Huawei FreeBuds 4i: Günstige Kopfhörer mit ANC im Test

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Der Markt für In-Ear-Kopfhörer wird immer größer. Inzwischen tummeln sich hier neben etablierten Spezialisten wie Sony oder Bose auch Smartphone-Hersteller wie Huawei. Mit den FreeBuds 4i gibt es nun ein vergleichsweise günstiges Modell mit ANC. Wir haben die Kopfhörer getestet.
Huawei FreeBuds 4i: Günstige In-Ear-Kopfhörer mit ANC
Huawei FreeBuds 4i: Günstige In-Ear-Kopfhörer mit ANC im TestBildquelle: Blasius Kawalkowski

Die Huawei FreeBuds 4i gehören aktuell mit einem Preis von rund 100 Euro zu den günstigeren In-Ear-Modellen mit Active Noise Cancelling (ANC). Sie wollen vor allem mit einem „modernen Look in minimalistischer Größe“ Eindruck machen. Zudem verspricht Huawei eine Akkulaufzeit von 10 Stunden. Können die Kopfhörer dieses Versprechen einhalten?

So gut ist die Rauschunterdrückung der Huawei FreeBuds 4i

Vielen Kopfhörer-Käufern ist heute eine gute Rauschunterdrückung wichtig. Wohl auch deshalb bietet Huawei bei dem günstigen Modell ANC an. In unserem Test ist die Geräuschunterdrückung zwar gut, aber nicht hervorragend. Das wird vor allem dann deutlich, wenn man die FreeBuds 4i mit den nur unwesentlich teureren FreeBuds Pro vergleicht. Während das Pro-Modell etwa eine dreistufige und intelligente ANC-Funktion bietet, lässt sich die Rauschunterdrückung bei den FreeBuds 4i nur ein- oder ausschalten. Zudem zeigte unser Test, dass das Active Noise Cancelling des Pro-Modells deutlich besser ist, als das der günstigeren Huawei-Kopfhörer.

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Darüber hinaus besitzen die Huawei FreeBuds 4i – ebenso wie das Pro-Modell – einen Aufmerksamkeitsmodus. Lässt sich dieser bei den Pro-Kopfhörern in verschiedenen Stufen der Umgebungslautstärke anpassen, kann man ihn bei den FreeBuds 4i wiederum nur ein- und ausschalten. Das ist aber nicht weiter störend. Die Verstärkung der Umgebungsgeräusche lässt sich mit dem Pro-Modell zwar intensiver einstellen. Jene der FreeBuds 4i reicht aber allemal aus.

Die Huawei FreeBuds 4i punkten mit ANC und einer guten Akkulaufzeit
Die Huawei FreeBuds 4i punkten mit ANC und einer guten Akkulaufzeit

Passform und Bedienung

Nicht nur die Funktionen, auch die Einstellungsmöglichkeiten sind bei den Huawei FreeBuds 4i begrenzter als bei den FreeBuds Pro. Zwar kann man durch zweimaliges Antippen die Musik pausieren und wiedergeben oder Lieder vor- und zurückspringen. Die Lautstärke verändern lässt sich aber nicht. Zudem lassen sich beim Pro-Modell durch ein-, zwei- oder dreimaliges Zusammendrücken der einzelnen Kopfhörer noch mehr Aktionen hinterlegen.

Noch etwas fällt auf. Obwohl beide In-Ear-Kopfhörer augenscheinlich die gleichen Ohrpolster haben, sitzen die FreeBuds Pro deutlich besser im Ohr. Bei den günstigeren FreeBuds 4i neigt man alle paar Minuten dazu, sie zurück ins Ohr zu schieben. Dabei konnte keines der vier mitgelieferten Ohrpolster es verbessern.

Huawei FreeBuds 4i im Ladecase
Huawei FreeBuds 4i im Ladecase

Der Klang der In-Ear-Kopfhörer

Das führt auch dazu, dass der Klang nicht berauschend ist. Die Kopfhörer sitzen etwas zu locker im Gehörgang und die Silikonaufsätze isolieren nicht gut genug. Drückt man die Huawei FreeBuds 4i etwas fester ins Ohr, bekommt man einen deutlich besseren Klang. Dieser hält aber nicht lange an, da die Kopfhörer langsam aus dem Hörkanal herausrutschen. Mit den Huawei FreeBuds Pro kann das günstigere Modell also nicht mithalten. Schon gar nicht, mit den T5 II von Klipsch.

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Dennoch geht der Klang der FreeBuds 4i zum Preis von 100 Euro noch in Ordnung. Es fehlen die Tiefen. Dafür sind die Höhen umso ausgeprägter. Das mag auch daran liegen, dass die Kopfhörer kein aptX unterstützen, sondern nur den AAC-Codec. Dieser bietet eine geringere Bandbreite bei der Übertragung von Musik vom Handy zu den Kopfhörern und ist somit verlustbehafteter.

Sie sitzen nicht perfekt im Ohr und liefern keinen hervorragenden Klang
Sie sitzen nicht perfekt im Ohr und liefern keinen hervorragenden Klang

Wer Telefongespräche über die Huawei FreeBuds 4i annimmt, hört den Gesprächspartner klar und deutlich. Auch man selbst wird auf der anderen Seite gut verstanden – wenn auch etwas blechern und kalt.

 

Akkulaufzeit der Huawei FreeBuds 4i

Huawei versprich für die FreeBuds 4i eine Akkulaufzeit von 10 Stunden – mit deaktivierte Geräuschunterdrückung. Im Test zeigte sich, dass das durchaus möglich ist. Nach 6 Stunden mit eingeschaltetem ANC waren noch 30 Prozent auf der Akkuskala übrig. Insgesamt sollen hier 7,5 Stunden möglich sein – ein realistischer Wert. Sind die Kopfhörer einmal leer gehört, lassen sie sich über das mitgelieferte Case wieder aufladen. Da beide Kopfhörer jeweils einen 55-mAh-Akku besitzen und das Ladecase einen 215-mAh-Akku an Bord hat, lassen sich die FreeBuds 4i etwa zweimal wieder aufladen, ehe man das Case selbst aufladen muss.

Fazit

Wer vor der Entscheidung steht: Huawei FreeBuds 4i oder FreeBuds Pro, sollte auf jeden Fall zu den 40 Euro teureren Modell greifen. Die FreeBuds 4i haben einen deutlich reduzierten Funktionsumfang, sitzen schlechter im Ohr und bringen dadurch auch einen schlechteren Klang mit sich. Damit einher geht wohl auch die etwas schlechtere, wenn auch trotzdem gute Rauschunterdrückung. Darüber hinaus verfügt das Pro-Modell über eine duale Geräteverbindung. Die Huawei FreeBuds 4i hingegen muss man erst vom Smartphone trennen, wenn man Musik auf dem Laptop weiterhören möchte.

Huawei hat die FreeBuds 4i momentan im Angebot. Der Preis inklusive einer Schutzhülle beläuft sich aktuell auf 79 Euro. Zu diesem Preis wären die In-Ear-Kopfhörer eine klare Empfehlung, wenn da nicht der 70 Euro günstige Testsieger der Stiftung Warentest wäre.

Bildquellen

  • Huawei FreeBuds 4i: Blasius Kawalkowski
  • Huawei FreeBuds 4i: Blasius Kawalkowski
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  • Huawei FreeBuds 4i: Blasius Kawalkowski
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