Realme Buds Air 2 im Test: So gut können 50-Euro-Kopfhörer sein

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Neben dem Realme 8 Pro hat das Startup aus China auch neue Kopfhörer auf den Markt gebracht. Die Realme Buds Air 2 wollen sich qualitativ in die Oberliga einreihen, in puncto Preis aber unten mitmischen. Das Signifikante: Die Air Buds 2 kosten beinahe nur die Hälfte der Realme Air Buds Pro.
Die Bluetooth-Kopfhörer Realme Air Buds 2 in ihrem weißen Ladecase.
Was können In-Ear-Kopfhörer für 50 Euro? Das zeigen die Realme Air Buds 2.Bildquelle: Simone Warnke/inside digital

Buds Air 2. Der Name dieser Kopfhörer klingt nach einer bunten Mischung aus Apple, Samsung und den anderen großen Herstellern am Markt. Dahinter steckt allerdings Realme, ein aufstrebendes Unternehmen aus China mit einer vor allem aggressiven Preispolitik. Doch was können Bluetooth-Kopfhörer mit ANC für gerade einmal 50 Euro?

Realme Buds Air 2: federleichtes Design

Was direkt auffällt, sobald man die zwei kabellosen Kopfhörer aus dem Ladeetui holt: sie sind leicht. Laut Realme bringen sie genau so viel Gewicht auf die Waage wie 4 Büroklammern – Hartplastik sei Dank. Das ist erleichternd für die Ohrmuscheln, fasst sich mit den Händen zeitgleich aber auch ein wenig billig an. Das Gefühl verstärkt sich auch durch die Optik, denn ganz sauber sind die Kopfhörer nicht verarbeitet – erkennbar beispielsweise an vergleichsweise breiten Rillen, in denen sich rasch Fusseln sammeln.

Davon abgesehen setzt sich der Steg silbern vom weißen Ohrhörer ab. Alternativ bietet Realme die Air Buds 2 aber auch in gänzlich Schwarz an. Die Ladebox ist oval wie ein Kieselstein, ebenso rund und komplett in Weiß gehalten. Eine kleine LED-Lampe auf der Front zeigt dir an, wie es um den Akku des Etuis steht. Grün steht dementsprechend für aufgeladen, rot für einen leeren Akku. Am unteren Rand ist ein USB-C-Anschluss verbaut, durch den die Kopfhörer und die Box wieder aufgeladen werden können.

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Bedienung, Passform und Funktionen

Realme legt mehrere Ersatzaufsätze den Kopfhörern bei, sodass du die passende Form für deine Ohren aussuchen kannst. Davon abgesehen passen die Kopfhörer hervorragend auch in kleine Ohren. Dementsprechend haben die Buds Air 2 einen sicheren Halt in der Ohrmuschel, der vom silbernen Steg noch einmal verstärkt wird. Auch bei stärkeren Bewegungen, wie etwa beim Joggen, sitzen die Kopfhörer noch angenehm in der Gehörgang und verrutschen nur minimal. Stichwort Joggen: Durch eine IPX5-Zertifizierung kann Schweiß und kleine Wassertropfen den Kopfhörern nichts anhaben.

Holt man die Kopfhörer aus ihrem Ladecase, verbinden sie sich in Windeseile per Bluetooth 5.2 mit dem Smartphone. Hast du die Kopfhörer zwischenzeitlich auch mit einem anderen Gerät verbunden, kannst du über dein Smartphone auswählen, mit welchem Gerät die Buds Air 2 sich letztlich verbinden sollen. Die Bedienung der In-Ear-Kopfhörer ist einfach und beschränkt sich auf einige Tipp-Gesten am äußeren Gehäuse. Mithilfe dessen kannst du beispielsweise zum nächsten Song in deiner Playlist gehen oder Gespräche annehmen. Durch langes gedrückthalten beider Kopfhörer kannst du außerdem zwischen dem ANC- und Transparenz-Modus hin und her schalten. Nimmst du einen oder beide Kopfhörer ab, stoppen die Air Buds 2 die gespielte Musik. Setzt du sie wieder ein, wird das erkannt und die Musik automatisch wieder gestartet. Das funktioniert in den meisten Fällen reibungslos; nur manchmal pausieren die Kopfhörer die Musik selbstständig.

Zusätzlich will Realme auch Gaming-Fans ins Boot holen und bietet einen Gaming-Modus an. Hier wird vor allem die Bluetooth-Latenzzeit von 128 auf 88 Millisekunden optimiert. Das geht aber nur, wenn du die App „Realme Link“ installiert hast und nutzt. Die Option muss darüber aktiviert werden. Beim Gaming ist das für das Spielerlebnis wichtig, da sonst die Akustik über die Kopfhörer und die Musik des Spiels verzögert sind.

Ein Kopfhörer der Realme Buds Air 2 in der Nahaufnahme in einer Hand
Die Kopfhörer der Realme Buds Air 2 in Weiß-Silber gehalten und bieten einen sicheren Halt in den Ohren.

ANC für 50 Euro?

Zum Marktstart Ende März verlangte Realme sogar „nur“ rund 40 Euro; regulär werden mittlerweile jedoch 49,99 Euro für die In-Ear-Kopfhörer fällig. Realme verspricht mit Active Noise Cancelling (ANC) mit einer Geräuschminimierung von bis zu 25 dB ein absolutes Highlight, denn Standard ist das in dieser Preisklasse nicht. ANC ist für viele allerdings ein wichtiges Kriterium. Bei den Air Buds 2 gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du aktivierst ANC oder wechselst in den sogenannten Transparenz-Modus. Letzterer soll vor allem dir als Hörer helfen, deinen Gesprächspartner einfach zu verstehen, ohne dass du die Kopfhörer aus den Ohren nehmen musst. Soweit die Theorie.

In der Praxis weicht das Ideal allerdings ein wenig ab. Befinden sich die Realme Buds Air 2 im Transparenz-Modus, hört man vor allem eins: Rauschen. Es hört sich nach einem lauten Staubsauger, einem laufenden Wasserhahn oder extremen Wind an. Dementsprechend ist es eher störend, als behilflich und sogar durch die Musik zu hören. Mit aktiviertem ANC verschwindet das Rauschen jedoch augenblicklich und mit ihm ebenso die meisten Umgebungsgeräusche. Vorbeifahrende Autos etwa können die Bluetooth-Kopfhörer relativ gut ausblenden, ebenso Gespräche fremder Leute. Laute Geräusche von Bahnen und Co. hört man jedoch weiterhin deutlich.

Das A und O: der Klang

Bei Kopfhörern verhält es sich ähnlich wie bei Smartphones: Die Geräte müssen nicht sehr teuer sein, um zu überzeugen. Der Klang der Realme Buds Air 2 ist überraschend gut. Sowohl tiefe Bässe als auch feine Töne geben die Kopfhörer satt wieder. Allerdings sind die Air Buds 2 ein wenig leise, sodass die Musik recht laut eingestellt werden muss, damit man sie vernünftig hören kann.

Bei Telefonaten sieht die Situation ähnlich aus: Nicht nur die Stimme des Anrufers, sondern auch die des Gesprächspartners sind klar und deutlich zu verstehen. Eigens dafür sind zwei Mikrofone verbaut. Schwierig wird es nur, wenn Wind, Autos oder andere laute Geräusche hinzukommen. Das können die Realme Buds Air 2 nicht filtern, sondern geben eine wilde Geräuschkulisse an den Gesprächspartner weiter.

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Überzeugender Akku

Im Vergleich zu den Vorgängermodellen dreht Realme bei den Air Buds 2 an den Schrauben und verschafft Nutzern eine bessere Akkulaufzeit. Bis zu fünf Stunden Laufzeit sind bei den Kopfhörern bei inaktivem ANC drin. Ist die Geräuschunterdrückung aktiv, verspricht das Startup vier Stunden Musikgenuss. Das Ladeetui kann die Air Buds 2 bis zu fünfmal neu laden, ehe das Case selbst erneut an den Strom angeschlossen werden muss. Das setzt sich auch in der Praxis realistisch um: Die Kopfhörer halten lange durch, ehe sie nach neuer Energie verlangen. Auch die Ladebox musste während der Testzeit nur einmal aufgeladen werden. Hier kann Realme also punkten.

Realme Buds Air 2: Ein Fazit

Für rund 50 Euro kann man mit den Realme Buds Air 2 nicht viel falsch machen. Gerade Alltagshörer, die telefonieren und unterwegs Musik hören wollen, kommen mit den Kopfhörern auf ihre Kosten. Der Klang überzeugt durch satte Klangfarben in den Tiefen und Höhen, ohne blechern oder schrill zu klingen. Der integrierte ANC ist zwar nicht überragend, erfüllt in den meisten Fällen aber seinen Zweck. Punkten kann Realme auch durch aktuell verbaute Technik, wie etwa Bluetooth 5.2.

Minuspunkte sammeln die Buds Air 2 hauptsächlich beim Telefonieren, wo Umgebungsgeräusche oft mitübertragen werden und den schlechten Transparenzmodus.

Bildquellen

  • Realme Buds Air 2: Simone Warnke/inside digital
  • Realme Air Buds 2: Simone Warnke/inside digital
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