Diese Bosch-Innovation für Straßensicherheit kennen wir schon seit fast 100 Jahren

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Bosch hat sich bei seiner neuesten Erfindung für das Auto von morgen von einer simplen Technik von gestern inspirieren lassen. Die Sonnenblende hat es dem deutschen Unternehmen angetan. Die Bosch-Version des Schatten-Spenders über der Windschutzscheibe ist aber natürlich an die heutige Welt und Ansprüche angepasst und soll im Zweifel Leben retten. Auf der CES haben wir uns die Erfindung genauer angesehen.
Bosch-Sonnenblende mit Fahrerin
Bildquelle: Bosch

Die neue Bosch Sonnenblende besteht aus zwei Elementen. Einmal der Blende an sich – einem transparenten Waben-Schild – und einmal aus einer Sensor-Kamera, die den Fahrer scannt. Diese Kamera erkennt das Gesicht des Fahrers und insbesondere Blick, Blickrichtung und Kopfbewegungen. Verarbeitet sendet die Kamera nun Informationen an die Sonnenblende, die bei Schatten komplett transparent und sicht- sowie lichtdurchlässig ist.

So funktioniert die Bosch Sonnenblende

Bei Sonneneinstrahlung erzeugt die Wabenstruktur auf der Sonnenblende – technisch korrekt ist das ein transparentes LCD-Display – einen Schatten auf der Augenpartie des Fahrers. Die ist so klein wie nur nötig und gewährleistet maximal mögliche und ungestörte Sicht auf die Straße. Bei Bewegungen des Kopfes wandert das Schattenfeld mit und sorgt somit für einen stetigen Schatten auf dem Fahrergesicht. Nebeneffekt: Malerisches Fahren in den Sonnenuntergang hinein ist weniger anstrengend und für die Augen gesünder.

Die Inspiration kommt also von der klassischen Sonnenblende, meist aus Kunststoff und mit Stoff überzogen – beim Beifahrer samt Schminkspiegelchen bekannt. Bereits sei 95 Jahren ist diese einfache Version bekannt, wie Bosch auf der CES-Pressekonferenz einführend anmerkte.

Bosch-Sonnenblende im Vergleich
Vergleich der beiden Sonnenblenden-Versionen alt und neu. Das Sichtfeld wird deutlich größer.

Not macht erfinderisch

Bosch bezieht sich beim Bewerben der Sonnenblenden-Entwicklung auf die US-Behörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA). Demnach versursache blendendes Sonnenlicht doppelt so viele Unfälle, wie Nebel, Glätet und andere Witterungsbedingungen. Relativierend muss man hier anführen, dass die Sonne ganzjährig scheint, während Glätte nur im Winter zur Gefahr wird. Dennoch: Auch das Statistische Bundesamt meldet für Deutschland 3.756 Verkehrsunfälle, die auch oder voll auf blendendes Sonnenlicht zurückzuführen sind.

Bosch-Sonnenblende ausprobiert
Die Bosch-Sonnenblende im CES-Demo-Modell.

Herkömmliche Sonnenblenden bekämpfen das Symptom des Blendens schon gut. Allerdings versperren sie einen Teil des Sichtfeldes. Auf dieser These fußt Boschs neue Sonnenblenden-Innovation, die auf der CES 2020 in Las Vegas zum ersten Mal gezeigt wurde.

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Kommentar

Von Michael Stupp

Im Demo-Test konnten wir uns schon mal auf einen Fahrersitz setzen, der mit der Sonnenblende ausgestattet war. Die Funktion ist komplex, die Ausführung aber extrem simpel. Hier hat Bosch eine sinnvolle Hilfe geschaffen, die den Straßenverkehr sicherer machen kann und obendrein recht schnell auch auf dem breiten Markt Premiere feiern kann. Interessant: Bei allen Auto-Innovationen, die es auf der CES und gemäß dem aktuellen Zeitgeist so gibt, ist die Bosch-Sonnenblende eine, die kein vernetztes oder gar (teil-)automatisiertes Fahren voraussetzt oder antreibt. Es ist eine der wenigen Weiterentwicklungen, die den Fahrer und nicht das Fahrzeug in den Mittelpunkt stellt.

Bildquellen

  • Bosch-Sonnenblende im Vergleich: Bosch
  • Bosch-Sonnenblende ausprobiert: Michael Stupp
  • Bosch-Sonnenblende mit Fahrerin: Bosch
USB-C-Stecker mit rotem Kabel.
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