Änderung bei Amazon-Retoure: DHL verzichtet auf Verpackung

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Amazon hat ein neues Retouren-Verfahren eingeführt. Damit ändert sich für dich die Art und Weise, wie du Artikel an Amazon zurückgeben kannst. Gleichzeitig ändert sich auch etwas bei der Rückgabe von Artikeln, die du beim Marketplace von Amazon gekauft hast.
Amazon Paket
Amazon PaketBildquelle: Blasius Kawalkowski

Bisher musstest du, wenn du deine Amazon-Retoure mit DHL zurückschicken willst, einen Karton nutzen und diesen beim Zusteller oder im Shop abgeben. Den Aufkleber für den Paketdienst kannst du wahlweise selbst ausdrucken oder dies dem Shop oder Zusteller überlassen. Doch ab sofort brauchst du keinen Karton mehr, du kannst den Artikel einfach so bei DHL abgeben. Allerdings ist die Abgabe nur in den Filialen und nicht beim Zusteller oder in der Packstation möglich.

Dieses Verfahren kam schon länger bei UPS zum Einsatz. UPS hat allerdings deutlich weniger Annahmestellen, sodass sich das Verfahren wohl nun erst mit dem Einsatz bei DHL in der Breite durchsetzen wird.

Um einen Artikel ohne Versandkarton zurückgeben zu können, ist es entscheidend, dass dieser nicht zu groß oder zu schwer ist. Denn nur bestimmte Artikel werden auf diese Art und Weise bei DHL eingesammelt und dann als Sammelbox an Amazon zurückgeschickt. Vor Ort wird ein QR-Code von deinem Handy gescannt, den du dir zuvor im Amazon Retourenportal erstellt hast und damit ist die Retoure für dich erledigt. Der Shop legt den Artikel in eine Sammelbox und schickt diese dann zusammen mit den Retouren anderer Amazon-Kunden nach einigen Tagen an Amazon. Allerdings: Es machen nicht alle Filialen mit. Welche dabei sind, kannst du im Zuge des Retourenprozesses in Erfahrung bringen. Auch auf der DHL-Seite in der Standortsuche gibt es jetzt einen Filter „Retoure unverpackt abgeben„, der dir die entsprechenden Abgabestellen zeigt.

Kein alter Amazon-Karton mehr notwendig

Vorteilhaft ist der Verfahren für dich vor allem, wenn du den Amazon-Karton, in dem dein Artikel kam, schon weggeworfen hast. Auch, wenn du mehrere Artikel bestellt, aber nur einen zurückschicken möchtest, hat das Unverpackt-Verfahren Vorteile. Dann nämlich musst du nicht einen übergroßen Karton verwenden, um einen kleinen Artikel zurückzuschicken. Dieser verschwendet auf den Lastern von DHL nur unnötig Platz.

An den Konditionen für die Retoure ändert sich durch das Verfahren für dich nichts. Amazon zeigt dir stets im Rahmen der Einleitung der Retoure an, ob dich das Zurückschicken der Ware etwas kostet. Das richtet sich unter anderem danach, wie teuer ein Artikel ist, um welche Warengruppe es sich handelt und aus welchem Grund du den Artikel zurückgeben möchtest. Für die DHL-Shops bedeutet das neue Verfahren aber, dass sie zusätzlichen Lagerplatz für die Amazon-Retouren schaffen müssen. Schließlich werden diese mehrere Tage gesammelt. Außerdem ist der Umgang mit unverpackter Ware aufwendiger als die Entgegennahme von Kartons.

Automatische Retourenlabels auch für Dritthändler

Neue Rückgabebedingungen gibt es bei Amazon auch für Verkäufer, die die Plattform zum Verkauf ihrer Produkte nutzen. Hier aktiviert Amazon automatisch die Funktion für vorfrankierte Rücksendeetiketten für die Standard-Rücksendeadresse in Deutschland. Somit kannst du ab Ende Oktober auch Retourenabel für Dritthändler erstellen. Bei den Händlern stößt das auf wenig Gegenliebe, denn sie müssen die Retouren dann bezahlen und befürchten, dass Kunden die Funktion missbrauchen. Einige drohen bereits mit dem Rückzug von Amazon.

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10 KOMMENTARE

  1. Peter

    leider gibt es keine Möglichkeit mehr das Retourenlabel an der Packstation zu drucken.

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  2. Tom

    Hat auch den großen Vorteil für Amazon, dass sie die Retouren direkt entsorgen können, ohne diese zuerst auspacken zu müssen.

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  3. Jennifer

    #Tom: Amazon darf seit einiger Zeit keine Waren mehr ‚einfach so“ entsorgen. Aber Sie haben Recht: diese Waren, die auf einer Palette zum Verkauf gesammelt werden, müssen nicht wieder ausgepackt werden.

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  4. Torsten

    Damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht: Als ich das Paar hochwertiger Lederstiefel die meiner Frau zu groß waren wieder im Original Karton verstaut in in einer Amazon Versandtüte versenden wollte, musste ich diese in der DHL Fiale auspacken und in eine Papiertüte zwängen. Sonst verweigerte die Dame von DHL die Abnahme. Auch den leeren Karton und die Papiertüte in der die Stiefel geliefert wurden musste ich wieder mit nehmen und selbst entsorgen. Welch ein Aufwand. Vor allem schrumpfen dadurch unsere Müllberge bestimmt nicht! Das ist für mich kein Service!

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  5. Reichel

    Das Ganze erleichtert unter normalen Umständen auch den Aufwand für den Käufer. Nur müssen da die Filialen der Post mitspielen, denn hier in Berlin scheinen Öffnungszeiten von Postfilialen mittlerweile reine Glückssache zu sein. So musste ich bei meiner letzten Retoure 4x eine Postfiliale aufsuchen, ehe ich während der normalen Öffnungszeiten meine Ware loswerden konnte. Es gibt unzählige Postshops, aber dort kann man leider nichts abgeben, da diese bisher an dem vereinfachten Rückgabe verfahren nicht teilnehmen dürfen. Aber man kann auch einen Hermes Code anfordern und die Ware in einem der vielen Hermes Shops abgeben. Das dauerte nur 1 Minute.

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  6. Christian Kircher

    Also ich arbeite in einer Partnerfiliale der deutschen Post und kann mich über dieses System nur beschweren. Immer wieder kommen Leute an mit einem QR-Code für eine Unverpackte Retoure aber bringen mir ein Paket das 20-mal mit Klebeband umwickelt ist das ich dann im Endeffekt auspacken darf. Das kostet unmengen an Zeit, in der ich schon längst andere Kunde bedient hätte können. Eigentlich eine gute Idee aber schlechte Umsetzung von Amazon da fast alle Kunden die mir solch eine Retoure bringen keine ahnung davon haben.

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  7. Peter

    Gute Idee, jedoch hatte ich bei einer UPS Annahmestelle folgende Erfahrung gemacht: das Päckchen welches ich abgeben wollte, war nicht zugeklebt. Der Ladenbesitzer beschwerte sich und hat dann das Päckchen selbst zugeklebt und mich darauf hingewiesen, dass ich das nächste Mal dafür bezahlen muss.

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  8. C.U.

    Ich arbeite auch in einer Postfiliale. wenn waren schon verpackt sein sollten, kommt dort einfach der Retoureaufkleber drauf und ab in die Kiste. Seid etwas entspannter.

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  9. Detlev Burghardt

    Da AMAZON nicht mehr mit DHL liefert, kaufe ich dort fast NICHTS mehr. Es nervt, daß jeden Tag mehrere verschiedene Versandunternehmen zu verschiedensten Zeiten kommen!
    Es war schön, als es nur die Post gab! Da kam je Tag einmal eine Lieferung – und gut.

    Da leider ALLE Geschäfte im Wohnort geschlossen haben, bleibt nur der Versandhandel…… (Und da ich seit 1999 querschnittsgelähmt bin, ist alles noch komplizierter geworden.

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  10. Lux

    Zur Information über die vorfrankierten Rücksende Labels von Dritthändlern gehört auch die Information dass der Dritthändler die Kosten des Labels im Nachhinein vom Händler von der Erstattung wieder abzieht. Durch die Nutzung dieses Labels wird die Rücksendung also nicht etwa kostenlos für den Kunden. Die Rückgabebedingungen ändern sich also mit Einführung der Labels nicht etwa! Die Rücksendung auf diesem Weg ist sogar besonders teuer. Amazon berechnet dem Händler 5,99 € plus Mehrwertsteuer für ein DHL Rücksende Label, das sind 7,19€, die dann bei normalen Rückgaben von der Erstattung abgezogen werden. Amazon hat somit wieder mal einen Weg gefunden um sich eine goldene Nase, selbst im Fall der Rückgabe zu verdienen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie DHL mehr als 2 € für ein Retourelabel bezahlen. Der günstigste Weg für die Rückgabe bleibt damit immer noch die selbstfrankierte Rückgabe. Bei kleinen Artikeln am besten als Brief oder Bücher/-warensendung.

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