Die neue E-Auto-Förderung funktioniert, hat aber einen gewaltigen Haken

3 Minuten
Elektroautos sind umstritten. Vielleicht sogar noch mehr, als Wärmepumpen. Seit Mai 2026 soll eine großzügige Förderung der Technologie einen kleinen Schubser geben. Und das scheint auch zu funktionieren. Wäre da nur nicht ein großer Haken, der die Förderung für viele absolut uninteressant macht.
Mann mit Ladekabel für ein E-Auto
Die neue E-Auto-Förderung funktioniert, hat aber einen großen HakenBildquelle: FabrikaSimf / shutterstock.com

Im Mai 2026 kehrte die Förderung für E-Autos zurück. Und das sogar rückwirkend für alle Neuzulassungen ab dem 1. Januar. Die Bundesregierung investiert stolze drei Milliarden Euro in das Projekt, was schätzungsweise für bis zu 800.000 Fahrzeuge reichen soll. Für Elektroautos sind dabei bis zu 6.000 Euro pro Auto möglich, während Plug-in-Hybride mit bis zu 4.500 Euro gefördert werden. Und ja, das Konzept scheint aufzugehen.

Laut einer aktuellen Analyse des Versicherers HUK-Coburg sind im ersten Quartal 2026 so viele Deutsche privat von einem Verbrenner auf ein reines Elektroauto umgestiegen wie nie zuvor. In Zahlen ausgedrückt traf dies auf 7,5 Prozent aller Fahrzeugwechsel zu. Ein Erfolg für die Prämie, der jedoch noch einmal deutlich größer hätte ausfallen können. Denn die Regierung entschied sich bewusst gegen eine Förderung für Gebrauchtwagen. Zumindest bisher.

Keine Gebrauchtwagen-Strategie, stattdessen Plug-in-Hybride

Es dürfte für niemanden eine Überraschung sein, dass Autos ziemlich teuer sind. Das gilt insbesondere für Neuwagen. Deshalb setzen zig Millionen Menschen in Deutschland ausnahmslos auf Gebrauchtwagen. Und warum auch nicht? Schließlich verlieren Pkw gerade in den ersten Jahren ziemlich schnell an Wert.

Der Markt für Elektroautos ist noch jung, doch auch hier sind Gebrauchtwagen deutlich erschwinglicher als fabrikneue Modelle. Experten unterstreichen, dass eine Förderung von genau solchen preiswerten E-Gebrauchtwagen diese für Menschen mit geringem Einkommen deutlich attraktiver machen würde. Also solche, die sich keine teuren E-Autos leisten können. Auch dann nicht, wenn sie eigentlich Interesse daran hätten. Diese Meinung vertritt auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

„Für viele Verbraucher wird der gebrauchte Stromer zum entscheidenden Einstiegshebel in die Elektromobilität“, sagt Jürgen Hasler, Hauptgeschäftsführer des ZDK. Deshalb müsse man den E-Gebrauchtwagenmarkt stärker in den Fokus rücken. Bezahlbare Fahrzeuge, transparente Batteriezustandsbewertungen und gezielte Unterstützungsmaßnahmen würden hier zusätzliche Dynamik erzeugen.

Stattdessen fördert die Bundesregierung, Plug-in-Hybride mit Verbrennungsmotor und entsprechend einer deutlich schlechteren Umweltbilanz – was ebenfalls ein häufiger Kritikpunkt im öffentlichen Diskurs ist. Die Gebrauchtwagenförderung für E-Autos will das Bundesumweltministerium hingegen frühestens ab 2027 prüfen. Bis dahin bleiben E-Gebrauchtwagen für viele Interessierte weiterhin unerschwinglich.

Statistik zum Erfolg der E-Auto-Förderung
Anteil an Umstiegen von Autos mit Verbrennungsmotor zu reinen Elektroautos gegenüber allen Fahrzeugwechseln im HUK-Bestand. Bildquelle: HUK-Coburg

Neue Elektroauto-Förderung im Überblick

Die neue Förderung sieht eine soziale Staffelung nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen vor. Zudem fällt ins Gewicht, ob Käufer minderjährige Kinder haben sowie deren Zahl. Die Maximalförderung bekommen Verbraucher mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von maximal 45.000 Euro und mindestens zwei minderjährigen Kindern. Dagegen gehen Personen mit einem höheren Einkommen sowie Kinderlose leer aus.

zu versteuerndes HaushaltsjahesabkommenHaushalt ohne Kinder unter 18 JahrenHaushalt mit einem Kind unter 18 JahrenHaushalt mit zwei und mehr Kindern unter 18 Jahren
85.001 bis 90.000 Euronicht förderfähignicht förderfähig4.000 €
80.001 bis 85.000 Euronicht förderfähig3.500 €4.000 €
60.001 bis 80.000 Euro3.000 €3.500 €4.000 €
45.001 bis 60.000 Euro4.000 €4.500 €5.000 €
bis 45.000 Euro5.000 €5.500 €6.000 €

Die Förderung lässt sich über die Förderzentrale Deutschland (FZD) beantragen. Dafür wird ein BundID-Konto benötigt, das Bürger per Online-Ausweis oder ELSTER-Zertifikat einrichten können. Ferner erfordert der Antrag zwei aktuelle Einkommenssteuerbescheide aller zum Haushaltsjahreseinkommen beitragenden Personen. Diese dürfen nicht älter als drei Jahre sein und müssen die folgenden Angaben enthalten:

  • Adressat des Steuerbescheides
  • Steuer-ID
  • Datum des Bescheids und Steuerjahr
  • Höhe des zu versteuernden jährlichen Einkommens sowie Informationen zu den kindergeldberechtigten Kindern unter 18 Jahren (Name, Geburtsdatum)

Bildquellen

  • Anteil an Umstiegen von Autos mit Verbrennungsmotor zu reinen Elektroautos an allen Fahrzeugwechseln im HUK-Bestand.: HUK-Coburg
  • Kunden der Deutschen Bahn müssen jetzt mit Betrug rechnen: Kittyfly / shutterstock.com
  • Die neue E-Auto-Förderung funktioniert, hat aber einen großen Haken: FabrikaSimf / shutterstock.com

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2 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Karsten Frei

    Förderung hin, Förderung her.
    Mein E-Auto ist letztes WE kaput gegengen.
    Kostenvoranschlag vom Mercedes —– 9000! €, nur Ersatzteile, die Arbeit kostet extra.
    Ein Rat vom Kundenberater, Auto verschrotten und sich ein Verbrenner kaufen, solange es noch geht.
    Die Gesetzeslage in Deutschland erlaubt den Autoherstellern geplante Obsoleszenz richtig durchzusetzen. Die Autos werden auf ca.10 Jahren Lebensdauer gebaut und dabei so gebaut, dass eine Reparatur finanziell nicht mehr lohnt.

  2. Nutzerbild Bolli

    Mensch Karsten, Du auch, – Du hast Dich auch verführen lassen so eine E – Marmel zu kaufen.
    Hätte ich nicht erwartet!
    Wir warten erst einmal ab, vielleicht gibt es demnächst preiswerteren Rückläufer Ersatz von der Ostfront.
    😎😎😇😇

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