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Die E-Autos der Reichen: Bezahlt von denen, die sich keins leisten können

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Wer Diesel oder Benziner fährt und sich keinen Stromer leisten kann oder will, finanziert die E-Autos derer, die sie fahren. Und die bekommen gleich mehrere Hundert Euro im Jahr. Das tut weh, soll es aber auch. Doch ist das fair?
Die E-Autos der Reichen: Bezahlt von denen, die sich keins leisten können

Die E-Autos der Reichen: Bezahlt von denen, die sich keins leisten können

Das E-Auto ist gekommen, um den Verbrenner abzudrängen. Es wird subventioniert, parkt gratis in Innenstädten und wird politisch umarmt wie ein lange vermisstes Kind. Der Verbrenner dagegen röchelt. Er wird verteuert, verdrängt, verachtet. Und das Beste: Wer ihn noch fährt, finanziert bereits den Abschied von sich selbst. Jeder Tankstopp ist inzwischen ein kleiner Soli – nicht für Ossis, sondern für E-Auto-Fahrer. Der Verbrennerfahrer merkt es kaum. Aber es passiert jeden Tag. An jeder Zapfsäule, mit jedem Tropfen Diesel und Benzin.

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Schuld ist ein technokratisches Konstrukt mit dem Charme eines Steuerformulars: die THG-Quote. Sie verpflichtet Mineralölkonzerne, ihre CO₂-Emissionen zu senken. Tun sie aber nicht ausreichend. Also kaufen sie sich frei. Bei denen, die angeblich emissionsfrei unterwegs sind: E-Auto-Fahrern. Jedes zugelassene E-Auto erzeugt auf dem Papier eine CO₂-Ersparnis. Diese Einsparung wird gehandelt. Wer viel ausstößt, zahlt. Wer elektrisch fährt, kassiert. Das Geld fließt nicht direkt von der Zapfsäule zum Tesla-Fahrer, aber der Umweg ist ziemlich kurz.

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Das Geld wandert über Zwischenhändler, Plattformen und Abrechnungsmodelle zu denen, die elektrisch fahren. Die Konzerne legen die Kosten um. Auf Benzin und auf Diesel. Auf alle, die keine Wallbox, kein Leasingangebot und keine Dienstwagenregelung haben. Wer tankt, zahlt. Wer lädt, bekommt. Klimapolitik als Umverteilung des Geldes zugunsten der Reichen, die sich ein E-Auto leisten können.

Ist das fair?

Jein. Klimapolitisch ist es logisch: CO₂ soll weh tun. Alternativen sollen belohnt werden. Das Problem ist nur: Die Alternativen sind ungleich verteilt. Wer auf dem Land lebt, wenig verdient oder schlicht keinen Stellplatz hat, zahlt. Gut situierte oder dienstwagenberechtigte bekommen Geld zurück. Und das sind oft mehrere Hundert Euro im Jahr. Seit Anfang 2026 sogar 1,4 Prozent mehr, als im vergangenen Jahr. Und seit Neuestem auch noch bis zu 6.000 Euro beim Kauf eines Stromers.

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Das E-Auto wird nicht vom Markt durchgesetzt, sondern von der Zapfsäule querfinanziert. Der Verbrenner stirbt nicht leise, sondern zahlend. Und während man ihm beim Ausbluten zusieht, nennt man das Transformation. Man kann das richtig finden. Oder notwendig. Aber ehrlich wäre es, es auch so zu nennen: Der Abschied vom Verbrenner wird von denen bezahlt, die sich den Abschied am wenigsten leisten können. Und wer sich ein 50.000 Euro teures E-Auto leisten kann, eine Wallbox, eine Solaranlage auf dem Eigenheim, dem greift die Politik finanziell unter die Arme.

Bildquellen

  • Das E-Auto ist nur was für Reiche: Kenny Leys / Unsplash
  • Die E-Autos der Reichen: Bezahlt von denen, die sich keins leisten können: Antonino Visalli / Unsplash

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