Fast jedes vierte neu zugelassene Auto in Deutschland fährt bereits vollelektrisch – und auch der Gebrauchtwagenmarkt boomt. Allein im ersten Quartal 2025 wechselten hierzulande fast 80.000 gebrauchte E-Autos den Besitzer. Und mit Leasing-Rückläufen, die mehr und mehr auf den Markt kommen, wird das Angebot an gebrauchten E-Autos immer weiter wachsen. Umso wichtiger ist es, die Kniffe, beim E-Auto-Gebrauchtwagenkauf genau zu kennen. Und genau darüber haben wir in unserer neuesten Folge des überMORGEN Podcasts von inside digital gesprochen.
Der Akku ist König – und ein Zertifikat Pflicht
Das Herzstück jedes Elektroautos ist der Akku, und er ist auch das teuerste Bauteil. Wer ein gebrauchtes E-Auto kauft, kommt am sogenannten State-of-Health-Wert (SoH) nicht vorbei. Alles zwischen 90 und 100 Prozent gilt als neuwertig, zwischen 80 und 90 Prozent ist der Zustand noch gut. Darunter rät unser E-Auto-Experte Hayo Lücke klar von einem Kauf ab – denn dann sinkt auch die Reichweite spürbar und oft erlischt auch die Garantie. Und die wichtigste Regel: Ein Batteriezertifikat ist absolutes Muss. Wer keins bekommt, sollte den Kauf abblasen – oder im Zweifel auf eigene Kosten eines bei DEKRA oder in einem Prüfzentrum des ADAC erstellen lassen.
Reichweite realistisch einschätzen
Wichtig ist auch, bei einem E-Auto-Kauf (egal, ob neu oder gebraucht), das persönliche Reichweitenprofil zu kennen. Der oft beworbene WLTP-Wert sagt wenig über die Alltagsrealität aus. Als Faustregel gilt: Rund ein Viertel abziehen – dann erhält man einen realistischen Wert für die Langstrecke. Wer gerne schneller als 130 km/h fährt, muss einen noch höheren Reichweitenverlust einkalkulieren. Für den Stadtpendler oder Normalfahrer ist das aber selten ein Problem.
Laden zu Hause schlägt alles
Und wie läuft das mit dem Aufladen? Wer eine Wallbox zu Hause nutzen kann, hat den größten Vorteil: Ein 60-kWh-Akku lässt sich gegenwärtig ohne Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach für rund 20 Euro aufladen und bringt 300 bis 400 Kilometer Reichweite. Für rund 40 Euro kommt man also auf rund 800 Kilometer Reichweite. Für die gleiche Reichweite musst du bei einem Benziner oder Diesel gegenwärtig wegen des hohen Spritpreises mehr als 100 Euro bezahlen. Öffentliche Ladesäulen sind hingegen teurer – mehr als 60 Cent pro kWh sollten laut Experte Lücke bei der Nutzung die Ausnahme bleiben. Sonst lässt sich gegenüber einem Verbrenner nämlich nur wenig sparen.
Kaufen oder leasen?
Wegen der rasanten Entwicklung bei aktuellen Batterietechnologien und dem noch hohen Wertverlust tendiert unser E-Auto-Experte aktuell eher zu Leasing oder Abo-Modellen. Wer aber ein klares Pendelprofil hat und zu Hause laden kann, für den kann ein gebrauchtes E-Auto eine echte Chance sein – finanziell und ökologisch.
Checkliste für den Kauf
Erstens: Unbedingt den Batteriezustand prüfen und ein Batteriezertifikat aushändigen lassen. Zweitens: Lademöglichkeiten im Alltag klären. Am günstigsten ist das Aufladen zu Hause. Bei häufigem Aufladen an öffentlichen Schnellladern schmilzt der Preisvorteil gegenüber Verbrennern schnell dahin. Und drittens: Fahrzeughistorie ansehen, Wartungsbelege checken und AC-Ladekabel im Kofferraum oder im Frunk nicht vergessen. Das gehört auch bei einem gebrauchten E-Auto als Zubehör unbedingt dazu.
Und warum sollte man sich auf die Zukunft mit dem E-Auto freuen? Hayo Lücke ist sich sicher, dass die Entwicklung besonders bei aktuellen Batterietechnologien schnell voranschreiten wird. Wir werden in den kommenden Jahren nicht mehr über Reichweitenangst sprechen und auch die Standzeiten beim Laden werden sich immer weiter verkürzen. E-Mobilität wird uns früher oder später alle beschäftigen – mit allen Vorteilen, die sie mit sich bringt.
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