Corona-Krise: Handy-Hersteller müssen bluten, aber zwei jubeln

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Die Corona-Krise hat auch die großen Smartphone-Hersteller dieser Welt erwischt. Und zwar so richtig. Im ersten Quartal sind die weltweiten Smartphone-Absätze deutlich zurückgegangen. Im Jahresvergleich von 341 auf 295 Millionen verkaufte Einheiten. Zwei Gewinner gibt es aber trotzdem, wie Marktforscher herausgefunden haben.
Smartphones in verschiedenen Händen
Bildquelle: Mirko / Adobe Stock

Laut Counterpoint mussten die großen, namhaften Smartphone-Hersteller fast durch die Bank starke Rückgänge bei der Nachfrage verkraften. Marktführer war im ersten Quartal des laufenden Jahres wie im Vorjahr Samsung. Der Absatz an Mobiltelefonen des südkoreanischen Elektronikkonzerns ging aber von 72 auf rund 59 Millionen zurück. Auch Huawei musste Federn lassen. Bei den Chinesen ging der Smartphone-Absatz von 59,1 auf 49 Millionen zurück. Mehr als die Hälfte der Geräte verkauft Huawei inzwischen am Heimatmarkt in China. Grund ist der Handelsstreit zwischen China und den USA, der vor allem Huawei schwer belastet.

Und auch für Oppo (-3,4 Millionen auf 22,3 Millionen) und Vivo (-2,3 Millionen auf 21,6 Millionen) verlief das erste Quartal des Jahres alles andere als rosig. Vivo konnte aber zumindest für sich verbuchen, in Indien den mächtigen Gegner Samsung gemessen an den Smartphone-Auslieferungen vom zweiten Platz geschubst zu haben.

Auch Apple verliert – gewinnt aber an anderer Stelle hinzu

In einer ähnlichen Größenordnung musste auch Apple zurückstecken. Counterpoint weist für den US-Konzern 40 Millionen verkaufte Smartphones für den Zeitraum zwischen Januar und März aus. Von Apple selbst gibt es dazu schon seit einiger Zeit keine offiziellen Zahlen mehr. Den in der Nacht zu Freitag veröffentlichten Quartalszahlen ist diesbezüglich nur zu entnehmen, dass Apple im ersten Quartal einen Umsatz von 58,31 Milliarden US-Dollar machte und allein iPhone-Verkäufe 28,96 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz beisteuerten.

Das waren rund 2 Milliarden Dollar iPhone-Umsatz weniger als im ersten Quartal 2019. Gleichzeitig entwickelte sich aber das Geschäft mit Wearables wie der Apple Watch und Zubehör gleichermaßen positiv (+1,1 Milliarden Dollar auf 6,28 Milliarden Dollar) wie jenes mit Internet-Services (+1,9 Milliarden Dollar auf 13,3 Milliarden Dollar). Mit Abo-Modellen für zusätzlichen Cloudspeicher, Musik- und Video-Diensten oder mit App-Umsätzen verdient Apple also immer mehr Geld.

Xiaomi und Realme sind die großen Gewinner

Mit Blick auf den weltweiten Smartphone-Markt gibt es neben weiteren Verlierern – zum Beispiel verkaufte LG im ersten Quartal nur noch 5 Millionen Smartphones nach den 6,9 Millionen Einheiten ein Jahr zuvor; der Absatz der Lenovo-Gruppe ging von 9,5 auf 6,0 Millionen Smartphones zurück – gibt es aber auch zwei echte Gewinner. Xiaomi und die Oppo-Schwester Realme konnten im ersten Quartal nach Berechnungen von Counterpoint entgegen dem allgemeinen Branchentrend sogar wachsen.

Xiaomi verkaufte demnach in den ersten drei Monaten des Jahres 29,7 Millionen Smartphones. Das waren 1,9 Millionen Einheiten mehr als vor einem Jahr. Getrieben wurde das Wachstum unter anderem durch starke Geschäfte in Indien, wo Xiaomi auf einen Marktanteil von satten 30 Prozent blicken kann. Realme legte von 2,8 auf 7,2 Millionen verkaufte Smartphones zu. Der kürzlich auch in Deutschland offiziell gestartete Hersteller aus China, der Teil von BBK Electronics und damit unter anderem eine Schwestermarke von OnePlus ist, war allerdings auch schon mal erfolgreicher. Im dritten Quartal 2019 standen schon einmal 10,2 Millionen Smartphone-Auslieferungen in den Realme-Bilanzen. Im vierten Quartal 2019 waren es 7,8 Millionen.

Ausblick auf 2020 bleibt trüb – ab 2021 soll alles besser werden

Abzuwarten bleibt, wie sich die Smartphone-Verkaufszahlen aller großen Hersteller im laufenden, zweiten Quartal entwickeln. Denn dann dürften die Auswirkungen der Corona-Krise erst so richtig durchschlagen. Für das gesamte Jahr 2020 erwarten Branchenexperten gegenüber 2019 einen Rückgang der Verkaufszahlen um circa 15 Prozent. Das entspräche 1,3 Milliarden verkauften Handys nach fast 1,55 Milliarden im Jahr 2019. Erst im zweiten Halbjahr 2020 rechnen Marktforscher mit einer moderaten Erholung, ehe 2021 und 2022 ein Wachstum von jeweils zwei bis drei Prozent zu erwarten ist.

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1 KOMMENTAR

  1. OnePlus, Oppo, Vivo und realme sind alles eine Firma und haben insgesamt 51 Mio. Geräte verkauft, also mehr als Huawei (49 Mio.). Für die, die’s nicht wissen: zur Lenovo Group gehört Motorola. Interessant, dass Sony nicht mal mehr in der Statistik auftaucht.

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