Laden fast so schnell wie Tanken: Batterie-Offensive bringt E-Autos näher an Verbrenner

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CATL stellt sechs neue Batterietechnologien vor – mit Ladezeiten von wenigen Minuten, deutlich mehr Reichweite und günstigeren Akkus. Warum diese Innovationen den Alltag mit E-Autos verändern und Verbrenner unter Druck setzen könnten.
E-Auto-Aufladung Symbolbild.
Die größten Probleme von E-Autos greift jetzt der Batteriehersteller CATL an.Bildquelle: ShutterStock.com / UKRID

CATL, Weltmarktführer für E-Auto-Batterien, treibt die Entwicklung der Elektromobilität mit sechs neuen Technologien massiv voran. Beim „Super Technology Day“ in Peking stellte der weltgrößte Batteriehersteller unter anderem neue Hochleistungsakkus, Natrium-Ionen-Batterien sowie kombinierte Lade- und Wechselsysteme vor. Ziel ist es, Reichweite, Ladezeit und Alltagstauglichkeit besonders von E-Autos deutlich zu verbessern.

Neuer Superakku macht E-Autos alltagstauglich

Im Mittelpunkt steht die dritte Generation der Shenxing-Schnellladebatterie. Sie soll sich von 10 auf 98 Prozent in weniger als sieben Minuten laden lassen. Damit rückt das Laden zeitlich deutlich näher an einen klassischen Tankvorgang heran. Selbst bei –30 Grad Celsius verspricht der Hersteller eine Aufladung von 20 auf 98 Prozent in rund neun Minuten. Damit adressiert CATL eines der größten Hemmnisse vieler Autofahrer: lange Ladepausen auf Reisen.

Shenxing Schnellladeakku der dritten Generation
Shenxing Schnellladeakku der dritten Generation von CATL. Image source: CATL

Ebenfalls neu ist die dritte Generation der Qilin-Batterie. Sie soll Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern ermöglichen und dabei mit einem Gewicht von nur 625 Kilogramm leichter gebaut sein als bisherige Systeme. Für größere Fahrzeuge und Langstreckenmodelle präsentierte CATL zudem eine knapp 650 Kilogramm schwere „Qilin Condensed Battery“, die laut Unternehmen in Limousinen sogar bis zu 1.500 Kilometer schaffen kann. Aber selbst für größere SUVs stellt CATL rund 1.000 Kilometer Reichweite in Aussicht.

Für Plug-in-Hybride stellte CATL außerdem die zweite Generation der Freevoy-Batterie vor. Diese kombiniert unterschiedliche Zellchemien und soll rein elektrische Reichweiten von bis zu 600 Kilometern ermöglichen, wenn die NCM-Variante (Nickel-Mangan-Cobalt) verbaut ist. Die LFP-Ausführung (Lithium-Eisenphosphat) schafft immerhin bis zu 500 Kilometer. Damit könnten Hybridfahrzeuge künftig deutlich häufiger lokal emissionsfrei unterwegs sein und auf der Langstrecke bei einem großen verbauten Tank an die 2.000 Kilometer weit kommen.

Natrium-Batterien für kleinere E-Autos

Ein weiterer Schwerpunkt ist die neue Naxtra-Natrium-Ionen-Batterie. Sie kommt ohne Lithium aus, gilt als kostengünstiger und bietet Vorteile bei niedrigen Temperaturen. CATL plant den Serienstart noch Ende 2026. Damit könnte die Technologie besonders für günstigere Elektroautos interessant werden.

Zusätzlich arbeitet CATL an einer vollständig integrierten Infrastruktur aus Schnellladen und Batteriewechselstationen. Fahrer sollen je nach Situation entweder extrem schnell laden oder den Akku in kurzer Zeit tauschen können. Damit setzt CATL auf ein ähnliches System wie der E-Auto-Hersteller Nio, bei dem Batterie-Wechselstationen bereits heute erlebbar sind.

E-Autos holen Rückstand auf Verbrenner auf

Mit diesen Neuheiten schrumpft der Rückstand von Elektroautos auf Verbrenner spürbar: Schnellere Ladezeiten reduzieren den Nachteil gegenüber dem Tanken, höhere Reichweiten nehmen die Sorge vor leeren Batterien, günstigere Natrium-Akkus senken Einstiegspreise und neue Wechselsysteme erhöhen den Komfort. Damit nähern sich E-Autos in immer mehr Kernbereichen dem gewohnten Nutzungserlebnis klassischer Benziner und Diesel an.

Bildquellen

  • Shenxing Schnellladeakku der dritten Generation: CATL
  • E-Autos bis 30.000 Euro: Die besten Modelle im Vergleich: ShutterStock.com / emirhankaramuk
  • Laden fast so schnell wie Tanken: Batterie-Offensive bringt E-Autos näher an Verbrenner: ShutterStock.com / UKRID

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