Google Fitbit Edge ist da: Kleine Veränderung, riesige Wirkung

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Gut drei Jahre nach dem Fitbit Charge 6 bringt Google wieder einen Fitness-Tracker mit Display: das Google Fitbit Edge. Auf den ersten Blick ist es ein gründliches Update mit größerem Bildschirm, Höhenmesser und besserem GPS. Die wichtigste Neuerung siehst du aber nicht. Denn sie steckt im Gehäuse.
Google Fitbit Edge am Handgelenk einer Frau, die Sport macht.
Google Fitbit Edge mit wechselbarem Akku kommt. Bildquelle: Google

Wie lange hält ein Fitness-Tracker? Meist so lange wie sein Akku, nach drei, vier Jahren landet er in der Schublade. Das soll sich beim neuen Fitbit Edge ändern.

Zum ersten Mal lässt sich bei einem Fitbit-Tracker nämlich der Akku tauschen. Was sich gegenüber dem Vorgänger sonst noch ändert, wo Google das Fitbit Edge einordnet und ob 179,99 Euro dafür ein fairer Preis sind, das verraten wir dir hier.

Tauschbarer Akku im Google Fitbit Edge: Ziemlich einzigartig

Bei Fitness-Trackern entscheidet bislang der Akku über die Lebensdauer. Nach einigen Hundert Ladezyklen musst du häufiger laden. Darauf weist Google in seinen Support-Unterlagen selbst hin. Einen Tausch sahen bisherige Fitbit-Modelle nicht vor. Wer genug hatte, kaufte neu.

Das Fitbit Edge ist laut Google der erste reparierbare Fitness-Tracker der Marke. Im Inneren steckt eine modulare Architektur, die den Akkuwechsel ermöglicht. Ein Wechselakku zum Herausziehen ist das allerdings nicht. Für den Tausch benötigst du vielmehr laut Googles Anleitung Torx-Schraubendreher (1IP und 2IP) sowie eine ESD‑Pinzette. Google empfiehlt eine Selbstreparatur nur Erwachsenen mit Erfahrung bei Elektronik. Das Risiko, dass beim Akkutausch etwas schiefgehen könnte, trägst du selbst. Was ein Ersatzakku kostet, hat Google noch nicht verraten.

Frontansicht Google Fitbit Edge
Google Fitbit Edge in Satin Silver. Bildquelle: Google

Trotzdem gilt: Die kleine Änderung hat große Wirkung. Ein Tracker, der nicht nach drei, vier Jahren wegen eines müden Akkus in der Schublade landet, schont Umwelt und Geldbeutel. Dazu passt ein Detail: Sinkt der Ladestand auf 4 bis 5 Prozent, schaltet sich das Edge automatisch in einen Schutzmodus, um den Akku langfristig zu schonen.

Fitbit Edge vs. Charge 6: Das ist neu

Abseits des Akkus hat Google hauptsächlich an Bildschirm, Bedienung und Sport-Tracking gearbeitet.

Fitbit EdgeFitbit Charge 6
Preis (UVP)179,99 Euro159,95 Euro
DisplayAMOLED, 1,34 ZollAMOLED, 1,04 Zoll
Dicke9,9 mm11,2 mm
Gewicht (ohne Armband)18 Gramm30 Gramm
Höhenmesserjanein
Akkulaufzeitbis zu 7 Tagebis zu 7 Tage
Akku mit Dauer-GPSk.A. (vrsl. bis 5 Stunden)bis 5 Stunden
NFCneinja
Wasserschutz5 ATM + IP685 ATM
Akkutauschjanein
  • Display und Bedienung: Laut Google ist der Bildschirm rund 45 Prozent größer und mehr als 40 Prozent heller als beim Charge 6. Die Oberfläche wurde komplett neu gestaltet und orientiert sich mit Widgets und Kacheln an der Pixel Watch 5. Dazu kommen zehn neue Zifferblätter und eine überarbeitete Seitentaste mit haptischem Feedback.
  • Höhenmesser: In unserem Test des Fitbit Charge 6 haben wir den fehlenden Höhenmesser kritisiert. Das Fitbit Edge hat jetzt einen an Bord und erfasst zusätzlich Höhenmeter bei Hügelläufen, Treppen oder Wanderungen.
  • GPS: Google verspricht eine um bis zu 40 Prozent genauere Ortung als bei früheren Generationen. Spannender ist die Ausdauer: Mit dauerhaft aktivem GPS soll das Edge bis zu zehn Stunden durchhalten, doppelt so lange wie der Charge 6.
  • Training: Mehr als 50 Trainingsmodi startest du direkt am Handgelenk, beim Vorgänger waren es „mehr als 40“.
  • Akku und Laden: Im Alltag bleibt es bei bis zu sieben Tagen. Mit Always-on-Display sind es aber nur noch zwei statt drei Tage. Neu ist die Schnellladefunktion: Fünf Minuten am Kabel sollen für einen Tag reichen, voll ist der Akku nach etwa 90 Minuten. Den dafür vorausgesetzten 30-Watt-Adapter musst du allerdings separat kaufen.
  • Gesundheit: EKG-App, Warnungen bei Vorhofflimmern, SpO2, Herzfrequenzvariabilität und Hauttemperatur kennst du schon vom Vorgänger. Neu ist das Zyklustracking direkt am Handgelenk. Die Trends zu Blutdruck und Insulinresistenz gibt es nur mit (nach drei Monaten) kostenpflichtigem Google Health Premium.
  • NFC: Ziemlich überraschend ist, dass beim neuen Google Fitbit Edge kein NFC-Chip an Bord ist. Damit kannst du dieses Wearable nicht für mobiles Bezahlen benutzen. Der Vorgänger bot dieses praktische Extra noch.
Google Fitbit Edge beim Sport-Workout an der Hand einer Frau.
Viele Sportfunktionen erkennt das Google Fitbit Edge automatisch. Bildquelle: Google

Die Navigation per Google Maps am Handgelenk soll laut Google erst im Laufe des Herbstes folgen. Kommende Updates solltest du also auf jeden Fall im Blick behalten.

Zwischen Fitbit Air und Pixel Watch: Hier positioniert Google das Edge

Mit dem Edge ordnet Google seine Wearables neu. Ganz unten steht das Fitbit Air (Test) für 99,99 Euro, ein Band ohne Display, das primär Whoop Konkurrenz macht. Ganz oben steht die Pixel Watch 5 als ausgewachsene Smartwatch, die in der 45-Millimeter-Version 449 Euro kostet.

Google Fitbit Air (links), Fitbit Edge (Mitte) und Pixel Watch 5.
Google Fitbit Air (links), Fitbit Edge (Mitte) und Pixel Watch 5. Bildquelle: Google

Das Edge besetzt genau die Lücke dazwischen. Es richtet sich an alle, die ihre Daten direkt am Handgelenk sehen wollen, aber keine vollwertige Smartwatch brauchen. Der Wettbewerb in dieser Klasse ist allerdings hart. Das Xiaomi Smart Band 10 Pro kostet knapp 70 Euro, das Huawei Band 10 gibt es schon für etwa 23 Euro. Beim Huawei-Band verzichtest du aber beispielsweise auf EKG und Navigation.

Und auch der eigene Vorgänger wird zur Konkurrenz: Den Fitness-Tracker Fitbit Charge 6 bekommst du im Handel inzwischen teils unter 80 Euro, also für weniger als die Hälfte des Edge-Preises.

Preis, Verfügbarkeit und Abo

Das Fitbit Edge kostet 179,99 Euro und ist ab sofort im Google Store und im Handel vorbestellbar. Ab dem 27. Oktober steht es in den Läden. Zur Wahl stehen vier Gehäusefarben: Mattschwarz, Satinsilber, Olive (satiniertes Pyrit) und Rose-Orange. Die Stephen Curry Special Edition kostet mit Nylonarmband 219,99 Euro. Gekoppelt wird das Edge mit Smartphones ab Android 11 oder iOS 16.4, ein Google-Konto ist Pflicht.

Google Fitbit Edge in der Stephen Curry Edition.
Google Fitbit Edge in der Stephen Curry Special Edition. Bildquelle: Google

Beim Kauf bekommst du drei Monate Google Health Premium gratis. Danach werden 8,99 Euro im Monat fällig, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Und schon der Test des Google Fitbit Air hat gezeigt, dass ein solches Abo sehr sinnvoll ist, wenn du die Vorzüge des Wearables in vollen Zügen nutzen und genießen möchtest.

Preis-Leistung: Fair, wenn du lange dabeibleibst

Gegenüber dem Charge 6 verlangt Google hinsichtlich des Unverbindlichen Verkaufspreises (UVP) 20 Euro mehr. Dafür bekommst du ein deutlich größeres Display, einen Höhenmesser, die doppelte GPS-Laufzeit und vor allem einen tauschbaren Akku. Für sich genommen ist der Aufpreis damit gerechtfertigt, wenn du auf mobiles Bezahlen am Handgelenk verzichten kannst.

Eines darfst du aber nicht vergessen: Viele Funktionen, mit denen Google wirbt, laufen nur mit Premium-Abo. Etwa der KI-Coach mit Gemini, adaptive Trainingspläne sowie die Blutdruck- und Insulintrends. Nutzt du das zwei Jahre lang und zahlst monatlich, kommen nach dem Gratiszeitraum knapp 190 Euro dazu – mehr als der Tracker selbst kostet.

Profilbild von Hayo Lücke

Kommentar

Von Hayo Lücke

Wer einen Tracker für mehrere Jahre sucht und Wert auf Gesundheitsdaten legt, bekommt mit dem Fitbit Edge ein rundes Paket. Wer nur Schritte, Puls und Schlaf im Blick behalten will, ist mit einem günstigen Band oder einem reduzierten Charge 6 besser bedient. Der Akkutausch bleibt das stärkste Argument. Er macht das Edge zum ersten Fitbit-Wearable, bei dem sich ein höherer Kaufpreis über die Jahre auszahlen kann.

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