Microsoft macht Belauschen von Kunden über Skype und Cortana offiziell

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Die größten Anbietern digitaler Produkte in der westlichen Welt haben alle ihre Kunden belauscht und Audioaufnahmen systematisch ausgewertet. Microsoft, das zurzeit wertvollste Unternehmen der Welt, schreibt das Vorgehen nun auch in seine Datenschutzerklärung. Damit wird es nicht nur offiziell, sondern auch legitimiert – zumindest aus Datenschutz-Sicht.
Microsoft Laptop auf einem Schreibtisch mit Windows
Bildquelle: Microsoft

Amazon, Apple, Google, Facebook und auch Microsoft haben allesamt die Kunden ausgehorcht und Audio-Dateien von Mitarbeitern oder Drittfirmen auswerten lassen. Der Grund dafür ist laut den Unternehmen die Verbesserung der KI, die Audio-Befehle entgegennimmt oder beim Beispiel Skype die Live-Übersetzung erledigt.

Microsoft nimmt menschliches Auswerten in Datenschutzerklärung auf

Microsoft hat das Vorgehen in seiner Datenschutzerklärung aufgenommen. Unter dem Punkt „Wie wir personenbezogene Daten verwenden“ findet sich der Hinweis darauf: „Die Verarbeitung personenbezogener Daten für diese Zwecke umfasst sowohl automatisierte als auch manuelle (menschliche) Verarbeitungsmethoden.“ Dass man dabei auch Skype-Gespräche wird in einem anderen Abschnitt deutlich: „Andere Inhalte, die wir erfassen, wenn wir Produkte bereitstellen, umfassen Mitteilungen, einschließlich Audio, Video, Text (eingeben, gezeichnet, diktierte oder anderweitig) in Nachrichten, E-Mail, Anruf, Besprechungsanfragen oder Chat.“

Nach den Enthüllungen um die Analysemethoden der Anbieter haben die meisten auf eine Fortführung der menschlichen Analyse verzichtet. Doch die Hintertür bleibt offen. Meist wird von einer Pausierung und nicht von einem Ende der menschlichen Auswertungen gesprochen.

Abhören von Skype und Facebook Chat

Bei den menschlichen Auswertungen sollte man zwei Ebenen betrachten. Zum einen dürfte es jedem Nutzer klar sein, dass er mit einem Befehl an Cortana, Siri oder Alexa mit einem Computersystem spricht und das gesprochene Wort aufgenommen, gespeichert und analysiert wird. Diese Voraussetzung ist in einem Chat wie Skype oder Facebook-Chat nicht gegeben.

Damit spielen diese Analysen in einer anderen Liga als die Auswertungen von Sprachbefehlen an einen digitalen Assistenten. Microsoft kann man noch zugute halten, dass man einen Live-Übersetzer einsetzt und so ebenfalls relativ klar ist, dass der Eingriff eines Computersystems nötig ist. Wie sich jedoch die Auswertungen mit dem Fernmeldegesetz in Deutschland vertragen, ist nicht klar. Das verbietet die Aufzeichnung des fernmündlich gesprochenen privaten Wortes ohne Hinweis darauf.

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