Diese Milliardenlösung soll Dunkelflauten verhindern und du zahlst dafür

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Wenn der Strom knapp wird, greift der Staat ein. Neue Regeln, große Versprechen und viel Geld sollen für Sicherheit sorgen. Was harmlos klingt, hat Folgen für Millionen Haushalte und taucht letzten Endes auch direkt auf deiner Stromrechnung auf.
Diese Milliardenlösung soll Dunkelflauten verhindern – und du zahlst dafür
Diese Milliardenlösung soll Dunkelflauten verhindern – und du zahlst dafürBildquelle: KI-generiert

Vielleicht hast du das Wort Dunkelflaute schon öfter gehört: Tage, an denen weder Wind weht noch Sonne scheint. Genau für diese Situationen plant die Bundesregierung jetzt eine milliardenschwere Lösung. Offiziell geht es um Versorgungssicherheit. Inoffiziell stellt sich eine andere Frage: Wer bezahlt das alles am Ende wirklich?

Warum neue Kraftwerke plötzlich wieder unverzichtbar sind

Deutschland verabschiedet sich schrittweise von der Kohle. Spätestens 2038 sollen die letzten Braunkohlekraftwerke vom Netz gehen. Was dabei oft untergeht: Diese Anlagen liefern aktuell genau dann Strom, wenn erneuerbare Energien schwächeln. Fällt diese Reserve weg, entsteht eine Lücke. Um sie zu schließen, sollen neue grundlastfähige Kraftwerke entstehen. Nach langen Verhandlungen hat sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mit der Europäische Kommission auf eine Kraftwerksstrategie geeinigt. Geplant sind Ausschreibungen für bis zu zwölf Gigawatt Leistung – der Großteil davon klassische Gaskraftwerke. Das Ziel klingt logisch: Strom soll auch dann verfügbar sein, wenn Windräder stillstehen und Solaranlagen Pause machen. Der Haken zeigt sich erst beim Blick auf die Finanzierung.

Der Kapazitätsmarkt: Bezahlt wird fürs Bereitstehen

Diese neuen Kraftwerke sollen nur selten laufen, vielleicht an wenigen Tagen im Jahr. Wirtschaftlich lohnt sich das für Betreiber nicht. Deshalb greift der Staat ein und führt einen sogenannten Kapazitätsmarkt ein. Hier bekommst man kein Geld für erzeugten Strom, sondern allein dafür, dass dein Kraftwerk im Notfall einsatzbereit ist. Wer diese Bereitschaft am günstigsten anbietet, erhält Zuschläge und staatliche Zahlungen. Vergleichbare Modelle gibt es bereits in Großbritannien oder Italien. Das Problem: Diese Subventionen fallen nicht vom Himmel. Sie müssen finanziert werden und zwar über eine Umlage auf den Strompreis. Das bestätigt auch das Wirtschaftsministerium offen. Wie hoch diese Umlage ausfällt, weiß aktuell niemand. Klar ist nur: Sie soll ab 2031 von allen Stromkunden gezahlt werden.

Die Kosten landen als Umlage ab 2031 beim Stromkunden
Die Kosten landen als Umlage ab 2031 beim Stromkunden

Warum dein Strompreis steigen wird

Offiziell spricht niemand von einer Preiserhöhung. Doch Kritiker warnen deutlich: Sobald neue Umlagen eingeführt werden, landet die Rechnung am Ende bei den Verbrauchern. Selbst das Ministerium kann derzeit nicht einmal grob abschätzen, wie teuer das Ganze wird. Hinzu kommt: Die ersten Ausschreibungen bevorzugen Gaskraftwerke. Zwar dürfen theoretisch auch Speicher, Biomasse oder andere Technologien mitbieten, doch in der Praxis wird fossiles Gas zunächst eine zentrale Rolle spielen. Damit bindet sich Deutschland langfristig an eine Technologie, die zwar Versorgungssicherheit bietet, aber hohe laufende Kosten verursacht. Kosten, die nicht aus dem Bundeshaushalt, sondern über deine Stromrechnung gedeckt werden.

Sicherheit gegen Blackouts – zum Preis der Transparenz

Niemand bestreitet, dass Versorgungssicherheit wichtig ist. Blackouts wären teuer, gefährlich und politisch kaum vermittelbar. Doch die aktuelle Lösung verschiebt die Debatte: Weg von der Frage ob es teurer wird, hin zu wann und wie stark. Für dich heißt das: Die Stromrechnung könnte in Zukunft nicht nur vom Verbrauch abhängen, sondern auch davon, wie viel Reserve der Staat einkauft. Die Milliardenlösung gegen Dunkelflauten steht – und du bist Teil ihrer Finanzierung, ob du willst oder nicht.

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