchung im konkreten Fall nicht. Die Deutsche Telekom weist den Verdacht gegenüber inside digital zurück. „Es gibt im FTTH-Netz der Deutschen Telekom keine generelle Grenze, die 1-Gbit/s-Produkte aus Kapazitätsgründen verhindern würde“, teilt das Unternehmen mit.

FTTH bedeutet, dass Glasfaser bis ins Gebäude oder in die Wohnung reicht. Die Telekom nennt in diesem Zusammenhang PON, GPON und XGS-PON. Letzterer ist der neue Ausbaustandard, der Hausanschlüsse mit 10 Gbit/s erlaubt und den Kunden bis zu 2 Gbit/s als Produkt bietet. Nach Darstellung des Unternehmens erweitert die Telekom die Kapazitäten an Netzknoten abhängig von der Auslastung automatisch. Als Beispiele nennt sie OLT und BNG. Beides sind Netzelemente im Vermittlungsnetz der Telekom. Der OLT ist quasi das Gegenstück des Glasfasermodems bei dir zu Hause.

Doch die Stellungnahme klärt den Einzelfall nicht. Ohne Adresse oder Anschlussdaten könne die Telekom den Vorgang nicht abschließend prüfen und die Ursache feststellen. Warum der Nutzer nur noch 300 Mbit/s sieht, lasse sich aus seinem Reddit-Post nicht belastbar ableiten.

Warum der Fall für Glasfaser-Kunden wichtig ist

Für Kunden zählt zunächst der aktuelle Verfügbarkeitscheck. Zeigt die Telekom an deiner Adresse nur 300 Mbit/s an, kannst du einen schnelleren Tarif dort nicht direkt bestellen. Das gilt auch dann, wenn Nachbarn mehr Auswahl sehen.

Der Fall belegt allerdings keine Drosselung eines laufenden Anschlusses. Auch hierfür steht die Telekom aufgrund ihrer Peering-Politik immer wieder in der Kritik. Doch der Fall ist anders gelagert: Der Nutzer berichtet nicht, dass ein gebuchter Gigabit-Tarif später langsamer wurde. Er beschreibt eine geänderte Auswahl vor dem Vertragsabschluss.

Unklar bleibt, warum die Auswahl an seiner künftigen Adresse gesunken ist. Ein Fehler in den Adressdaten wäre denkbar. Auch eine Besonderheit bei der Zuordnung des Anschlusses könnte eine Rolle spielen. Nachgewiesen ist keine dieser Möglichkeiten.

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