Der Huawei Mesh X3 Pro ist kein klassischer Router-Klotz. Statt blinkender LEDs an einem Plastik-Gehäuse bekommst du ein Gerät mit integriertem Lichtdesign. Farbtemperatur und Helligkeit lassen sich anpassen, Zeitpläne einstellen oder das Licht komplett deaktivieren. Das klingt nach Spielerei – ist im Alltag aber durchaus praktisch. Steht der Router sichtbar im Wohnzimmer oder Schlafzimmer, wirkt er nicht wie ein Fremdkörper, sondern eher wie eine kleine Design-Leuchte.
WLAN gut, aber nicht perfekt
Doch entscheidend ist nicht die Optik, sondern die Netzabdeckung. Im Test lief der Hauptrouter im Obergeschoss, ein Satellit versorgte das Untergeschoss – getrennt durch Stahlbeton und Fußbodenheizung. Das sind Bedingungen, unter denen WLAN schnell an Grenzen stößt. Trotzdem kamen von einer 300-Mbit-Leitung unten noch rund 180 bis 220 Mbit/s an. Das ist nicht überragend, für Streaming in 4K, parallele Videocalls und mehrere aktive Geräte reicht das aber problemlos.
Der eigentliche Vorteil eines Mesh-Systems zeigt sich beim Herumlaufen in der Wohnung: Dein Smartphone bleibt stabil verbunden, ohne dass du manuell das Netz wechseln musst. Genau das funktioniert hier zuverlässig. Spürbare Abbrüche gab es nicht.
Weniger komfortabel ist dagegen die Einrichtung auf Android. Die nötige App ist nicht direkt im Play Store verfügbar, sondern erfordert einen Umweg über Huaweis eigene App-Plattform. Das kostet Zeit und Vertrauen – gerade bei einem Produkt, das eigentlich Komfort verspricht. Für die breite Masse ist das nicht zu empfehlen.
Fritz!Box 4630 bleibt der pragmatische Gegenpol
Marktführer bei Routern in Deutschland ist die Fritz!Box. Die Fritz!Box 4630 verfolgt eine andere Philosophie, hat aber zumindest technisch eine ähnliche Zielgruppe. Sie will nicht dekorativ sein, sondern funktionieren. Optisch bleibt sie eine klassische Fritz!Box. Technisch bringt sie alles mit, was viele Haushalte erwarten: aktuelles WiFi 7, integrierte Telefonie, DECT-Basis für Schnurlostelefone, Gast-WLAN, VPN-Zugang, Kindersicherung und eine übersichtliche Benutzeroberfläche. Was beide Geräte gemein haben: kein eingebautes Modem. Egal ob Kabel, Satellit oder Glasfaser: Das Modem schaltest du vor den Router.
Der große Vorteil für dich: Die Einrichtung der Fritz!Box ist unkompliziert und gut geführt. Updates laufen automatisch, die Menüstruktur ist nachvollziehbar, und wenn du mehr einstellen willst, kannst du das tun – musst es aber nicht. Gerade wer viele Geräte im Haushalt betreibt oder Homeoffice und Telefonie kombiniert, profitiert von diesem Rundum-Ansatz. Allerdings ist die Fritz!Box zunächst ein Einzelrouter. Reicht die Abdeckung nicht aus, brauchst du zusätzliche Repeater. Das funktioniert gut, bedeutet aber zusätzliche Kosten und etwas mehr Planungsaufwand.
Was bedeutet das konkret für deinen Alltag?
Beim Huawei-System bekommst du eine Lösung, die vor allem größere oder verwinkelte Wohnungen direkt adressiert. Zwei Geräte sorgen von Anfang an für Flächenabdeckung. Du musst dich weniger um Funklöcher kümmern, weil das System darauf ausgelegt ist, mehrere Bereiche zu versorgen. Gleichzeitig steht kein technischer Kasten sichtbar im Raum, sondern ein Gerät mit Designanspruch.
Die Fritz!Box 4630 bietet dir dagegen maximale Übersicht und Vielseitigkeit. Sie ist die Schaltzentrale für Internet, Telefonie und Heimnetz in einem Gerät. Wenn du Wert auf Kontrolle, einfache Einrichtung und langfristige Software-Pflege legst, ist das ein starkes Argument.
Beim Stromverbrauch sind beide Lösungen alltagstauglich. Der Huawei-Router arbeitet sparsam, selbst mit aktiviertem Licht bleibt der Mehrverbrauch gering. Allerdings brauchst du zusätzlich ein separates Modem, was den Gesamtverbrauch etwas erhöht. Die Fritz!Box integriert mehr Funktionen in einem Gerät.
Empfehlung: Design-Statement oder Netzwerk-Zentrale?
Der Huawei Mesh X3 Pro eignet sich besonders für dich, wenn:
- dein Router sichtbar im Wohnraum steht
- du Wert auf eine unauffällige, wohnliche Optik legst
- du mehrere Etagen oder schwierige Grundrisse abdecken musst
- du ein stabiles Mesh-System ohne viel manuelle Optimierung suchst
- du mit indirekter Beleuchtung am Standort des Routers etwas anfangen kannst
Die Fritz!Box 4630 ist die bessere Wahl, wenn:
- du Telefonie direkt integrieren möchtest
- du viele Einstellmöglichkeiten und Diagnosefunktionen brauchst
- du eine möglichst einfache Einrichtung ohne Umwege willst
- du ein bewährtes Komplettsystem bevorzugst
- dir viele Einstellungsmöglichkeiten wichtig sind
Unterm Strich ist der Huawei-Router die emotionalere Lösung: Er verbindet Design mit solider WLAN-Abdeckung und macht aus Technik ein sichtbares Element im Raum. Die Fritz!Box bleibt der rationale Allrounder, der im Hintergrund zuverlässig arbeitet. Preislich stehen knapp 250 Euro (Huawei) gegen 170 Euro (Fritz!), wobei du hier aber für einen fairen Vergleich noch einen Repeater dazukaufen musst.
Beides funktioniert. Die entscheidende Frage ist nicht, welcher Router „besser“ ist – sondern welcher besser zu deinem Zuhause passt. Kurzum: Design ist wichtiger als die Nerd-Netzwerk-Funktionen? Dann bist du bei Huawei richtig. Willst du ein perfektes Heimnetzwerk und viele Dinge einstellen können, dann bist du bei Fritz! in den richtigen Händen.
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