Epic vs. Apple: Streit um Fortnite eskaliert nun auch in Europa

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Die Streitigkeiten zwischen Epic Games und Apple um den Shooter haben nun auch ganz offiziell Europa erreicht. Wie der Publisher bekannt gab, hat man eine Wettbewerbsbeschwerde gegen den iPhone-Hersteller in der EU eingereicht.
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Epic Games legt sich nun auch in Europa mit Apple anBildquelle: Epic Games

Die Beschwerde landete auf dem Tisch der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission. Darin wirft Epic Games dem iPhone-Hersteller vor, mit Hilfe wettbewerbswidriger Mittel den Wettbewerb für die Verbreitung von Apps und damit verbundener Zahlungsprozesse nicht nur gestört, sondern „vollständig eliminiert“ zu haben. Im Zentrum der Beschwerde steht das Spiel Fortnite. „Apple nutzt seine Kontrolle über das iOS-Ökosystem, um sich selbst zu bevorteilen und gleichzeitig Wettbewerber zu blockieren“, so Epic Games in der Mitteilung. Dies sei „ein Missbrauch einer beherrschenden Stellung und ein Verstoß gegen das EU-Wettbewerbsrecht“.

Nach den USA, Australien und Großbritannien: Epic weitet Streit auf die EU aus

Die Beschwerde in der EU stellt die Fortsetzung bereits existierender Streitigkeiten zwischen Epic Games und Apple dar. Im vergangenen Sommer legte sich der Spiele-Entwickler gleichzeitig mit Apple und Google an, in dem man In-App-Käufe in Fortnite auch ohne die Beteiligung der beiden Tech-Giganten angeboten hatte. In vielen Fällen verlangen diese eine Beteiligung in Höhe von 30 Prozent. Seit Dezember 2020 können sich kleine Entwickler im Rahmen des „App Store Small Business Program“ unter bestimmten Bedingungen für eine Reduzierung der Provision auf 15 Prozent anmelden.

Als Reaktion auf dieses Vorgehen entfernten sowohl Google als auch Apple das Spiel aus ihren App Stores. Epic Games startete daraufhin wiederum die Klagewelle in den USA, Australien und Großbritannien. Schnell war klar, dass Epic diese Schritte langfristig geplant hatte. So hatte man auch ein medienwirksames Video vorbereitet, das auf Apples 1984-Werbung anspielt.

Epic-Chef will mehr Freiheiten für Anwender und Entwickler

Tim Sweeney, CEO von Epic, sagte weiter, dass Verbraucher das Recht haben, Apps aus Quellen ihrer Wahl zu installieren. Gleichzeitig sollen Entwickler das Recht haben, auf einem fairen Markt zu konkurrieren. „Wir werden nicht untätig zusehen und Apple erlauben, seine Plattformdominanz zu nutzen, um zu kontrollieren, was ein gleiches digitales Spielfeld sein sollte“, so Sweeney.

Epic schreibt weiter, dass man in der EU keinen Schadenersatz von Apple verlangt. Man will nur sicherstellen, dass es einen fairen Wettbewerb gebe, der sowohl Konsumenten und Entwicklern hilft. Eine Beschwerde gegen Google gibt es in der EU bislang nicht.

Apple reagiert auf Beschwerden von Epic

Gegenüber Bloomberg sagte Apple in einem Statement, dass der Fortnite-Entwickler Epic „eine Funktion in seiner App aktiviert hat, die nicht von Apple überprüft oder genehmigt war“. Dies war verbunden „mit der ausdrücklichen Absicht, gegen die App Store-Richtlinien zu verstoßen, die für alle Entwickler gleichermaßen gelten und Kunden schützen“. Epics „rücksichtsloses Verhalten habe Kunden verpfändet, und wir freuen uns darauf, dies der Europäischen Kommission klarzumachen.“

Der Spiele-Entwickler warf Apple daraufhin wiederum vor, dass man die Richtlinien des Bezahlungsprozesses nicht konsequent anwendet. Apps für die Zustellung von Lebensmitteln oder Amazon Prime Video müssten das Bezahlsystem von Apple beispielsweise nicht verwenden.

Epic Games ist nicht das erste Unternehmen, das sich bei der Europäischen Kommission über Apple beschwert hat. So legte der Streaming-Dienst Spotify bereits im März 2019 eine Kartellbeschwerde bei der EU ein.

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