Eine aktuelle, repräsentative Umfrage im Auftrag des Zentralverbands Elektrotechnik‑ und Elektronikindustrie (ZVEI) zeigt: Für viele Autofahrer in Deutschland ist vorwiegend ein dauerhaft günstiger Strompreis beim Laden von Elektroautos entscheidend – deutlich wichtiger als eine einmalige Kaufprämie. Diese Ergebnisse werfen ein neues Licht auf politische Debatten rund um die Förderung der Elektromobilität und könnten Schlüsselimpulse für die Verkehrswende geben.
E-Auto kaufen? Ja, wenn der Strompreis fällt!
Laut der jetzt veröffentlichten Umfrage-Ergebnisse sprechen sich fast 60 Prozent der Befragten klar dafür aus, dass dauerhaft niedrige Stromkosten beim Betrieb eines E‑Autos wichtiger sind als klassische Kaufanreize. Lediglich 18 Prozent favorisieren weiterhin eine einmalige staatliche Prämie beim Fahrzeugkauf. Dies unterstreicht den Wunsch nach nachhaltigen, langfristigen Kostenvorteilen statt kurzfristiger Kaufboni.
Ein zentrales Ergebnis der Befragung: Hohe Strompreise stellen für viele potenzielle Käufer ein echtes Hemmnis dar. Rund 24,4 Prozent der Befragten geben an, dass die aktuell hohen Preise fürs Laden ein wesentlicher Grund seien, der sie vom Umstieg auf ein Elektroauto abhält.
Der ZVEI‑Geschäftsführer Wolfgang Weber kommentierte die Ergebnisse mit deutlichen Worten: „Elektromobilität muss sich jeden Tag im Betrieb rechnen, nicht nur beim Kauf“. Er fordert einen politischen Kurswechsel, bei dem mehr Gewicht auf die Senkung der Stromkosten gelegt wird. Dazu gehören aus Sicht des Verbands insbesondere eine Senkung der Stromsteuer sowie weitere Entlastungen bei Abgaben und Umlagen, um die Ladesäulenpreise nachhaltig zu reduzieren.
Strom kostet in Deutschland vergleichsweise viel
Die Debatte um Ladepreise versus Kaufprämien ist nicht neu. Sie gewinnt aber vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und ambitionierter Klimaziele an Brisanz. Deutschland zählt im europäischen Vergleich zu den Ländern mit vergleichsweise hohen Strom‑ und Ladepreisen. Ein Nachteil, der im Alltag vieler E‑Auto‑Fahrer schnell spürbar wird. Öffentliche Ladestationen sind besonders im Roaming-Betrieb nicht selten teurer als das Tanken von fossilen Kraftstoffen. Das mindert die Wirtschaftlichkeit von E‑Autos im täglichen Gebrauch spürbar.
Politische Entscheidungsträger stehen nun vor der Herausforderung, Förderinstrumente effizient auszurichten. Statt einmaliger Kaufprämien, die primär kurzfristige Kaufimpulse setzen, könnten Maßnahmen zur dauerhaften Reduzierung der Betriebskosten und zur Förderung von Wettbewerb im Ladenetz den Hochlauf der Elektromobilität stärker befördern. Dazu gehört laut ZVEI auch, die Transparenz bei Ladepreisen zu verbessern. Und die Kostenstruktur für Nutzer der Ladepunkte klarer ersichtlich zu machen.
Die ZVEI‑Umfrage sendet ein deutliches Signal: Günstiger Strom ist für viele Verbraucher der entscheidende Faktor für die Attraktivität von Elektroautos. Politische Förderprogramme sollten daher langfristige Betriebskostenvorteile in den Mittelpunkt stellen, um den E‑Auto‑Hochlauf in Deutschland nachhaltig zu beschleunigen.
