Milliardenklage: Videoplattform soll illegal sensible Kinderdaten gesammelt haben

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Die Videoplattform TikTok stand schon öfters in der Kritik. Die aktuellen Vorwürfe sind allerdings besonders ernst, denn sie betreffen vor allem Minderjährige. Die Folgen könnten für TikTok enorm sein.
Handy KindersicherungBildquelle: Pixabay

Die Video-App TikTok genießt insbesondere bei Jugendlichen eine hohe Beliebtheit. Allein über Googles Play Store wurde die Anwendung über 1 Milliarde Mal heruntergeladen und die Bewertung von 4,5 von 5 Sternen spricht für sich selbst. Demnächst könnten die Betreiber jedoch mit einer Milliardensumme in Form von Schadensersatz-Pflichten konfrontiert werde. Der Grund: eine Klage vor einem britischen Gericht.

TikTok: Mit Kinderdaten Geld verdient?

Laut Informationen der BBC wurde die Klage vergangenes Jahr im Namen eines anonymen zwölfjährigen Mädchens eingereicht und anschließend von der ehemaligen Kinderbeauftragten Englands, Anne Longfield, unterstützt. TikTok beziehungsweise dessen chinesischer Betreiber ByteDance sollen seit dem 25. Mai 2018 zahlreiche persönliche Daten von Kindern aus England und der Europäischen Union gesetzwidrig erhoben haben. Laut Longfield sei TikTok eher ein „Datenerfassungsdienst, der oberflächlich als soziales Netzwerk verschleiert ist“. Konkret soll das Unternehmen mitunter die Telefonnummern, physische Standorte, biometrische Daten und Videos von Kindern erfasst und anschließend für Vermarktungs- und Werbezwecke genutzt beziehungsweise an unbekannte Dritte weitergegeben haben – und das ohne angemessene Warnungen, Transparenz oder die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

Sollte die Sammelklage Erfolg haben, könnte jedem betroffenen Kind eine Schadensersatz-Summe im vierstelligen Bereich zugesprochen werden. Insgesamt ergebe sich so ein Milliardenbetrag. Allerdings hat TikTok die Vorwürfe bereits zurückgewiesen. Laut einem Sprecher des Unternehmens seien Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer die oberste Priorität für TikTok. Die Videoplattform hätte solide Richtlinien, Prozesse und Technologien, um die Anwender zu beschützen. Weiterhin glaubt TikTok, dass die Anschuldigungen unbegründet seien. Darum beabsichtigt sich das Unternehmen vor Gericht mit allen Mitteln zu verteidigen.

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