Schock für Strom-Kunden: 215 Euro im Monat nur für Strom?

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Die Energiekosten steigen, wie noch nie zuvor. Preise für Strom und Gas explodieren. Jetzt verlangt der erste Stromanbieter mehr als einen Euro pro Kilowattstunde. Der Verbraucherschutz ist alarmiert und prüft, ob die Preiserhöhung rechtmäßig ist.
Schock für Strom-Kunden: Der erste Anbieter verlangt jetzt einen Euro pro Kilowattstunde
Schock für Strom-Kunden: Der erste Anbieter verlangt jetzt einen Euro pro KilowattstundeBildquelle: Lisa-S / Shutterstock

Während die Regierung noch über Gasumlagen und andere finanzielle Herausforderungen streitet, flattern den Menschen in Deutschland derzeit Preiserhöhungen ins Haus. Stromanbieter verlangen Mondpreise und viele wissen nicht mehr, wie sie den teuren Strom bezahlen sollen. Ein Anbieter sprengt nun alle Grenzen und schockt seine Kunden, die mehr als einen Euro pro Kilowattstunde zahlen sollen.

Strom war noch nie so teuer

Schreiben zu Preiserhöhungen für Strom und Gas stapeln sich inzwischen auf den Schreibtischen der Verbraucherzentralen. Strom-Kunden können es nicht fassen: Erste Anbieter erhöhen die Arbeitspreise auf über einen Euro pro Kilowattstunde. „Beim vorliegenden Fall hat der Anbieter Voxenergie seit Dezember 2021 bereits die vierte Preiserhöhung vorgenommen“, sagt Lorenz Bücklein, von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Mit einem Bruttopreis von 103,45 Cent pro Kilowattstunde sind wir bei einer Vervierfachung des Preises in zwei Jahren Vertragsdauer angekommen.“ Bei einem Zweipersonen-Haushalt, der 2.500 kWh im Jahr verbraucht, wären das umgerechnet 215 Euro im Monat – nur für Strom.

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Die Verbraucherzentrale prüfe Schreiben wie dieses auch hinsichtlich formeller Vorschriften und der Gültigkeit. Dem Stromanbieter Voxenergie droht bei Missachtung eine Strafe in Höhe von 100.000 Euro. Denn: Die Bundesnetzagentur hatte festgestellt, dass Voxenergie im Dezember 2021 gegenüber Haushaltskunden Preisänderungen vorgenommen habe, ohne die gesetzlich vorgesehene Ankündigungsfrist von einem Monat zu beachten. Diese Preiserhöhungen muss Voxenergie nun zurücknehmen.

Das kannst du jetzt tun

„Meistens bringen die Verbraucher Schreiben mit in die Beratungen, in denen der Energieversorger die Preiserhöhung ankündigt“, sagt Carina Habeck, Referentin für Energierecht in der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Was ihr dann immer wieder auffällt: „Häufig fehlt dort der Hinweis auf ein Sonderkündigungsrecht. Dies besteht jedoch grundsätzlich bei Preisänderungen.“ Sollte der Strom- und Gasanbieter eine Preiserhöhung ankündigen, haben Kunden immer das Recht, den Vertrag zu kündigen. Doch was dann? Schließlich sind andere Stromanbieter nicht günstiger, oder?

→ Stromanbieter-Abzocke: Das solltest du auf keinen Fall tun

Kündigt man beim Gas- und Stromanbieter aufgrund einer Preiserhöhung, rutscht man bei fortlaufender Entnahme von Energie zum Ende des Vertrages automatisch in die örtliche Grundversorgung. Und diese sei aktuell häufig die finanziell attraktivste Möglichkeit, so die Verbraucherzentrale. Man bemängelt allerdings, dass das auf Preisvergleichsportale wie Check24 oder Verivox nur selten deutlich wird. So sieht es auch die Stiftung Warentest, die Ende 2021 acht Vergleichsportale im Bereich Strom und Gas untersucht hat – darunter auch Check24 und Verivox. Das ist das erstaunliche Endergebnis.

Der Rat der Verbraucherzentrale: Ein Blick in der aktuellen Situation auf die Homepage des Grundversorgers kann sich lohnen.

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1 KOMMENTAR

  1. jensmartina3@gmx.de

    Haben gestern neuen Abschlagsbescheid bekommen. Sollen ab E. Oktober 213,… Euro zahlen. Werde sofort Kündigen.

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