Huawei Y7 (2019) im Test: Zwischen den Stühlen

7 Minuten
Huawei hat seine Y-Serie auch in diesem Jahr mit einem neuen Modell beerbt. Das Huawei Y7 (2019) siedelt sich dabei in der unteren Mittelklasse an und will vor allem durch einen günstigen Preis bestechen. Ob das Smartphone zur Konkurrenz aufschließen kann oder dahinter zurückfällt?
Huawei Y7 (2019) Topnewsbild

Huawei arbeitet weiter auf Hochtouren: Ergebnis sind nicht nur neue Updates auf Android 9 Pie und EMUI 9.1, sondern auch neue Smartphones. Dazu zählt auch das Huawei Y7 (2019), das sich – anders als die Saison-Flaggschiffe P30 Pro und P30 – in der unteren Mittelklasse anordnet.

Das Portfolio der 200-Euro-Handys wird mit dem Huawei Y7 (2019) erweitert. In diesem Preissegment ist es oft eine Gratwanderung, zum einen gute, zum anderen erschwingliche Technik in das jeweilige Smartphone zu verbauen. Wie schlägt sich das Huawei Y7 (2019) und mit welchen Highlights kann es auftrumpfen?

Vorschau: Erstes Fazit zum Huawei Y7 (2019)

„Die Highlights des Huawei Y7 (2019) können nur teilweise über die Schwächen hinweg trösten.“ inside handy

Huawei Y7 (2019): Theoretisch kann es praktisch alles

Bevor man ein Smartphone in den Händen hält, kann man vorab schon einiges an den technischen Daten ablesen. Zumindest die Tendenz, in die die Leistung des jeweiligen Geräts geht. Das geht bei preisgünstigen Handys wie dem Huawei Y7 (2019) teils noch einfacher, da die Hersteller des Öfteren auf ältere Technik zurückgreifen und die Leistung der Komponenten hinreichend bekannt ist.  Die Eckdaten des Y7 (2019) belaufen sich auf Folgende:

Huawei Y7 (2019)
Huawei Y7 2019
Software Android 8 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 450
Display 6,26 Zoll, 720 x 1.520 Pixel
Arbeitsspeicher 3 GB
interner Speicher 32 GB
Hauptkamera 4160x3120 (13,0 Megapixel)
Akku 4.000 mAh
induktives Laden
USB-Port 2.0 Micro-B
IP-Zertifizierung (kein Schutz)
Gewicht 168 g
Farbe Schwarz, Rot, Blau
Einführungspreis 199 €
Marktstart Q1 2019

Huawei Y7 (2019) im Benchmark-Test

Einen weiteren Hinweis auf die theoretische Leistung des Huawei Y7 (2019) gibt der Benchmark-Test. Im AnTuTu-Benchmark-Test positioniert sich das günstige Smartphone eher im unteren Bereich: Das Kraftpaket aus Prozessor und Speicherplatz erzielen ein Ergebnis von 73.458 Punkten.

UmfeldModellBenchmark-Wert
Huawei Y7 (2019)73.458
Motorola Moto G670.031
direkte KonkurrentenSony Xperia L377.558
Sharp Aquos D1089.304
Huawei Mate 20 Pro249.187
aktuelle ReferenzOnePlus 7 Pro373.849
Samsung Galaxy S10+333.635

Das Huawei Y7 (2019) befindet sich durch den Benchmark-Wert in Gesellschaft verschiedener Mittelklässler aus diesem wie dem vergangenen Jahr. Ein wenig schwächer gestaltet sich die Leistung des Motorola Moto G6, das auf 70.031 Punkte kommt, sowie des HTC Desire 12+ mit 70.559 Punkten. Das Sharp Aquos D10 ist mit 89.304 Punkten ein wenig leistungsstärker. Von der soliden Mittelklasse, die sich auf über 100.000 Punkte im Benchmark-Test beläuft, ist das Huawei Y7 (2019) dementsprechend weit entfernt.

Der Akkutest von GFX Bench fördert ebenfalls einen vielversprechenden Wert zutage. Der Benchmark ermittelt eine theoretische Akkulaufzeit bei einer maxilen Belastung. Sprich wenn das Display permanent aktiv wäre und der Prozessor auf Hochtouren läuft. Das Huawei Y7 (2019) kommt dabei auf das sehr gute Ergebnis von 591,2 Minuten.

Theoretische Bewertung

Aus den harten Fakten und allein den technischen Merkmalen des Huawei Y7 (2019) ergibt sich letztlich diese Bewertung:

  • Design/Lieferumfang: 2,5 von 5 Sternen
  • Display: 2 von 5 Sternen
  • Ausstattung/Leistung: 2 von 5 Sternen
  • Kamera: 3 von 5 Sternen
  • Software: 3 von 5 Sternen
  • Akku: 3 von 5 Sternen
  • Zum kompletten Datenblatt

Gesamtbewertung Hardware: 3 von 5 Sterne (56 Prozent)

Huawei Y7 (2019) in der Praxis: Zwischen den Stühlen

Nach der rein technischen Bewertung folgen im weiteren Verlauf praktische Eindrücke des Huawei Y7 (2019), die sowohl Schwachstellen als auch Stärken beleuchtet.

Die Schattenseiten des Lebens

Rund 200 Euro sind im Hinblick auf die Preisentwicklung von Smartphones auf über 1.000 Euro vergleichsweise lächerlich. Dennoch ist eine Investition, die sich lohnen muss. Um den erschwinglichen Preis halten zu können, müssen Hersteller den Spagat zwischen guter und günstiger Technik schaffen – auch im Falle des Huawei Y7 (2019).

Bei Huaweis Handy kann vor allem bei einem Punkt kein Auge zugedrückt werden: Der Sensorik und den Verbindungsmöglichkeiten. Das Y7 (2019) ist größtenteils mit veralteter Technik versehen. So bietet das Smartphone nur Bluetooth 4.2 anstatt Bluetooth 5.0. Auch beim WLAN-Empfang kann es sich mitunter schwierig gestalten, denn das Smartphone unterstützt nur 2,4 GHz, aber keine 5-GHz-Frequenzen. Ein gewichtiges Manko liegt auch im Anschluss: Huawei setzt auf den veralteten Standard Micro-USB 2.0 anstatt auf das moderne USB-Typ-C. NFC und damit die Möglichkeit, kontaktlos zu Bezahlen, ist nicht mit an Bord. Ein kleines Trostpflaster: Das Y7 (2019) unterstützt eine vollwertige Dual-SIM-Funktion. Das bedeutet, das Nutzer sowohl zwei SIM-Karten parall zu einer Micro-SD-Karte einsetzen können.

Obwohl das Huawei Y7 (2019) nach Erscheinen von Android 9 Pie auf den Markt kam, besitzt es bislang noch Android 8 Oreo sowie die daran angepasste Oberfläche EMUI 8. An der Preisgestaltung des Smartphones kann es nicht liegen, da Huawei ähnlich teure Geräte mit der neuen Android-Version anbietet. Ob es ein Update für das Y7 (2019) gibt, steht in den Sternen.

Auffällig langsam arbeitet außerdem der ebenfalls angestaubte, zwei Jahre alte Snapdragon 450 aus dem Hause Qualcomms. Der Prozessor taktet mit acht Kernen zwar mit bis zu 1,8 GHz. Jedoch braucht das Huawei Y7 (2019) eher in der Regel als in der Ausnahme mehrere Augenblicke, ehe Apps öffnen oder Befehle ausgeführt werden.

Damit überzeugt das Huawei Y7 (2019)

Wo Schatten ist, ist auch Licht nicht weit. Und Lichtblicke gibt es definitiv beim Huawei Y7 (2019). Zum Beispiel in Form der Kamera, dessen Resultate einiges hermachen. Verbaut ist eine Dual-Kamera mit 13 und 2 Megapixeln, wovon allerdings effektiv nur das 13-Megapixel-Modul Fotos schießt. Die 2-Megapixel-Kamera ist indes für die Tiefenerkennung zuständig und hilft beispielsweise beim Bokeh-Effekt.

Das Huawei Y7 (2019) liefert gute Fotos, die recht farbenfroh und kontrastreich sind. Bei gutem Licht sind die Ergebnisse scharf. Bei Dämmerlicht oder Ähnlichem werden schöne Schnappschüsse jedoch schwierig und die Bilder recht körnig. Schwächen offenbart das Y7 (2019) außerdem beim zoomen. Details verschwinden hier dann in der Masse.Wer zusätzlich auf Software-Unterstützung bauen will, kann den KI-Assistenten zur Hilfe nehmen. Der intensiviert vor allem die Farbkontraste, wie sich im direkten Vergleich feststellen lässt. Bei aktivierter KI ist jedoch zu beachten, dass einige Funktionen – wie zum Beispiel der Zoom – nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Selfie-Kamera ist mit 8 Megapixeln verbaut. Die geschossenen Selbstporträts sind in Ordnung, aber nicht überragend. Auf Wunsch lassen sie sich jedoch mit vorinstallierten Beauty-Filtern verschönern – wie meistens bei chinesischen Smartphones.

Ausdauernder Akku, unschlagbarer Preis

Das Huawei Y7 (2019) besitzt einen Akku von 4.000 mAh Größe. Eine Nennladung, von der vor allem Highend-Smartphones oft nur träumen. Der Akku verspricht dementsprechend eine lange Laufzeit. Der theoretische Test von GFX Bench ermittelt eine wahrscheinliche Mindestlaufzeit bei einer Maximalbelastung von knapp 12 Stunden. Zur Orientierung: Das Samsung Galaxy S10 kommt mit seinem 3.323 mAh großen Akku auf nur rund 5 Stunden Akkulaufzeit bei intensiver Nutzung.

Neben der Kamera und dem Akku spricht auch der günstige Preis für das Huawei Y7 (2019). Der Kostenpunkt von 199 Euro soll das Smartphone für jedermann erschwinglich machen. Vor allem Android-Smartphone erleiden nach ihrem rasanten Preisverfall. Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass das Huawei Y7 (201) in zwei bis drei Monaten mindestens 50 Euro günstiger zu kaufen sein wird.

Fazit zum Huawei Y7 (2019)

Im Hinblick zum Vorgänger-Modell, dem Y7 (2018), dreht Huawei ein den Schrauben und verdoppelt beispielsweise den internen Speicherplatz. Auch der Akku ist im Vergleich deutlich größer geworden. Das absolute Highlight des erschwinglichen Y7 (2019) ist das verbaute Kameramodul, das mit modernen Features und im Trend liegenden Software-Funktionen punkten kann.

Dennoch bleibt ein insgesamtschaler Beigeschmack. Der Grund ist einfach zu benennen: Huawei setzt hauptsächlich auf veraltete Technik, obwohl neuere Bausteine verfügbar sind. Vor allem der USB-Anschluss fällt schmerzlich auf. Die Highlights können nur teilweise darüber hinweg trösten.

Argumente für das Huawei Y7 (2019)

  • gute Kamera
  • ausdauernder Akku
  • erschwinglicher Preis

Argumente gegen das Huawei Y7 (2019)

  • veraltete Sensorik
  • USB 2.0 anstatt USB-Typ-C
  • langsame Performance

Kamera, Akku und Preis werten das Huawei Y7 (2019) zwar auf. Das Gesamtbild zeigt allerdings ein Smartphone, das schon jetzt veraltet ist und in einem weiteren halben Jahr gar nicht mehr auf dem Markt mitmischen kann. Huawei hätte zu neuerer Technik greifen müssen, um ein gutes Preis-Leistungsverhältnis anbieten zu können. Das das geht, zeigt der Hersteller bei anderen Modellen des Hauses. Im praktischen Test gibt es deswegen einen halben Stern Abzug, sodass sich folgende subjektive Wertung ergibt:

Gesamtwertung: 2,5 von 5 Sternen

Huawei Y7 (2019): Preis und Alternativen

Das Preis von 199 Euro ist fair, im Hinblick auf die Leistung des Huawei Y7 (2019) aber erst eine Empfehlung, wenn der Preis weiter in Richtung der 100-Euro-Grenze rutscht.

Alternativen mit einer modernen Ausstattung finden sich in dieser Preisklasse viele. Einen Überblick darüber sowie Smartphones, die man für 100 Euro mehr bekommt, sind in den folgenden Artikel aufgelistet:

Bildquellen:

  • Huawei Y7 2019: Huawei
  • Dual-SIM-Smartphone: Pixabay
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Simone Warnke
Simone liebt Technik und kann sich heute immer noch für analoge Technologien begeistern. Wenn sie nicht gerade vor der Kamera steht oder Handys miteinander vergleicht, studiert die gebürtige Aachenerin in Bonn Komparatistik - und vergleicht Bücher. Neben ihrer Leidenschaft für Literatur ist Simone ein Bonvivant. Reicht man ihr leckeren Wein und ein paar Tapas, kann man ihr hin und wieder ein paar Sätze auf Spanisch entlocken. Sollte Simone jemand oder etwas auf die Palme bringen - was in etwa einmal pro Dekade passiert - bleibt sie nur kurz oben sitzen. Und lächelt dabei auch schon wieder.

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