Ein Roboter mit Katzenohren bringt dir das Essen an den Tisch, zwei Roboterarme haben es vorher zubereitet: Das klingt nach Science-Fiction, passiert aber längst auch in Deutschland. In einem Rewe-Markt in Düsseldorf kocht ein Roboter, am Leipziger Hauptbahnhof gibt es ein weitgehend automatisiertes Restaurant, und an einer Tankstelle in München bereiten Roboterarme rund um die Uhr warme Mahlzeiten zu. In der neuen Folge von überMORGEN spreche ich mit unserer Podcasthostin Johanna darüber, was Gastro-Roboter heute schon können und wo sie an ihre Grenzen stoßen.
Vom Kellner mit Katzenohren bis zur Roboterküche
Roboter in der Gastronomie sind kein Randphänomen mehr. Laut International Federation of Robotics wurden 2025 fast 250.000 professionelle Serviceroboter ausgeliefert, 24 Prozent mehr als im Jahr davor. Das sind zwar nicht nur Geräte für Restaurants, der Trend ist aber deutlich.
Am häufigsten begegnen dir Serviceroboter, die Essen an den Tisch bringen und benutztes Geschirr wieder abholen. Manche begrüßen dich auch am Eingang, führen dich zum Tisch oder nehmen deine Bestellung auf. In der Küche reicht das Spektrum von Automaten für einzelne Aufgaben, etwa Kleinschneiden oder Frittieren, bis hin zu kompletten Roboterküchen, die kochen und sogar putzen.
BellaBot: Mehr als ein fahrendes Regal
Der wohl bekannteste Serviceroboter ist der BellaBot, eines der meistverkauften Modelle in Gastronomie und Hotellerie. Er transportiert auf mehreren Etagen Tabletts, zieht auf seinem Display-Gesicht mit Schnurrhaaren und Katzenohren Grimassen und reagiert auf Berührungen. Das ist praktisch und gleichzeitig eine echte Attraktion für die Gäste.

Technisch steckt einiges drin: Das Restaurant wird zunächst kartografiert, der Roboter verortet sich selbst auf dieser Karte. Dieses Prinzip, SLAM genannt, kenne ich auch von Fensterputzrobotern. Kameras, Sensoren und LiDAR-Laserscanner erkennen zusätzlich Hindernisse, nicht nur am Boden, sondern auch auf Höhe des Roboters. Läuft ihm also plötzlich jemand in den Weg, bremst der BellaBot in einer halben Sekunde. Eine Schwäche haben aktuelle Modelle allerdings: Treppen. Ein Serviceroboter, der Stufen steigen kann, ist mir bislang nicht bekannt.
Roboterküche: Frisch gekocht, aber nicht abgeschmeckt
Noch spannender wird es hinter den Kulissen. Ein prominentes Beispiel ist der CA-1 der Circus Group aus München. Bis zu 36 verschiedene frische Zutaten passen in das interne Lager. Bestellst du über das Bedienfeld, holt sich ein Roboterarm alle Zutaten grammgenau aus dem Lager und folgt dem Rezept Schritt für Schritt: richtige Temperatur, richtige Garzeit, richtige Reihenfolge, am Ende sogar die Garnitur. Danach spült das Gerät selbst ab. Bis zu 800 Mahlzeiten am Tag sind so möglich, ohne Pause, rund um die Uhr.

Ganz ohne Menschen geht es aber nicht. Das Lager muss manuell befüllt werden, die Rezepte, die Einstellung, die Wartung und die Überprüfung – das alles passiert noch von Menschenhand. Auch Abschmecken kann der CA-1 noch nicht. Würdest du dich dennnoch trauen, ein Gericht aus Roboterhand zu probieren? Und wie sicher oder hygienisch arbeitet so ein Küchenroboter eigentlich?
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