Wenn deine Solaranlage Strom liefert, läuft im Hintergrund ein stiller Vertrag mit der Zukunft. Ab Februar 2026 ändert sich an diesem Deal ein kleines Detail mit großer Wirkung. Denn der Zeitpunkt, zu dem deine Anlage erstmals einspeist, entscheidet darüber, wie viel Geld du über Jahrzehnte bekommst. Und genau hier lohnt sich ein genauer Blick. Insbesondere in diesem Jahr könnte es dringlicher denn je sein, nicht zu lange auf die Inbetriebnahme zu warten. Denn die Politik plant weitgehende Änderungen an der Vergütung von Solarstrom.
Ab Februar wird Solarstrom ein Stück günstiger – für den Staat
Ab dem 1. Februar 2026 sinkt die Einspeisevergütung für neu ans Netz gehende Photovoltaikanlagen und Balkonkraftwerke. Der Grund ist kein politischer Schnellschuss, sondern ein fest eingebauter Mechanismus im Gesetz: Die Vergütung wird turnusmäßig leicht abgesenkt. Rund ein Prozent weniger gibt es dann pro eingespeister Kilowattstunde.
Das klingt erst einmal nach Peanuts. Doch wie bei einem Sparvertrag summieren sich auch kleine Unterschiede über die Zeit. Schließlich läuft die Vergütung 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme. Wer früher startet, sichert sich die besseren Konditionen für die komplette Laufzeit ohne spätere Anpassungen. Wichtig: Bestehende Anlagen bleiben unberührt. Wenn deine Anlage bereits läuft, kannst du entspannt zurücklehnen. Die neuen Regeln greifen ausschließlich für Neuanlagen ab dem Stichtag.
Kleine Anlagen, kleine Kürzung – große Wirkung
Für Solaranlagen bis 10 Kilowatt-Peak ändern sich die Zahlen nur minimal, aber spürbar. Bei der Volleinspeisung sinkt die Vergütung von 12,47 auf 12,34 Cent pro Kilowattstunde. Entscheidest du dich für die Überschusseinspeisung, gibt es künftig 7,78 statt 7,86 Cent.
Auf dem Papier sind das nur Zehntel-Cent. In der Praxis heißt das: Über Jahre hinweg fließt etwas weniger Geld auf dein Konto. Gerade bei Anlagen, die konstant einspeisen, macht sich dieser Unterschied auf die Dauer bemerkbar. Wenn du also ohnehin kurz vor der Installation stehst, kann ein schneller Netzanschluss den Unterschied zwischen „passt schon“ und „lohnt sich“ ausmachen. Insbesondere, weil nicht nur eine Anpassung der Konditionen, sondern auch ein ungewisser Wegfall in diesem Jahr über der PV-Förderung schwebt.
Auch größere Anlagen bleiben nicht verschont
Bei Anlagen zwischen 10 und 100 Kilowatt-Peak greift die Kürzung ebenfalls. Für die Volleinspeisung sinkt die Vergütung auf 10,35 Cent pro Kilowattstunde. Zuvor waren es 10,45 Cent. Bei der Teileinspeisung gelten die folgenden Zwischengrenzen:
- Anlagen von 10 bis 40 kWp erhalten künftig 6,73 Cent
- Anlagen von 40 bis 100 kWp bekommen 5,50 Cent
Auch hier gilt: Die Unterschiede sind klein, aber dauerhaft. Wer früher startet, friert die besseren Konditionen ein, wie einen attraktiven Tarif, den es später nicht mehr gibt. In diesem Jahr könnte das besonders entscheidend sein. Denn die Bundeswirtschaftsministerin plant, die Einspeisevergütung, wie wir sie heute kennen, abzuschaffen und durch einen anderen Mechanismus zu ersetzen. Dabei sind noch viele Details sowie der endgültige Starttermin ungeklärt.
Der Stichtag ist dein Joker
Entscheidend ist nicht das Kaufdatum, sondern der Moment, in dem deine Anlage erstmals Strom ins öffentliche Netz einspeist. Genau dann wird die Vergütung festgeschrieben. Keine Nachverhandlungen, keine Anpassungen, kein Kleingedrucktes mit Überraschung. Schaffst du es, deine Anlage vor dem 1. Februar 2026 in Betrieb zu nehmen, profitierst du über Jahrzehnte von den aktuell höheren Sätzen. Danach gilt automatisch die neue, niedrigere Vergütung. Und falls du denkst, damit sei das Thema erledigt: Die nächste Kürzung kommt schon am 1. August 2026. Der Kalender bleibt also ein wichtiger Faktor für alle, die mit Solarstrom planen. Unterm Strich gilt: Manchmal entscheidet nicht die Sonne, sondern das Timing darüber, wie viel Geld am Ende wirklich bei dir landet. Insbesondere, da heute nicht davon auszugehen ist, dass die alten Bedingungen für die Einspeisevergütung im August 2026 noch gelten werden.
