Corona-App Luca: Das will die App von Smudo besser machen

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Die Pandemie zieht sich hin, die Inzidenz sinkt und steigt dann wieder. Viele Ansteckungswege können nicht nachvollzogen werden. Eine neue App soll es nun richten. „Luca“, an der unter anderem Fanta-4-Rapper Smudo mitwirkte, soll nun möglicherweise flächendeckend in Deutschland eingesetzt werden.
Die Kontakt-Tracing-App Luca auf Smartphones
Die App Luca könnte gegen die Corona-Pandemie eingesetzt werden.Bildquelle: Luca

Zuerst verzögerte sie sich, danach lief die Nutzung nur schleppend an – und bleibt so bis heute. Die deutsche Corona-Warn-App stieß bislang auf viel Kritik und wird von den Bürgern kritisch beäugt, sprich in vielen Fällen nur spärlich benutzt. Das ergab auch eine Erhebung des Staatsministeriums Baden-Württemberg, wie die FAZ Ende 2020 berichtete. Bis Anfang Februar hatten laut dem Portal Statista insgesamt 25,7 Millionen Mensch die App auf ihrem Smartphone installiert.

Die Bundesregierung will sich also kurzfristig auf eine weitere, einheitliche App einigen und zur Pandemiebekämpfung in der ganzen Bundesrepublik einsetzen. Luca kommt in die engere Auswahl. „Luca“ will alles anders, vor allem aber besser machen als die Variante der Bundesregierung. Die private App hat es in den vergangenen Tagen bereits in die Schlagzeilen geschafft, nicht zuletzt durch das Fanta-4-Mitglied Smudo, der maßgeblich an der Entwicklung der App beteiligt ist. Sein Vorteil: Durch Smudo erreicht die App schon jetzt mehr Medienwirksamkeit als ihre Konkurrenz. Neben Smudo steht außerdem das Start-up culture4life GmbH und der Softwareentwickler Nexenio hinter der Anwendung.

Luca gegen Covid-19: Das ist der Plan

Das zentrale Problem der Virusbekämpfung liegt darin, dass die Gesundheitsämter einerseits mit den Registrierung neuer Infizierter nicht hinterherkommen und andererseits die genauen Ansteckungscluster nicht nachvollzogen werden können. Der Grund: Die verwendete Software ist nicht in der Lage dazu, wie SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach gegenüber dem Handelsblatt erklärt: „Das Problem ist unter anderem die Software vieler Gesundheitsämter, mit der sie gar nicht in der Lage sind, Cluster zu erkennen. Sie nehmen viele Daten wie zum Beispiel den Namen des Betriebs oder der Schule nicht auf. Und selbst wenn, ist es schwierig, sie übereinanderzulegen. Weil der Name des Unternehmens etwa nicht immer gleich geschrieben wird.“

Und genau hier setzt Luca an. Die von vor dem Lockdown bekannten analogen Kontaktdatenzettel, die in Gastronomie und Co. auslagen, werden im Prinzip digitalisiert. Die App ersetzt Zettel und Stift; stattdessen müssen Nutzer beispielsweise beim Betreten einer Lokalität einen QR-Code scannen und sich einloggen. Da Bürger sich einheitlich über die App anmelden, fallen Probleme – wie etwa unterschiedliche Schreibweisen von Lokalitäten – bei der Cluster-Identifizierung weg. Die App funktioniert übrigens auch bei privaten Treffen: Nutzer können die QR-Codes mit denen von Freunden und Familie verquicken und die Verfolgung so ermöglichen.

luca app
luca app
Entwickler: culture4life GmbH
Preis: Kostenlos

Die App speichert zwei Wochen lang Name, Anschrift und Telefonnummer der Nutzer. Diese Daten können an die Ämter übermittelt werden, wenn man dem vorher zustimmt. Viele Menschen geben auf den Kontaktdatenzetteln falsche Daten an; das geht zwar auch bei Luca. Jedoch verifiziert die App deine Anmeldung per SMS. Durch deine Telefonnummer kann das Gesundheitsamt dich im Zweifelsfall also trotzdem erreichen – anders als bei der analogen Version. Datenschutzrechtlich sei Luca durch die mehrfache Verschlüsselung sowie die explizite Freigabe der Daten sicher.

‎luca app
‎luca app
Entwickler: culture4life GmbH
Preis: Kostenlos

Probleme und Kritik sind nicht weit

Die Idee, die hinter Luca steckt, ist nicht neu. Schon im Sommer des vergangenen Jahres gab es einige Apps, die das gleiche Prinzip verwenden wie nun die durch Smudo sehr bekannte Anwendung. Zu nennen sind hier beispielsweise die App Barcov (vom deutschen Hotel- und Gaststättenverband), Corona-Anmeldung.de, Recover oder auch „Wir für Digitalisierung“. Diese Apps kommen unter anderem bereits seit dem vergangenen Jahr in vielen Restaurants zum Einsatz. Die Macher hinter den Corona-Apps sehen sich nun im Nachteil, da sie kein prominentes Aushängeschild wie Smudo haben und fordern, dass sich alle Apps gleichberechtigt von der Bundesregierung angesehen werden.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem eine einheitliche Schnittstelle, auf die andere Apps sowie auch die Gesundheitsämter zugreifen können. Die bietet Luca, sodass Gesundheitsämter zur Kontaktnachverfolgung unverzüglich auf die Daten zugreifen können, zitiert die FAZ Smudo. Auch laut Patrick Henning, CEO von culture4Life und Nexenio, soll sich die Schnittstelle von Luca einfach an Sormas, also der Software der Gesundheitsämter, koppeln lassen. Das nächste Problem lauert an diesem Punkt jedoch auch bereits: Nur 70 Prozent der Gesundheitsämter sind bereit, Sormas überhaupt zu nutzen. Handlungsbedarf besteht auch ein Jahr nach Beginn der Pandemie noch.

Aktuell testen nur wenige Regionen Luca, unter anderem Sylt, Bremen oder auch Warendorf in NRW. Apps wie Luca wird ein großes Potenzial zugeschrieben, einen Weg aus der Pandemie und primär dem Lockdown zu finden.

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