Corona-App 1.12 ist da: Jetzt läuft die App auf noch mehr Handys

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Bislang war es auf alten iPhones nicht möglich, die Corona-Warn-App der Bundesregierung zu nutzen. Die Entwicklung von der Deutschen Telekom und SAP steht jetzt allerdings in einer neuen Version zur Verfügung. Und damit sind auch Nutzer älterer iPhone-Modelle nicht länger außen vor.
Corona-Warn-App
Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Nicht einmal zwei Wochen nach Vorstellung von Version 1.11 der Corona-App gibt es schon wieder Neuigkeiten. Jetzt kannst du nämlich schon Version 1.12 installieren und die hat gleich zwei Neuerungen im Gepäck. Zum einen ist sie jetzt auch mit älteren iPhones auf Basis von iOS 12.5 kompatibel. Darüber hinaus ist das in der App nutzbare Kontakt-Tagebuch um eine Begegnungshistorie erweitert worden.

Neue Corona-Warn-App: Jetzt mit alten iPhones kompatibel

Solltest du noch ein altes iPhone-Modell wie das iPhone 5s oder das iPhone 6 beziehungsweise iPhone 6 Plus benutzen, kannst du die Corona-Warn-App der Bundesregierung jetzt auch auf deinem Handy installieren. Dass es länger gedauert hat, eine App für diese Geräte zu bauen, hatte Gründe. „Die Übertragung der Corona-Warn-App auf iOS 12.5 ist möglich, aber mit Aufwand verbunden“, teilte schon im Dezember eine Sprecherin der Deutschen Telekom gegenüber inside digital mit.

Jetzt ist das entsprechende Update da. Ab sofort steht es für alle iPhone-Nutzer zur Verfügung, die iOS 12.5 beziehungsweise iOS 12.5.1 installiert haben. Von iPhones auf Basis dieser OS-Versionen soll es nach aktuellen Schätzungen noch etwa 1,7 Millionen Stück in Deutschland geben. Darüber hinaus ist das App-Update natürlich auch für alle neuen iPhone-Generationen verfügbar. Für Android-Smartphones steht es im Laufe der kommenden 48 Stunden zur Verfügung.

Die grundsätzliche Funktionsweise ist auf den älteren iPhones identisch zu aktuellen Smartphones von Apple. Einen Unterschied zu iPhones, die iOS 13.5 oder höher nutzen, gibt es aber. Unter iOS 12.5 aktualisiert die Corona-App die Risikoberechnung im Hintergrund nur bis zu zweimal am Tag, während unter iOS 13.5 bis zu sechsmal am Tag eine automatische Aktualisierung stattfindet. Allerdings nur, wenn das Handy mit einem WLAN-Netz verbunden ist. Unter iOS 12.5 ist es aber bis zu sechsmal täglich möglich, eine manuelle Risikoneuberechnung zu starten.

Begegnungshistorie neu verfügbar

Eine weitere Neuerung in Version 1.12 ist die Begegnungshistorie, die das Projektteam dem Kontakt-Tagebuch hinzugefügt hat. Damit ist es möglich, Risikobegegnungen schneller zu identifizieren. Denn auf einen Blick wird deutlich, an welchen Tagen ein niedriges oder erhöhtes Risiko bei den von der App ausgewerteten Begegnungen bestand. Im Anschluss kannst du, Personen warnen, mit denen du an den entsprechenden Tagen in persönlichem Kontakt standest.

Wie viele Nutzer sich in der App aber tatsächlich die Mühe machen, all ihre Kontaktbegegnungen auch einzutragen, ist nicht überliefert. Allzu viele dürften es allerdings nicht sein. Denn schon das Eintragen von positiven Ergebnissen aus Corona-Tests läuft über die App eher schleppend. Laut Branchenverband Bitkom prüfen aktuell 22 Prozent der App-Nutzer mehrfach täglich ihren Risikostatus. Jeder Dritte gibt in einer aktuellen Studie aber auch an, andere über ein Infektionsrisiko nicht warnen zu wollen. Hauptgrund für diese fehlende Bereitschaft: Sorge um den Datenschutz.

App-Akzeptanz weiter verbesserungswürdig

Satte 69 Prozent der Umfrageteilnehmer geben dies als ihr persönliches Argument gegen das Teilen an. Dabei ist die Sorge ziemlich unbegründet. Trotzdem müsse man die Sorgen der Bundesbürger ernst nehmen, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg: „Wer die App zu seinem eigenen Schutz nutzt und die tödliche Gefahr des Coronavirus erkennt, seine Mitmenschen aus Angst um seine Daten aber dennoch vor einer akuten Ansteckungsgefahr nicht warnen will, ist offenkundig zutiefst verunsichert.“

Und weiter führt Berg aus: „Deutschland ist weltweit eines der Länder mit dem höchsten Datenschutzniveau und die Corona-App legt hier Maßstäbe an, die über das gesetzlich vorgeschriebene Niveau weit hinausgehen. Noch mehr Datenschutz ist schlicht nicht möglich, und dennoch fehlt Millionen Mitbürgern das Vertrauen.“

EU stellt neue App mit Corona-Informationen zur Verfügung

Unabhängig von der Corona-App der Bundesregierung steht schon seit einigen Wochen eine neue kostenlose App der Europäischen Union zur Verfügung: Re-open EU. Hier sind die wichtigsten Informationen rund um COVID-19 in den EU-Mitgliedsstaaten, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz zu finden. Wer trotz des in weiten Teilen der EU heruntergefahrenen öffentlichen Lebens grenzüberschreitend in Europa reisen muss, erhält in der App aktuelle Informationen. Etwa zur Gesundheitslage, Quarantänemaßnahmen, Testanforderungen und örtlichen Corona-Apps.

Re-open EU
Re-open EU
Entwickler: European Union
Preis: Kostenlos

‎Re-open EU
‎Re-open EU
Entwickler: European Union Apps
Preis: Kostenlos

Nutzbar ist die App auf iPhones und iPads (mindestens iOS 12) und Android-Geräten (mindestens Android 5.1). Sie ergänzt die seit Juni verfügbare Plattform „Re-open EU“. Seit ihrem Start hatte sie nach Angaben der EU-Kommission schon fast acht Millionen Besucher.

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