Auch Apple hört mit: Siri zeichnet intime Momente auf

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Die Skandal-Serie um intelligente Sprachassistenten reißt nicht ab. Nicht nur Amazons Alexa zeichnet private Gespräche auf und leitet sie unverschlüsselt weiter. Nun ist es auch an Apples Siri: Der Sprachassistent soll ebenfalls intime Momente aufzeichnen und an Partner von Apple zur Analyse senden.
Tim Cook neben dem Apple-Lohgo
Bildquelle: Apple

Sprachassistenten scheinen mit einem zweischneidigen Schwert vergleichbar zu sein: Einerseits bieten sie ihren Nutzern ausreichend Komfort im Alltag, andererseits erhalten sie auch die Erlaubnis permanent mitzuhören. Die Crux: Siri, Alexa, der Assistant und Co. hören nicht nur dann mit, wenn man sie ruft, sondern auch in Momenten, in denen Nutzer sich alleine wähnen und Privatsphäre schätzen. Dass das zum Verhängnis werden kann, haben Skandale um Amazons Alexa und dem Google Assistant bereits offenbart.

Einem exklusiven Bericht des Magazins The Guardian zufolge soll auch Siri intime Momente seiner Nutzer aufzeichnen. Das Magazin bezieht sich dabei auf interne, nicht näher genannte Quellen. Zu hören waren nicht nur Aufnahmen während des Sex, sondern auch Arztgespräche oder Dialoge bei Drogengeschäften. Darüber hinaus soll Apple private sowie jene Mitschnitte, in denen Nutzer Siri bewusst aktivierten, an Vertragspartner zur Analyse senden.

Apple bezieht Stellung

Gegenüber The Guardian scheint Apple den Umstand, dass Sprachdateien von Siri an Dritte versendet werden, zu bestätigen. Der Hersteller betont, dass sie aber ausschließlich zu Analysezwecken genutzt würden. Dies solle zur Verbesserung von Siri dienen. Allerdings sollen den Daten angeblich keine Apple-ID zugewiesen werden können.

Anders sieht das die Quelle des Magazins, die angibt, eine Vielzahl solcher Fälle beobachtet zu haben. In zahlreichen Momenten zeichnete Siri private Momente in unterschiedlichsten Kontexten auf. Dabei ist es nicht primär das iPhone, dass Gespräche, Diskussionen oder sonstige Abhandlungen aufnimmt, sondern vielmehr die Apple Watch oder der Homepod von Apple. Sie sind in der Lage, bis zu 30 Sekunden lang Gespräche mitzuschneiden.

Privatsphäre nichtig

Apple warb Anfang 2019 noch auf dem WWDC 2019 damit, dass man Privatsphäre groß schreibe: „Was auf Ihrem Telefon passiert, bleibt auf Ihrem Telefon.“ Dies ist offenbar nicht der Fall.

Wie The Guardian weiterhin zu berichten weiß, soll es entgegen der Aussage Apples letztlich einfach sein, die Mitschnitte von Siri Personen eindeutig zuzuordnen. Hinzu käme, dass Siri teilweise Namen und Adressen mit aufzeichnete. Wie es nun für Nutzer weitergeht und wie Apple mit dem Abhör-Skandal umgeht, bleibt vorerst noch abzuwarten.

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