Coronavirus zwingt Deutsche Bahn zu weiteren Änderungen

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Die Bundesregierung hat verschärfte Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter eindämmen zu können. Das betrifft unter anderem Fahrten mit der Deutschen Bahn. Konkret Reservierungen und Kontrollen im Zug.
Zugfahren mit Maske
Zugfahren mit MaskeBildquelle: Deutsche Bahn

Nun ist es offiziell: Die aktuell in Deutschland im Rahmen der großen Corona-Krise ausgerufenen Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen. Mehr noch: Sie werden mindestens bis zum 20. Dezember sogar noch verschärft. Denn die Fallzahlen mit CoVID-19-Neuinfektionen steigen zwar nicht mehr exponentiell an, sie verharren aber auf einem hohen Niveau. Am Donnerstag wies das Robert Koch Institut (RKI) knapp 22.300 Neuinfektionen in Deutschland aus. Das waren im Vergleich zur Vorwoche nur knapp 350 neue Infektionen weniger. Und das hat nun unter anderem auch Auswirkungen auf Fahrten mit der Deutschen Bahn, wie einem neuen Beschlusspapier der Bundesregierung zu entnehmen ist.

Bahn schränkt Reservierungen ein

Grundsätzlich gilt weiterhin: Wer nicht unbedingt reisen muss, sollte dies aktuell auch nicht tun. „Alle Bürgerinnen und Bürger bleiben aufgerufen, jeden nicht notwendigen Kontakt zu vermeiden und möglichst zu Hause zu bleiben“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend in Berlin. Alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere touristische Reisen auch ins Ausland unter anderem in Hinblick auf die Skisaison, seien zu vermeiden. Trotzdem soll die Deutsche Bahn ihr Angebot im Fernverkehr sogar noch ausweiten. Die Idee dahinter: Alle Fahrgäste sollen in den Zügen die geltenden Abstandsregelungen einhalten können.

Grundsätzlich will die Bundesregierung im Bahnverkehr für all diejenigen, die aktuell reisen müssen, ein weiterhin zuverlässiges Angebot bereitstellen. Damit sich alle an die Regeln halten, sollen die aktuell schon laufenden Maskenkontrollen weiter verstärkt werden. Ziel sei es, weit mehr Fernzüge kontrollieren zu können als bisher. Weiter will die Bundesregierung die Bahn anweisen, im Vergleich zu den Vorwochen die Sitzplatzkapazität deutlich um über 20 Millionen Platzkilometer pro Tag zu erhöhen. Das soll (noch) mehr Abstand zwischen den Reisenden ermöglichen.

Keine Reservierungspflicht im Fernverkehr der Bahn

Gleichzeitig ist die Bahn angehalten, Reservierungen in ihren Zügen stärker einzuschränken. Die Rede ist davon, dass ab dem 27. November vorerst nur noch Fensterplätze reservierbar sind. An 4er-Plätzen nur noch jene Plätze, die quer gegenüber angeordnet sind. In geschlossenen Abteilen mit sechs Sitzplätzen sind nur noch zwei Plätze reservierbar, der Fensterplatz auf der einen und der Gangplatz auf der anderen Seite. Insgesamt bietet die Bahn nach eigenen Angaben nur noch 60 Prozent der Sitzplätze zur Reservierung an.

Platzreservierungen DB
Sitzplatzreservierungen in Fernzügen der Deutschen Bahn werden weiter eingeschränkt.

Theoretisch ist das eine gute Sache. Praktisch aber nicht zu Ende gedacht. Denn nach wie vor soll es in deutschen Zügen keine Reservierungspflicht geben. Das würde das Sitzplatzangebot im Fernverkehr auf ein Viertel verknappen, heißt es vonseiten der Bahn. Außerdem will die Bahn weiter spontane Reisen ermöglichen. Auch mit Blick auf Pendler, die mit der Bahn Card 100 oder Streckenzeitkarten unterwegs sind. Die Folge: Es ist weiter möglich, dass die Nachfrage nach Plätzen im Zug so groß ist, dass nicht jeder Reisende einen freien Nebenplatz für sich nutzen kann.

Auf der anderen Seite der Medaille steht allerdings, dass sich die Auslastung in Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn aktuell auf einem überschaubaren Niveau bewegt. In IC- und ICE-Zügen sind derzeit etwa 20 bis 25 Prozent der Sitzplätze belegt, heißt es von der Bahn. Damit das so bleibt, ist jeder Reisende angehalten, die Informationen auf der Homepage der Deutschen Bahn und in der App DB Navigator im Blick zu behalten. Dort sind in der Reiseauskunft jene Züge gekennzeichnet, in denen voraussichtlich mehr als 50 Prozent der Sitzplätze belegt sind. In einem solchen Fall ist es ratsam, eine andere Verbindung zu wählen.

Weitere Corona-Maßnahmen der Bundesregierung

Alle weiteren verschärften Maßnahmen, die im Rahmen der Corona-Krise ergriffen werden, kannst du der Homepage der Bundesregierung (PDF) entnehmen. Ziel ist es, das Gesundheitssystem in Deutschland nicht zu überlasten. Auch muss die zuletzt im Rahmen der Pandemie hohe Zahl an Todesfällen von etwa 400 pro Tag deutlich abnehmen. Laut Bundeskanzlerin Merkel bedarf es „einer erneuten gemeinsamen Kraftanstrengung“, um das Infektionsgeschehen in Deutschland nicht ausufern zu lassen. Heißt unter anderem:

  • Gastronomie-Betriebe bleiben voraussichtlich bis mindestens Anfang Januar geschlossen, Hotel-Übernachtungen für touristische Zwecke sind mindestens bis zum 20. Dezember weiterhin nicht gestattet. Der Groß- und Einzelhandel bleibt geöffnet, Maskenpflicht besteht jetzt auch vor Geschäften und auf Parkplätzen. Weihnachtseinkäufe solltest du möglichst schon mehrere Tage vor den Festtagen erledigen.
  • Treffen mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind maximal mit fünf Personen ab 15 Jahren zulässig. Zudem dürfen es nur zwei Haushalte sein, die sich gleichzeitig treffen. Zu Weihnachten sollen sich wieder bis zu zehn Personen treffen dürfen – dann auch wieder aus mehr Haushalten.
  • Im Büro und in Betriebsstätten ist es Pflicht, ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Nur am Platz, darf dieser abgelegt werden, sofern ein Abstand von 1,5 Metern zu weiteren Personen sicher eingehalten werden kann.

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