Immer wieder verschicken Kreditinstitute ungefragt Nachrichten an ihre Kunden. Beispielsweise, weil sie ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen aktualisiert oder ihre Apps um neue Funktionen erweitert haben. Derzeit erhalten Kunden von Consorsbank, Commerzbank, der Deutschen Bank und der Volksbanken Raiffeisenbanken ebenfalls Nachrichten, die im Namen ihrer jeweiligen Banken verschickt werden. Doch der Schein trügt. Und wer falsch reagiert, kann viel Geld verlieren.
Eine weitverbreitete Falle
Die Verbraucherzentrale nennt in ihrem Phishing-Radar die neuesten digitalen Betrügereien. In der vergangenen Woche wurden Kunden der vier zuvor erwähnten Geldinstitute Ziel eines Phishing-Angriffs. Dabei verschicken Kriminelle E-Mails, die an echten Schreiben von Banken, Finanzdienstleistern, Versandhändlern, Behörden, Organisationen und Unternehmen angelehnt sind. Ihr primäres Ziel ist es, Zugangsdaten, personenbezogene Daten und Bankinformationen ihrer Opfer in Erfahrung zu bringen. Um anschließend ihre Bankkonten zu plündern oder Identitätsdiebstahl zu begehen.
Ein wesentlicher Bestandteil der meisten Phishing-Mails sind hinterlegte Verlinkungen und Buttons. Zunächst wird ein Text verfasst, der die Empfänger dazu verleiten soll, auf platzierte Verlinkungen zu klicken. Etwa, weil diese ihre Identität bestätigen, ein Sicherheitsupdate durchführen oder ihren Zugang entsperren sollen. Wer auf den Link klickt, landet auf einer gefälschten Version der echten Bank-Websites. Hier werden persönliche und Banking-Daten abgefragt. Auf diese Weise gelangen die Täter in den Besitz sämtlicher erforderlicher Informationen.
Die wichtigsten Merkmale von Phishing-Mails
Wer die Vermutung hat, eine Phishing-Mail empfangen zu haben, sollte im ersten Schritt auf die E-Mail-Adresse des Absenders schauen. Da diese nur schwer zu fälschen ist, fällt der Betrug oftmals bereits hier auf. Wichtig ist dabei in erster Linie, was nach dem @ steht.
Ferner fehlt bei Phishing-Mails oftmals eine direkte Anrede, während der Text Rechtschreib- und Grammatikfehler enthält. Inhaltlich wird Druck aufgebaut – etwa durch zeitliche Beschränkungen oder Drohungen. Ein Beispiel stellt aktuell die Consorsbank-Mail dar. Hier bekommen Empfänger lediglich eine Frist von wenigen Stunden, um auf das Schreiben zu reagieren.
Noch einfacher lassen sich Phishing-Mails mit dem Buchstaben-Trick enttarnen. Aktuell würde der Trick allerdings lediglich die Commerzbank-Mail auffliegen lassen. Die drei weiteren Phishing-Mails wären durchgerutscht. Sobald die Phishing-Mail als solche enttarnt ist, empfiehlt es sich, diese in den Spam-Ordner zu verschieben. Von einem Klick auf die hinterlegte Verlinkung raten wir ab.
Was tun, wenn man auf Phishing hereingefallen ist?
Bist du auf Phishing hereingefallen, solltest du unmittelbar Kontakt mit deiner Bank aufnehmen und die Situation schildern. Die dafür verwendeten Kontaktinformationen dürfen nicht aus der Phishing-Mail stammen. Bei raschem Handeln gelingt es gelegentlich, das Konto rechtzeitig sperren zu lassen oder das Geld zurückzuholen.
Solltest du Zugangsdaten von E-Mail-Adressen oder Konten wie PayPal oder Amazon in eine Maske eingetippt haben, sind sämtliche Passwörter auszutauschen. Auch die anderer Konten, falls du dasselbe Passwort mehrmals verwendest.
Zu guter Letzt ist es ratsam, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Nicht etwa, weil Fälle von Phishing eine besonders hohe Aufklärungsquote aufweisen. Sondern vielmehr, damit man im Falle von Identitätsdiebstahl beweisen kann, dass persönliche Informationen entwendet wurden. Denn sollten Betrüger die Daten für kriminelle Machenschaften verwenden, müssen die Phishing-Opfer ihrerseits mit Strafanzeigen rechnen.
