Digitale Patientenakte: Sind deine Daten analog sicherer?

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Nach dem digitalen Impfausweis und dem E-Rezept kommt nun auch die digitale Patientenakte. Sie soll der Zettelwirtschaft ein Ende bereiten. Doch mehr Digitalität bedeutet auch, dass potenziell mehr Menschen Zugriff auf deine Daten haben.
Ein Stethoskop liegt vor einem Laptop, auf dessen Tastatur eine Person tippt.
Streit um die E-Patientenakte.Bildquelle: Unsplash

Anfang des Monats startete nicht nur die Testphase für das E-Rezept, sondern in finaler Form auch die elektronische Patientenakte (ePA). Sie haben eins gemeinsam: Sie sollen sowohl Ärzten als auch Patienten eine einfachere Handhabung ermöglichen, zeitgleich aber auch den papiernen Aufwand reduzieren. Doch besonders die E-Patientenakte löst Streit aus.

E-Patientenakte: Was ist mit all den Daten?

Der Hintergrund dazu ist, dass viele verschiedene Industrieverbände Zugriff auf die Patientendaten fordern. Wie Heise Online berichtet, wollen der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) sowie die Bitkom und der Zentralverband der Elektronikindustrie (ZVEI) einen einfachen Zugriff auf die in der digitalen Akte hinterlegten Patientendaten haben. Das Hauptargument ist Forschung.

Seit der DSGVO muss jeder Patient bereits analog eine Einwilligung abgeben, wenn Ärzte ihre Daten zu Forschungszwecken weitergeben wollen. Auch bei der digitalen Patientenakte ist das der Fall. Allerdings gibt es hier nur Schwarz oder Weiß: Entweder Externe sehen alle Daten oder gar keine. Eine Zwischenlösung gibt es nicht.

Das kritisieren auch die Verbände und fordern, dass die E-Patientenakte für die Forschung geöffnet beziehungsweise kompatibler werden müsse.

Änderungen stehen weiterhin an

Da die Daten bislang nur ganz oder gar nicht mit Externen geteilt werden können, soll die digitale Akte ein Update bekommen. Damit sollen Patienten nicht nur jeden Datensatz ihrer Akte einzeln einsehen können, sondern für jeden einzelnen auch eine Freigabe erteilen. Einerseits sei das von Patienten zu viel verlangt und zu kompliziert, zitiert Deutschlandfunk Kultur den Vorsitzenden des Sachverständigenrats, Ferdinand Gerlach.

Andererseits warnen die Industrieverbände davor, dass die Forschung mittels Gesundheitsdaten mit diesem Schritt wahrscheinlich nicht mehr möglich sei. Eine „Spitzenforschung“ und medizinische Erkenntnisse seien aber nur dann möglich, wenn Patienten ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen. Stattdessen fordern sie eine zentrale digitale Einwilligung für die Nutzung von Patientendaten zu Forschungszwecken. „Das erhöht die Autonomie der Patientinnen und Patienten bei voller Transparenz über laufende Forschungsvorhaben und der daraus resultierenden Ergebnisse. Das wiederum stärkt die industrielle Forschung in Deutschland“, so die Verbände zur E-Patientenakte in einem veröffentlichten Paper.

Inwiefern sich Verbände, Politiker und Datenschützer einigen, bleibt abzuwarten.

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