Audi hat seinen meistverkauften Elektro-SUV grĂŒndlich ĂŒberarbeitet. Der neue Q4 e-tron (2026) bringt mehr Reichweite, schnelleres Laden, ein vollstĂ€ndig neu gestaltetes Cockpit und darĂŒber hinaus eine fĂŒr Audi bislang einmalige Funktion: bidirektionales Laden.
Erstmals bidirektional: Das Auto als Kraftwerk
Als erster Audi ĂŒberhaupt kann der Q4 e-tron Energie nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben. Per Vehicle-to-Load (V2L) lassen sich externe GerĂ€te direkt ĂŒber eine Haushaltssteckdose im Kofferraum mit Strom versorgen â praktisch fĂŒr Camping, Garten oder Outdoor-AktivitĂ€ten. In Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz geht Audi sogar noch einen Schritt weiter: Mit Vehicle-to-Home (V2H) fungiert das Fahrzeug als Hausspeicher und kann ĂŒberschĂŒssigen Solarstrom einer Photovoltaikanlage zwischenspeichern und bei Bedarf ins Heimnetz einspeisen. Clever! Allerdings braucht es dazu auch eine kompatible Wallbox.
Mehr Reichweite, kĂŒrzere Ladestopps
Die neue E-Maschine mit Siliziumkarbid-Leistungselektronik und einem reibungsĂ€rmeren Getriebeöl steigert den Wirkungsgrad gegenĂŒber dem VorgĂ€nger um rund zehn Prozent. Der Q4 Sportback e-tron performance kommt damit auf bis zu 592 Kilometer WLTP-Reichweite. Und: Die quattro-performance-Modelle mit Allradantrieb laden jetzt mit bis zu 185 statt bisher 175 kW â in zehn Minuten flieĂen so bis zu 185 Kilometer Reichweite nach. Von 10 auf 80 Prozent dauert es rund 27 Minuten, verspricht der Hersteller â unter optimalen Bedingungen. Neu in der Serienausstattung: Plug & Charge, das automatische Authentifizierung und Abrechnung an kompatiblen LadesĂ€ulen ermöglicht. Einfach Ladekabel einstecken und los gehtâs.
Neues Cockpit, mehr KonnektivitÀt
Das Interieur wurde komplett neu gestaltet. Eine sogenannte Digital Stage vereint ein 11,9-Zoll-Kombiinstrument und ein 12,8-Zoll-Touchdisplay zu einem Panoramadisplay. Optional ist erstmals ein 12-Zoll-Beifahrerdisplay erhĂ€ltlich. Zwei gekĂŒhlte induktive Ladeschalen mit je 15 Watt sorgen dafĂŒr, dass Smartphones wĂ€hrend der Fahrt beim Aufladen nicht warm werden. Ein KI-gestĂŒtzter Sprachassistent ĂŒbernimmt die Fahrzeugsteuerung per Sprache â mit Anbindung an ChatGPT fĂŒr weitergehende Anfragen.
Mehr Nutzwert im Alltag
Die AnhĂ€ngelast der quattro-Modelle steigt ĂŒbrigens um satte 400 Kilogramm auf 1.800 Kilogramm. Eine elektrische Heckklappe ist nun serienmĂ€Ăig, der Kofferraum fasst 515 Liter und lĂ€sst sich auf bis zu 1.487 Liter bei umgeklappter RĂŒcksitzbank erweitern. Neue OLED-Heckleuchten der zweiten Generation mit 284 Segmenten warnen andere Verkehrsteilnehmer aktiv bei zu geringem Abstand. Allerdings ist dieses Feature nur gegen Aufpreis zu haben. Vorne sorgen frei wĂ€hlbare digitale Tagfahrlicht-Signaturen fĂŒr einen individuellen Auftritt.
Verbesserungen im Detail:
- Neuer, effizienterer E-Motor
- verbesserte Software
- höhere Peak-Ladeleistung und optimierte Ladezeiten
- bessere Batterievorkonditionierung
- Auto kann Strom nach auĂen abgeben (Vehicle-to-Load)
- perspektivisch auch Stromversorgung eines Hauses möglich (Vehicle-to-Home)
- neues Panoramadisplay mit optionalem Beifahrerdisplay
- neue Materialien im Innenraum
- Sprachsteuerung mit ChatGPT-UnterstĂŒtzung
- verbesserte Assistenzsysteme
- höhere AnhÀngelast bei Quattro-Modellen
- elektrische Heckklappe jetzt serienmĂ€Ăig
Preise und VerfĂŒgbarkeit
Der Audi Q4 SUV e-tron ist ab Mai 2025 in Europa bestellbar, die MarkteinfĂŒhrung ist fĂŒr den Sommer geplant. Die Preise in Deutschland starten bei 47.500 Euro fĂŒr die Version mit 63-kWh-Batterie. Recht viel fĂŒr ein kompaktes SUV, aber fĂŒr Audi nicht untypisch. Die Quattro-Modelle der SUV-Version kosten mindestens 55.900 Euro und wer sich fĂŒr eine Sportback-Variante in CoupĂ©-Optik entscheidet, muss einheitlich 1.950 Euro mehr zahlen.
- maximale Leistung 150 bis 250 kW (modellabhÀngig)
- Höchstgeschwindigkeit 180 km/h (Basismodell nur 160 km/h)
- Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8,1 bis 5,4 Sekunden
- Maximale Reichweite: 440 bis 592 Kilometer
- maximale DC-Ladeleistung: 160 bis 185 kW
Abzuwarten bleibt, ob sich die VerarbeitungsqualitĂ€t im Innenraum verbessert hat. Die galt beim bisherigen Q4 e-tron nĂ€mlich als eher unterdurchschnittlich. Auch die teils umstĂ€ndliche MenĂŒfĂŒhrung im Infotainmentsystem des E-Autos hat Audi hoffentlich angepasst. Schade zudem: Auf einen Frunk unter der Fronthaube verzichtet Audi weiterhin.
