Stadtwerke warnen: Diesen Beratern solltest du die Tür vor der Nase zuknallen

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Ein Klingeln, ein paar Fragen – und plötzlich geht es um einen neuen Vertrag. Derzeit häufen sich Meldungen über Vertreter, die Druck machen. Jetzt warnen sogar die vermeintlichen Auftraggeber, die Stadtwerke. Worauf du achten solltest, bevor du Daten oder Unterschriften herausgibst.
Ein Vertreter steht vor einer Haustür
Haustürvertrieb Bildquelle: KI-generiert: ChatGPT

In Dessau-Roßlau warnen die Stadtwerke Dessau vor externen Vertriebsteams, die unangekündigt an Haustüren auftauchen. Nach Angaben des Unternehmens melden sich seit einigen Tagen vermehrt Kundinnen und Kunden, die von solchen Besuchen berichten. Dabei soll es nicht nur um aufdringliche Verkaufsmaschen gehen: Teilweise versuchen die Personen demnach auch, sich Zutritt zu Wohnhäusern zu verschaffen. Solche Situationen sind oft darauf ausgelegt, dass du spontan reagierst. Und genau dann werden schnell Daten abgefragt oder Unterschriften „zur Bestätigung“ eingefordert – obwohl es am Ende um einen Anbieterwechsel oder einen neuen Strom- bzw. Gasvertrag gehen kann.

Was die Stadtwerke berichten

Laut den Stadtwerken treten die Teams unangekündigt auf und führen teils aggressive Produktberatungen durch. In den Schilderungen soll es außerdem vorkommen, dass sich die Personen als Partner oder Beauftragte von Energieversorgern und Stadtwerken ausgeben. Genau das macht die Lage für viele schwer einschätzbar: Für dich wirkt es im Moment plausibel, weil Begriffe wie „Stadtwerke“, „Abgleich“ oder „Tarif-Update“ fallen – und du im Zweifel nicht riskieren willst, „etwas zu verpassen“.

Die Stadtwerke betonen, dass es zwar einen eigenen Außendienst gibt, Besuche aber in der Regel vorher angekündigt werden. Außerdem könnten sich eigene Mitarbeitende jederzeit mit einem offiziellen Firmenausweis ausweisen.

So schützt du dich an der Haustür

Wenn jemand unangekündigt klingelt und direkt Daten oder Unterlagen sehen will, ist Vorsicht sinnvoll – egal, welcher Name genannt wird. Du musst niemanden in die Wohnung lassen, nichts sofort unterschreiben und auch keine Kundendaten „zum Abgleich“ herausgeben.

Das solltest du an der Haustür nicht herausgeben:

  • Kundennummer
  • Zählernummer
  • Vertragsdaten
  • Bankdaten

Wenn du unsicher bist: Gespräch beenden, Tür schließen, selbst beim Anbieter oder den Stadtwerken anrufen (nicht über eine Nummer auf einem Flyer an der Tür), und nachfragen, ob es wirklich einen Auftrag gibt. Seriöse Mitarbeitende können dir normalerweise klar sagen, warum sie da sind, und sich eindeutig ausweisen.

Telekom will eigene Shop-Mitarbeiter an die Haustür schicken

Auch bei der Vermarktung von Glasfaser-Anschlüssen setzen Stadtwerke und Telekom auf Haustür-Vertreter. Das ist nach Branchenangaben der wichtigste Absatzkanal für die Anschlüsse.

Die Telekom setzt dabei bisher vor allem auf Vertreter anderer Unternehmen, die auf Provisionsbasis die Aufträge an Land holen. Künftig will man aber auch eigene Mitarbeiter losschicken. Der wesentliche Unterschied: Diese haben Zugriff auf Kundendaten und können auch wirklich weiterhelfen, während die beauftragten Vertreter nur Verträge schreiben. Der Ansatz der Telekom, eigene Mitarbeiter in den Service vor Ort zu schicken, ist begrüßenswert. Die Frage ist jedoch, ob die Kunden den Unterschied bemerken, wenn sie vor der Haustür stehen.

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