Spotify schockt seine Nutzer: Kommt jetzt die Kündigungswelle?

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Spotify ist mit aktuell 320 Millionen Nutzern der Marktführer unter den Musikstreaming-Diensten. Nutzt Spotify nun seine Stellung und Marktmacht aus? Danach sieht es zumindest aus. Das Resultat könnte eine Kündigungswelle nach sich ziehen.
Spotify: Geht der Musikstreaming-Anbieter einen Schritt zu weit?
Spotify: Geht der Musikstreaming-Anbieter einen Schritt zu weit?Bildquelle: Blasius Kawalkowski

Der Musikstreaming-Markt ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Allen voran ist Spotify dafür verantwortlich, dass der Verkauf von CDs seit Jahren rückläufig ist. Daniel Ek, Gründer und Chef des Musikstreaming-Anbieters hat dafür gesorgt, dass sich die Musikindustrie umorientieren musste. Für den Hörer ist das bequem und günstig: Für nur 10 Euro im Monat kannst du schließlich nahezu jede Platte hören, die du möchtest. Doch trotz 144 Millionen zahlenden Nutzern und einem Umsatz von rund 2 Milliarden Euro steht am Ende des vergangenen Quartals ein Verlust von rund 100 Millionen Euro zu Buche. Mehr noch: In all den Jahren seit der Gründung hat Spotify es nicht geschafft, Gewinn zu machen. Und das will Ek nun ändern.

Spotify will mit dir endlich Geld verdienen

Der Spotify-Chef kündigte deshalb nun an, die Preise für den Musikstreaming-Dienst in mehreren Ländern zu erhöhen. Das wäre die erste Preiserhöhung seit dem Start in Deutschland Anfang 2012. Zu Beginn gab es zusätzlich zum 10-Euro-Abo ein Spotify-Unlimited-Abo für monatlich 5 Euro. Hörer hatten zwar ebenso Zugriff auf alle Alben und Titel der Bibliothek, hörten Musik aber in einer niedrigeren Klangqualität.

Wann Spotify die Preise erhöhen wird, hat Ek derweil nicht verraten. Ebenfalls ließ er offen, wie hoch die Erhöhung ausfallen wird. Sie sei aber vor allem in Ländern geplant, in denen Spotify stark vertreten ist und viele Abonnenten hat. Der Spotify-Chef geht davon aus, dass Kunden in diesen Märkten bereit sind, mehr für ihr Musikstreaming-Abo zu bezahlen. In Skandinavien soll es testweise bereits zu ersten Preiserhöhungen gekommen sein. Berichten zufolge soll Spotify die Abogebühren um bis zu 14 Prozent angehoben haben. Umgerechnet könnte der Dienst künftig also auch hierzulande statt rund 10 Euro etwa 11,40 kosten.

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Ziehen andere Musikstreaming-Dienste nach?

Während es beim Streaming von Filmen und Serien viele Anbieter mit ganz unterschiedlichen Preismodellen gibt, ist das beim Musikstreaming anders. Spotify, Deezer oder Apple Music: Für rund 10 Euro wird man Abonnent. Die Musikauswahl ist bei allen Diensten nahezu identisch, weshalb der Nutzer sich den günstigsten Dienst aussuchen kann. Erhöht Spotify die Preise, könnten Kunden sich also umorientieren, die kurze Kündigungsfrist von einem Monat nutzen und einem anderen Dienst den Vorzug geben. Außer, YouTube Music, Tidal und Co. passen die Preise ebenfalls an.

Spotify-Chef Ek eckt an

Der Spotify-Chef ist vor Kurzem schon einmal angeeckt. Doch nicht bei den Nutzern des Dienstes, sondern bei den Musikern. „Du kannst nicht alle drei oder vier Jahre Musik aufnehmen und denken, dass das genug sein wird“, sagte Ek. Seiner Meinung nach sollten Kreative regelmäßig und in kurzen Zeitabständen ihre Songs veröffentlichen. Damit zog er die Wut viele Musiker auf der ganzen Welt auf sich, die ihn etwa als „ignoranten Clown“ bezeichneten.

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