Apple gegen die EU: Malware würde iPhones überfluten

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Im Zwist zwischen der EU und dem iPhone-Hersteller hat Apples Software-Chef Craig Federighi nun erneut Gründe gegen offene Alternativen zum App Store genannt. Die Pläne der EU würden Malware die Türen öffnen.
Craig Federighi, Apples Senior Vice President of Software Engineering, auf der Bühne des Web Summit 2021
Craig Federighi, Apples Senior Vice President of Software Engineering, auf der Bühne des Web Summit 2021Bildquelle: Web Summit 2021 / YouTube

Im Rahmen des Web Summit 2021, der vom 1. bis zum 4. November stattfand, stand auch Apples Software-Chef auf der Bühne in Lissabon. In seiner Präsentation sprach er unter anderem über die Gefahren, die das sogenannte Sideloading mit sich bringen würden. Dies zu erlauben, ist eines der Ziele des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, kurz DMA) der Europäischen Kommission.

Der für iOS und macOS verantwortliche Manager sagte, dass Sideloading der „beste Freund der Cyberkriminellen“ sei. Die Erlaubnis derartiger Installation würde die „Büchse der Pandora“ öffnen. In seiner Präsentation verwies er auch auf die Malware-Zahlen auf anderen Plattformen, darunter auch Android. Dort gebe es fünf Millionen Angriffe pro Monat, so Federighi.

Apple-Manager: Sideloading ist bester Freund der Cyberkriminellen

Sollte die EU den Digital Markets Act verabschieden, würde dies für Apple unter anderem bedeuten, dass man iOS-Nutzern die Installation von Apps außerhalb des App Stores erlauben müsse. Kriminelle sind laut Federighi aber so clever, dass auch erfahrene Nutzer von Webseiten oder gefälschten App Stores ausgetrickst werden könnten.

Aber nicht nur Malware alleine ist ein Problem, die eine Öffnung für ein Sideloading auf dem iPhone mit sich bringen würde – auch die Privatsphäre sei in Gefahr. „Einige Social-Networking-Apps werden wahrscheinlich versuchen, den lästigen Datenschutz des App Stores zu umgehen und ihre Apps nur über Sideloading verfügbar zu machen“, so Federighi.

Für Apple würde die Erlaubnis der Software-Installation außerhalb des App Stores aber natürlich auch eine Einnahmequelle in Gefahr bringen. Entwickler könnten ihre Apps dann nämlich über alternative Wege anbieten, ohne dass Apple am Verkauf verdient.

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Absicherung des iPhone – trotz Sideloading

Die Warnungen von Federighi könnten einige Nutzer jedoch überraschen, da er nicht nur für iOS, sondern auch für macOS verantwortlich ist. Dort ist die Installation von Apps ohne den Mac App Store seit jeher möglich.

The Verge argumentiert, dass Apple beispielsweise den vom Mac bekannte Gatekeeper-Dienst auch auf dem iPhone erfordern könnte, um zumindest Apps verifizieren und gegebenenfalls deaktivieren zu können. So könnte Apple ein Sideloading auf dem Smartphone realisieren. Ähnliche Argumente gab es schon von der Richterin Yvonne Gonzalez Rogers im Streit zwischen Apple und Epic.

Die vollständige Präsentation von Craig Federighi auf dem Web Summit 2021 findest du bei YouTube und LinkedIn.

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