E-Auto ist schuld: Diese beliebte Automarke muss sterben

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Das E-Auto ist nicht aufzuhalten. Ein Bonus jagt den nächsten und durch Förderungen vom Staat geraten Verbrenner ins Abseits. Für die Autoindustrie ein gefundenes Fressen. Das alte Image von stinkenden Benzinern und Dieseln will man loswerden. So wie dieser Autobauer.
E-Auto ist schuld: Diese beliebte Automarke muss sterben
E-Auto ist schuld: Diese beliebte Automarke muss sterbenBildquelle: Marcel Strauß / Unsplash

Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Autokauf für ein E-Auto. Getrieben vom Umweltbonus in Höhe von bis zu 9.000 Euro und anderen Geldspritzen, verkauften Autobauer im vergangenen Jahr knapp 336.000 Elektroautos. Gegenüber 2020 ein Plus von 83 Prozent. Tendenz: steigend. „Es ist wahrscheinlich eine der größten industriellen Transformationen in der Geschichte des Kapitalismus“, sagte vor nicht allzu langer Zeit Scott Keogh, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group of America, in einem Interview. Das E-Auto ist für VW offenbar der heilige Gral. Denn dank staatlicher Förderung lassen sich Elektroautos heute unheimlich gut unters Volk bringen. Alte Marken, die nach Abgasen stinken, hingegen nicht. Sie werden kurzerhand abgestreift. So lässt wohl auch VW eine Traditionsmarke sterben.

Ohne E-Auto folgt der Tod

Schon seit Längerem vermuten Insider und Branchenexperten, dass VW bei Seat die Reißleine ziehen wird. Zwar gingen die Verkaufszahlen in den Jahren vor der Pandemie hoch und sorgten seit Langem für Gewinne. Doch Corona machte dem einen Strich durch die Rechnung. Der bis dato erfolgreiche Wiederaufbau der Marke wurde durch die Pandemie ruiniert. Nun steht Seat vor dem Aus. Doch nicht nur Corona trägt Schuld. Es ist vor allem die Beliebtheit der Marke „Cupra“, die aus dem spanischen Traditionshersteller mit 70-jähriger Geschichte heraus geboren wurde. Und dieser neuen und frischen E-Auto-Marke gehört die Zukunft. In einem Interview mit der spanischen Zeitung El Economista sagte der Firmenchef Wayne Griffiths: „Deshalb heißt der Schlüssel für die Zukunft Cupra.“

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Neben dem Abstreifen des Verbrenner-Images geht es aber auch um Geld. Die Marke Seat wirft einfach zu wenig ab. Im Interview wurde der Seat-Chef deutlich: „Um eine Zahl zu nennen: Für jeden Cupra Formentor müssen wir vier Seat Ibiza verkaufen.“

Nicht das Ende, sondern die Zukunft

Der Seat-Betriebsratschef Matias Carnero sieht die Entwicklung mit Sorge und kontert die Aussage des Firmenchefs. Cupra erreiche nicht die typischen Seat-Kunden, jüngere Käufer und Einsteiger. Dafür seien die Cupra-Modelle zu teuer. „Cupra bringt zwar mehr Rentabilität, aber Seat bringt Volumen“, sagt der Betriebsratsboss dem Handelsblatt zufolge.

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Griffiths betont zwar, dass Cupra nicht das Ende, sondern die Zukunft von Seat ist. Doch im gleichen Atemzug sagt er auch: „Die Zukunft ist elektrisch und die Zukunft ist Cupra.“ Neue E-Auto-Modelle von Seat sind derweil nicht in Sicht. Das Unternehmen hat auf der Jahrespressekonferenz auch keine für die kommenden Jahre angekündigt. Im Gegenteil. Nach dem Kleinwagen Mii fliegt nun auch der Van Alhambra aus der Produktpalette. Stattdessen will man bis 2025 vier neue E-Auto-Modelle der Marke Cupra vom Band rollen lassen. Und „ohne eine E-Variante“, sagt Betriebsratschef Carnero, „wird die Marke Seat 2029 sterben“.

Bildquellen

  • Nach Renault: Auch Opel-Chef warnt vor dem E-Auto: Opel
  • E-Auto ist schuld: Diese beliebte Automarke muss sterben: Marcel Strauß / Unsplash

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4 KOMMENTARE

  1. Schnürsenkel Heinrich

    Wieso eigentlich immer dieser clickbait? Kommt sonst niemand auf eure Seite? Das ist ja traurig!

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  2. Cay Hasselmasnn

    Bei Seat geht es eigentlich darum diese Verlustmarke zu beerdigen. Nichts vernichtet mehr Geld im VW Konzern. Opel hat es mit den Franzosen geschaft, aber bei Seat sitzen leider nur Betonkoepfe, die alles besser wissen.

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  3. Dr. Wilhelm Herdering

    Kaufe mir kein E Mobil. Ich will kein Schmarotzer sein.
    Kann meine Autos noch selbst bezahlen.

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  4. Uns Uwe

    Das E-Auto ist Planwirtschaft in Reinkultur. Bürokratischer, zwangsbeatmeter Ideologenschwachsinn. Wer seine Firmenexistenz darauf abstellt, muß ein schnelles Pferd haben und/oder viiieel Spielgeld. Musk hat beides, VW nix davon.

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