Wer Heizkosten sparen möchte, dem stehen viele Hebel zur Verfügung. Bereits eine Nachtabsenkung und das Lüften des Heizkörpers können ordentlich Geld sparen. Außerdem wird Treue zum Anbieter längst nicht mehr belohnt, sondern resultiert in teuren Verträgen ohne Boni. Deshalb empfiehlt es sich, Anbieterwechsel so oft wie möglich durchzuführen. Und bei jedem Wechsel stets ein Preisvergleichsportal zu konsultieren. Eine weitere Maßnahme ist wenig bekannt. Dabei soll diese bis zu 22 Prozent Energieeinsparung bringen. Die Rede ist von sogenannten Heizkörperventilatoren. Was steckt dahinter?
Funktionsprinzip von Heizkörperventilatoren
Bei Heizkörperventilatoren handelt es sich meistens um eine kleine Leiste mit mehreren Lüftern, die am Heizkörper oder Konvektor angebracht werden und warme Luft besser im Raum verteilen. Nach Angaben des Herstellers Speedcomfort soll durch die Luftzirkulation und eine doppelt so schnelle Wärmeverteilung das Thermostat ohne Komfortverlust um 1 bis 2 Grad herunterreguliert werden können. Zudem ließe sich die Temperatur des Zentralheizkessels ohne nennenswerte Wärmebeeinträchtigung auf 60 Grad reduzieren. Daraus ergibt sich dann die Einsparung. Und der Eigenverbrauch des Ventilators? Weniger als 32 Cent – pro Jahr.
Auf diese Weise soll der Speedcomfort-Heizkörperventilator, der übrigens nicht der einzige Ventilator auf dem Markt ist, bis zu 22 Prozent Energieeinsparung bringen. Und laut dem Hersteller auch bis zu 22 Prozent Heizkosten einsparen können. Schließlich schaltet die Heizung durch die effizientere Wärmeverteilung früher ab. Ein tolles Gerät also? Durchaus. Doch ganz so positiv, wie die Hersteller Heizkörperventilatoren darstellen, sind sie dann auch wieder nicht.
Optimale Bedingungen erforderlich
Zunächst einmal entsprechen 22 Prozent Energieeinsparung nicht zwangsläufig auch einer Heizkosteneinsparung von 22 Prozent. Schließlich berechnet sich der Gaspreis aus dem Arbeitspreis (in Cent pro Kilowattstunde) und dem verbrauchsunabhängigen Grundpreis.
Ferner hängt die Leistung maßgeblich auch vom verwendeten Heizkörper (Rippenheizkörper, Konvektoren, Einplattenheizkörper etc.), der Raumgröße und der Wärmedämmung ab. Die vollen 22 Prozent Ersparnis dürften im Alltag also eher selten erreicht werden. Zumal es sich bei dem Wert zwar nicht um Herstellerangaben handelt, dieser aber dennoch aus einer durch Speedcomfort in Auftrag gegebenen und folglich nicht vollständig unabhängigen Studie stammt.
Andererseits: Selbst wenn die tatsächliche Kostenersparnis bei 10 Prozent liegen würde, wäre ein Heizkörperventilator dennoch grundsätzlich empfehlenswert und könnte sich je nach Wohnungsgröße in einigen Jahren refinanzieren. Leider ist die tatsächliche Heizkostenersparnis in der Praxis nur schwer zu verifizieren.
Nicht jeder darf Heizkörperventilatoren nutzen
Wer sich einen Heizkörperventilator zulegen möchte, muss auf folgendes achten: Eine Kombination aus zentraler Heizungsanlage und Heizkörperverteilern darf nicht gegeben sein. Laut Interessenverband Mieterschutz e. V. würde die Nutzung von Ventilatoren den Verbrauch zum Nachteil der übrigen Nutzer der zentralen Heizungsanlage verfälschen. Fällt das auf, drohen eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung des Mietvertrags.
Lautstärke
Mit Blick auf die Lüfter von Speedcomfort brauchen sich Käufer nicht um die Lautstärke zu sorgen. Nach Herstellerangaben erzeugen die Heizkörperventilatoren weniger als 20 db(A) – und damit etwa so viel wie das Ticken einer Uhr oder Blätterrauschen.
Nach unserem subjektiven Empfinden könnte der Heizkörperventilator höchstens in der Nacht oder in absolut geräuschlosen Räumen als störend empfunden werden. Denn so ziemlich jedes andere Geräusch im Zimmer ist lauter als das Gerät und überdeckt es. Und in der Nacht empfiehlt sich ohnehin eine Nachtabsenkung.
Fazit
Die Idee hinter Heizkörperventilatoren ist ziemlich interessant und dürfte im Alltag tatsächlich Heizkosten einsparen können. Wie hoch die Ersparnis am Ende ausfällt, ist für den Endverbraucher und dessen Zuhause allerdings kaum nachzuvollziehen. Von den beworbenen 22 Prozent sollte man jedenfalls im Normalfall nicht ausgehen. Wer jedoch über das nötige Kleingeld verfügt und seine Energieeinsparung langfristig höchstmöglich maximieren möchte, macht mit ein paar Heizkörperventilatoren sicher nichts falsch.
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