Die chinesische SAIC-Marke MG gewinnt im deutschen E-Auto-Markt mehr und mehr an Boden – und das vorwiegend dank konsequenter Preispolitik. Mit dem MG4 EV Urban positioniert sich MG als eigenständiges, günstigeres Einstiegsmodell parallel zum klassischen MG4 EV und spricht damit eine breite Käuferschicht an. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses E-Autos ist fast schon lächerlich attraktiv. Warum? Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt es.
MG will mit Preis-Leistung punkten
Der neue Urban – ausgestattet mit Front- statt Heckantrieb beim Vorgänger – steht mit einem Basispreis von knapp 25.000 Euro zur Verfügung. Doch die tatsächliche Wahrheit ist, dass es dieses E-Auto bereits ab knapp 13.000 Euro zu kaufen gibt. Denn neben einer staatlichen E-Auto-Prämie von bis zu 6.000 Euro gewährt auch der Hersteller aktuell – und noch mindestens bis Ende Juni – 6.000 Euro E-Auto-Rabatt. Und das hat zur Folge, dass du bei MG den neuesten vollelektrischen Kleinwagen derzeit zu einem echten Kracherpreis kaufen kannst. Mit einer für den Alltag ordentlichen Ausstattung und – für manche Käuferschicht vielleicht noch wichtiger – attraktiv viel Platz im Innenraum; auch auf den hinteren Plätzen.
In Summe kommt MG im bisherigen Jahresverlauf (Januar bis April) bei den Neuzulassungen bereits auf einen Marktanteil von 0,9 Prozent. Das geht aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor. Rund 9.000 Neuzulassungen konnte der Hersteller auf sich verbuchen, davon knapp 2.000 mit vollelektrischem Antrieb. Und der M4 EV Urban dürfte diese Zahlen in den kommenden Monaten weiter antreiben.
Neues MG-Werk in Spanien kommt
Der Hersteller selbst geht davon aus, dass nach rund 26.500 Neuzulassungen im vergangenen Jahr schon in Kürze rund 100.000 Fahrzeuge mit MG-Logo auf deutschen Straßen unterwegs sein werden. Ab 2027 produziert MG seine Autos auch in einem Werk in Spanien (Galicien) – mit einer Kapazität von 120.000 Fahrzeugen pro Jahr. Zuletzt hatte MG in Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main bereits im Mai ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eingerichtet.
Parallel zur Expansion mit neuen Modellen erweitert MG auch das Vertriebsnetz in Deutschland. Von rund 185 soll die Zahl der Handelspartner bis Ende 2026 auf etwa 220 steigen. Und die werden voraussichtlich ab Juli auch zwei ganz besondere E-Auto-Modelle vermarkten können. Mit dem MG IM5 (Limousine) und dem MG IM6 (SUV) startet nämlich die neue Generation intelligenter E-Mobilität.

Top-Ausstattung an Bord
Mit 800-Volt-Technik für schnelles Aufladen (bis zu 350 kW) und modernen Antriebstechnologien (bis zu 553 kW / 751 PS) sollen diese Autos vor allem Menschen ansprechen, die sich ein Gefährt für sportliches Fahren wünschen. Und das auf Basis einer WLTP-Reichweite von bis zu 655 Kilometern und innovativen Features wie einer Allradlenkung, die den Wendekreis auf unter zehn Meter drückt.
MG will also nicht nur mit preiswerten, sondern auch mit technisch ausgereiften Produkten überzeugen. Und damit könnte der Hersteller die etablierte Konkurrenz am deutschen Markt noch ordentlich unter Druck setzen.
MG verfolgt aktuell eine klare Strategie. Mit dem MG4 EV Urban bringt der Hersteller ein Elektroauto auf den Markt, das primär über den Preis viele Interessenten ansprechen dürfte. Gleichzeitig investiert MG in neue Modelle, den Ausbau des Händlernetzes und die europäische Produktion. Wenn dieser Kurs beibehalten wird, stehen die Chancen gut, dass sich die Marke in Deutschland weitere Marktanteile sichert und langfristig – parallel zu anderen chinesischen Schwergewichten wie BYD – etabliert.
