Jeden Tag rauschen in Deutschland Milliarden E-Mails durchs Netz. Geschäftliches und Privates, Spam, Newsletter, Rechnungen und Liebesbekundungen in CC. Die E-Mail ist das digitale Grundrauschen des Alltags und ersetzt langsam aber sicher die Post und den Briefkasten am Hauseingang. Kaum jemand liebt sie, doch alle brauchen sie. Und obwohl ständig neue Messenger versprechen, alles besser zu machen, landet am Ende doch wieder alles im Posteingang.
Die E-Mail-Adresse und wie wichtig sie ist
Dabei ist die E-Mail-Adresse selbst längst mehr als nur ein Kommunikationsmittel. Sie ist Ausweis, Generalschlüssel, Login für Arbeit, Streaming, Behörden, Arztpraxen und den nächsten Paketdienst. Wer sie hat, hat Zugriff auf weite Teile seines Lebens. Wer seine Zugangsdaten verliert, hat ein Problem. Entsprechend vorsichtig gehen viele mit der Adresse um, die sie sich irgendwann einmal ausgedacht haben.
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Aber: Viele Nutzer sind mit genau dieser einen E-Mail-Adresse unzufrieden. Zu unseriös, zu verspielt oder sie klingt einfach zu sehr nach 2000er Jahren. Ein schlechter Wortwitz, ein Spitzname, eine Zahl zu viel. Aber einfach eine neue Adresse anlegen? Das klingt leichter, als es ist. Denn an der alten hängen Konten, Kontakte, Verträge, Erinnerungen. Sie ist tief im digitalen Leben verankert. Ein E-Mail-Adressen-Wechsel bedeutet Arbeit, Chaos und das Risiko, etwas Wichtiges zu verpassen. Also bleibt alles, wie es ist. Aus Bequemlichkeit wird Dauerzustand.
Was Google jetzt ändert
Genau an dieser Stelle setzt Google nun an und löst ein Problem, das viele still akzeptiert haben. Der Konzern führt eine neue Funktion ein, mit der sich erstmals auch eine @gmail.com-Adresse ändern lässt. Nicht komplett neu, sondern clever: Der alte Name bleibt erhalten, wird zum Alias, die neue Adresse übernimmt offiziell. E-Mails kommen weiterhin im selben Posteingang an, Anmeldungen funktionieren mit beiden Varianten, Daten bleiben unberührt. Das digitale Leben muss nicht umziehen, es bekommt nur einen neuen Klingelknopf.
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Google führt diese E-Mail-Änderung nach eigenen Angaben schrittweise ein. Technisch bedeutet das: Nutzer können ihre bisherige Gmail-Adresse in eine neue Gmail-Adresse mit geändertem Nutzernamen umwandeln. Die alte Adresse bleibt erhalten und kann weiterhin genutzt werden. Bis zu drei solcher Änderungen sind möglich, mit einer Sperrfrist von zwölf Monaten zwischen den Wechseln.
Noch ist die E-Mail-Funktion nicht für alle sichtbar, Hinweise darauf tauchten bislang nur auf einer Supportseite von Google auf. Doch alles deutet darauf hin, dass Google die Neuerung in den kommenden Wochen freischaltet. Sobald es so weit ist, findet sich die Option im Bereich „Mein Konto“. Übrigens: Bei Microsoft Outlook (ehemals Hotmail/Live) gibt es die Alias-Funktion bereits seit rund 15 Jahren.
