Elektromobilität: Deutsche haben Angst vor geringer Reichweite

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Elektrofahrzeuge sind auf dem Vormarsch – keine Frage. Allerdings gestaltet sich dieser ziemlich träge. Und das hat natürlich seine Gründe, die größtenteils bereits oft aufgeführt wurden. Im Vergleich zum Ausland ist hierzulande laut einer neuen Studie ein Grund jedoch besonders wichtig: die Reichweite.
Elektroauto ladenBildquelle: Unsplash - John Cameron

Der Autoleasing-Spezialist Leaseplan hat vor Kurzem die Ergebnisse einer neuen Studie mit dem Schwerpunkt „Elektrofahrzeuge und Nachhaltigkeit“ präsentiert. Diese wurde vom Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt und spiegelt die Meinung von 4.000 Befragten aus 16 Ländern wider.

Elektromobilität ist beliebt

Die neue Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Menschen E-Mobilität grundsätzlich positiv gegenübersteht. Konkret waren es 61 Prozent der Befragten – zumindest im Allgemeinen. In Deutschland ist der Zuspruch mit 43 Prozent hingegen deutlich geringer. Und der Grund hierfür liegt unter anderem in der vermeintlich geringen Reichweite von Elektroautos. Laut der Umfrage hindere die sogenannte „Reichweitenangst“ insgesamt 45 Prozent der Befragten daran, sich ein E-Auto zuzulegen. In Deutschland ist die Zahl mit 73 Prozent hingegen deutlich höher. Der Begriff Reichweitenangst bedeutet dabei, dass Menschen Angst davor haben, dass die maximale Reichweite der Elektrofahrzeuge (im Alltag) nicht ausreicht. Den Tank wieder zu „füllen“ gestaltet sich beim E-Auto hingegen schwieriger beziehungsweise langwieriger als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Deutschen (59 Prozent) die vorhandene Lade-Infrastruktur als mangelhaft und ein Hindernis für den Kauf eines E-Autos erachtet. Global sind es „lediglich“ 51 Prozent.

Elektroautos sind zu teuer

Obwohl rund 61 Prozent der Befragten E-Mobilität positiv gegenüberstehen, gaben nur 36 Prozent derer, die in den kommenden Jahren ein Auto kaufen wollen an, sich ein E-Fahrzeug zulegen zu wollen. Hierzulande waren es sogar nur 28 Prozent. Die Gründe für den Umstieg sind in Deutschland dabei klar: niedrigere Kosten (48 Prozent) und niedrigere Emissionen (45 Prozent). Doch das Thema Kosten wird auch von den Zweiflern aufgeführt. 61 Prozent der deutschen Befragten werden schlicht von den hohen Anschaffungspreisen von Elektrofahrzeugen abgeschreckt. Und bis sich dies – zusammen mit den anderen aufgeführten Problemen – ändert, wird sich der Vormarsch wohl weiterhin eher träge gestalten.

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1 KOMMENTAR

  1. Hier zeigen sich die Folgen der Anti-Kampagne, die die Automobilindustrie selbst angezettelt hat. Erst verteufelt man den e-Antrieb mit unsachlichen Argumenten und wundert sich dann, dass der Kunde nicht freudestrahlend auf e-Autos umschwenkt. Ich selbst fahre einen BEV – BMW I3 120 ah. Manche behaupten, er wäre nicht langstreckentauglich. Ist er sehr wohl, man muss lediglich bereit sein ca. alle 200 KM einen Ladestopp von 30 Minuten einzuplanen. Ich fahre regelmäßig Strecken bis 600 KM im Stück. Meine Erfahrung ist, dass das Ladestationsnetz derzeit durchaus ausreichend ist. Wünschenswert wäre auf Fernstrecken eine höhere Dichte von Schnelladesäulen > 50 KW Ladeleistung – hier wird in naher Zukunft (spätestens mit dem Durchdringen des Marktes durch den ID3) das ein oder andee Problem auftauchen. Probleme habe ich bisher jedoch nicht gehabt – höchstens selbstgemachte. Liegengeblieben bin ich noch nie – eine Steckdose findet sich immer. Worauf man sich einlassen muss, man muss besser planen. Auf Fernstrecken ist das Erreichen einer Ladesäule mit 20 KM Restreichweite normal. Das bringt jedoch den typischen Verbrennerfahrer ins Schwitzen. Wenn man erstmal festgestellt hat, dass es funktioniert ist auch vorbei mit der „Reichweitenangst“.

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