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Ich habe einen günstigen Fensterputzroboter getestet – das Ergebnis hat mich überrascht

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Fensterputzroboter müssen nicht zwingend 400 bis 600 Euro kosten und von Ecovacs hergestellt werden. Es gibt auch günstige Alternativen wie den Hava U01. Im Test zeigt sich, für wen sich das billigere Modell lohnen kann.
Der HAVA U01 putzt ein Fenster und sprüht Glasreiniger
Der HAVA U01 kann einfach mit Wasser oder mit Glasreiniger verwendet werden.Bildquelle: Marie Gimborn/inside digital

Fensterputzen ist eine lästige Aufgabe – also warum nicht einen Fensterputzroboter die Arbeit erledigen lassen? Doch Top-Modelle von Ecovacs und Co. kosten gerne mal ein paar hundert Euro. Ich habe daher ein günstiges Gerät getestet: den Hava U01. Der Kaufpreis ist am Ende allerdings nicht das ausschlaggebende Argument für den Billig-Roboter.

Das macht den günstigen Fensterputzroboter interessant

Der Hava U01 ist ein Fensterputzroboter ohne Station, Akku oder technischen Schnickschnack wie einer Warmwasserfunktion, mit der Mova den T1 Station (Test) kürzlich auf den Markt gebracht hat. Dafür verfügt der U01 über zwei Wassertanks, kommt ohne teures Reinigungsmittel aus, kann auch trocken reinigen und ist schnell. Der Hersteller verspricht, dass das Gerät in zwei Minuten einen Quadratmeter Glasfläche reinigt.

Der Roboter kann auch auf gekippten und Deckenfenstern oder Spiegeln angewendet werden, vorausgesetzt, die Flächen messen mindestens 40 × 40 Zentimeter. Die 3.800 Pa Saugkraft des Geräts reichen dafür vollkommen aus – auch auf rahmenlosen Fenstern.

Das mit 1,25 Kilogramm leichte Gerät lässt sich unkompliziert installieren. Einfach das Netzkabel anschließen, das Sicherheitsseil und das Wischtuch festmachen, die Tanks mit Wasser befüllen und den Roboter einschalten. Du musst das Tuch vorher nicht einmal anfeuchten. Nach dem Ansetzen an die Scheibe startet der Hava U01 auf Knopfdruck sofort mit der Reinigung. Die zeigt sich im Test allerdings als nicht ganz ausgereift.

So (gut) reinigt der Hava U01

Ich habe den Hava U01 mit destilliertem Wasser getestet, da das Leitungswasser in meiner Region zu kalkhaltig ist. Das Ergebnis kann sich grundsätzlich sehen lassen, allerdings nur bei leicht verschmutzten Fenstern. Hier schafft es der Roboter etwa, Staub, Regenflecken oder Fettfinger-Abdrücke zu entfernen. Stärker verschmutzte Scheiben stellen ihn jedoch vor Probleme. Klebrige Flecken werden nicht entfernt und es bleiben teils Schlieren zurück. Auch ein Glasreiniger im Tank kann nicht wirklich bessere Ergebnisse liefern.

Die reine Fläche sieht nach der Reinigung klar aus. Es bleiben jedoch einige kleine Schmutzpunkte zurück. Und auch nach dem Abnehmen des Roboters kleben Dreck und Flusen am Glas. Die Kantenreinigung ist bestenfalls ausreichend. Teilweise fährt der Roboter Ecken und Kanten mit großem Abstand ab, teilweise schafft er es, Kanten maximal auf fünf Millimeter genau zu reinigen. Auch fängt der U01 an der oberen Seite des Fensters immer erst trocken an zu wischen, weshalb dieser Teil stets recht schmutzig bleibt.

Damit sind die Reinigungsergebnisse sehr inkonsistent, man muss immer nachwischen – vor allem am Fensterrahmen. Denn der Hava-Fensterputzroboter ist mit seinen zwei ultraschallgesteuerten Düsen nicht sehr treffsicher. Viel Wasser schafft es nicht auf die Scheibe, sondern landet auf dem Rahmen oder verfliegt einfach. Eine Düse pro Seite, die auch noch schräg ausgerichtet ist, kann das Wasser auch nicht gleichmäßig auf der Scheibe verteilen. Und wenn der Roboter beim vertikalen Reinigen nur nach unten sprüht, wird die Scheibe noch weniger befeuchtet.

Zu den Funktionen: Nicht alle sind praktisch

Der Hava U01 verfügt über einige praktische Funktionen. So kann man die Spray-Funktion ausschalten und nur trocken reinigen. Das bietet sich an, wenn die Fenster besonders staubig sind. Dann verschmiert der Roboter den Dreck nicht, sondern kann nach der Trockenreinigung schneller bessere Ergebnisse liefern. Außerdem gibt es eine Fernbedienung, mit der du die Modi auswählen, die Spray-Funktion an- und ausschalten, manuell sprühen und den Roboter fernsteuern kannst.

So sieht die Fernbedienung des HAVA U01 aus. Bildquelle: Marie Gimborn/inside digital

Grundsätzlich bietet der U01 einen Schnellreinigungs-Modus und einen Tiefenreinigungs-Modus an. Der Unterschied: Bei letzterem fährt der Roboter das Fenster zwei Mal ab – einmal im Z- und dann noch mal im N-Muster. Das dauert dann auch doppelt so lange. Übrigens kann der Hava U01 das Versprechen von 2 Minuten pro Quadratmeter im Schnellreinigungsmodus nicht halten. Im Test hat er eher 3 Minuten und noch länger gebraucht und dann noch mal 30 Sekunden, bis er wieder am Ausgangspunkt war.

Daneben gibt es noch drei automatische Programme, bei denen der Roboter wahlweise von rechts, von links oder von oben reinigt. Von links aus wird die komplette Scheibe gereinigt, von rechts aus nur nach unten und von oben nach unten wieder die komplette Scheibe. Das sind sehr spezielle Optionen, die ich im Test nur ausprobiert und danach nicht mehr genutzt habe. Auch, weil nicht alle Programme verlässlich funktion. Von links aus wurde bei einem Testlauf zum Beispiel nur ein mittlerer Streifen des Fensters gereinigt.

Die Fernsteuerung ist wie immer bei Fensterrobotern etwas hakelig, da sie oft nicht fein genug ist und schlecht reagiert. Über die Fernbedienung stehen dafür vier Tasten zur Richtungswahl zur Verfügung, in der App hast du hingegen ein Rad, das feinere Richtungsangaben ermöglicht.

So (leicht) lässt sich der Fensterputzroboter bedienen

Die Bedienung über das Gerät selbst, die Fernbedienung oder auch die App ist simpel. Es gibt nicht viele Einstellungsmöglichkeiten oder Optionen, die die Handhabung verkomplizieren würden. Zum Glück, denn die Anleitung ist nicht sehr detailliert. Der Roboter lässt sich leicht über einen Knopfdruck andocken und lösen. Allerdings vermisse ich hier eine Meldung des Geräts, ab wann ich das Gerät loslassen oder festhalten soll. Andere Hersteller bauen hier auf Lautsprecheransagen.

Apropos Lautsprecher: Deren Qualität ist minderwertig, hier wurde eindeutig gespart, wie das auch bei anderen günstigen Geräten oft der Fall ist. Sie klingen kratzig und die Sprachansagen sind furchtbar laut. Auch gibt der Roboter beim Einschalten einen durchdringenden Piepton von sich. Zwar kann ich über die App die Sprachansagen ausschalten, aber nicht die Lautstärke verändern. Dafür läuft das Gerät selbst im Durchschnitt bei 67 dB verhältnismäßig leise, kann aber auch zeitweise 74 dB erreichen. Das entspricht dann regem Straßenverkehr.

Statt einer Schlaufe setzt Hava auf einen festen Plastikgriff am Roboter, der sich weniger sicher greifen lässt. Beim Sicherungsseil hat man zwar bei der Länge (5 Meter) nicht gespart, dafür aber bei der Arretierung. So muss ich das Ende mit einer Schraube in ein dafür vorgesehenes Loch im Roboter drehen. Das ist fummelig und dauert lange. Beim Netzkabel sind sogar 7,5 Meter drin. Das ist wirklich viel und ermöglicht eine hohe Reichweite. Der interne Sicherheitsakku lädt sich auch in gut zwei Stunden auf und sorgt so im Ernstfall dafür, dass der Roboter auch nach einem Stromausfall noch 30 Minuten festhält.

Wenig Aufwand bei der Wartung

Positiv kann ich auch den geringen Wartungsaufwand hervorheben. Die Laufbänder reinigen sich nach dem Einschalten und auf den Rücken Legen des Geräts mit einem Tuch schnell. Die Wischtücher können in der Waschmaschine gewaschen werden (Wichtig: ohne Weichspüler!), allerdings fransen sie auch schon bei Handwäsche nach wenigen Nutzzyklen aus. Zudem muss man darauf achten, dass sie vor erneuter Nutzung möglichst trocken sind. Sonst rutscht der Roboter von der Fensterscheibe ab.

Die Wassertanks müssen erstaunlich selten aufgefüllt werden, obwohl sie jeweils nur 25 Milliliter fassen. Nach vier Fenstern mit einer Fläche von etwa 1,3 Quadratmetern waren sie erst zur Hälfte leer. So könnte man mit einer Befüllung gut alle Fenster in einer mittelgroßen Wohnung reinigen.

Interessant wird es allerdings bei den Wassersprühdüsen. Diese müssen ausgetauscht werden, sobald sie nicht mehr richtig funktionieren oder kein Wasser mehr versprühen. Trotz voller Funktionalität habe ich den Tausch selbst probiert und wäre fast an den winzigen Kreuzschrauben gescheitert. Die sind nach dem Wechsel auch schon weitestgehend rund. Unter dem Wassertank warten dann noch ein winziges Kabel und ein Stecker, die getrennt und ersetzt werden wollen. Eine fummelige Arbeit – und danach kann es passieren, dass die neue Düse nicht dicht sitzt und das Wasser ausläuft. Wer sich das nicht zutraut, kann das Gerät auch einschicken. Hava bietet auch in Deutschland einen Reperaturservice an, der den komplizierten Sprühdüsen-Tausch übernimmt.

Großzügig beim Preis und Zubehör

Mit im kompakten Paket des Hava U01 sind sechs Ersatzwischtücher dabei, was deutlich mehr ist, als die meisten Hersteller beisteuern. Dafür kostet jedes weitere auch gleich zwölf Euro bei einer Nachbestellung. Dann legt der Hersteller noch zwei Wassersprühdüsen dazu, die im Doppelpack ebenfalls zwölf Euro kosten würden. Neben Ladekabel, Sicherungsseil und Fernbedienung inklusive Batterie können Käufer noch eine kleine Spritzflasche zum Befüllen der Wassertanks nutzen.

Das Zubehör zum HAVA U01: Das Netzkabel besteht aus drei Teilen, fünf Ersatzwischtücher sind dabei und eine kleine Flasche zum Befüllen. In der Plastiktüte befindet sich die Düse. Bildquelle: Marie Gimborn/inside digital

Alles zusammen kostet der Hava U01 279,99 Euro (UVP). Aktuell ist er für 159,99 Euro über die offizielle Webseite des Herstellers bestellbar (Stand 23. Oktober). Generalüberholt gibt es ihn dort auch schon für 99,99 Euro. In diesem Preissegment gibt es nur andere No-Name-Produkte oder noch den Winbot Mini von Ecovacs für aktuell 169 Euro bei Amazon (Stand 23. Oktober).

Zum Vergleich hier eine kurze Datentabelle:

Hava U01Ecovacs Winbot Mini
Preis159,99 Euro (UVP 279,99 Euro)169 Euro bei Amazon (199 Euro bei Ecovacs)
Saugkraft3.800 Pa7.500 Pa (3.200 Pa während der Fahrt)
Reinigungsgeschwindigkeit2 Min. pro m² im Standardmodus (im Test eher 3 Min.)3 Min. pro m² (Schnellmodus)
SprühsystemUltraschall-Zerstäubung, 2 DüsenUltraschall-Zerstäubung, 4 Düsen
Wassertank2 x 25 ml (50 ml insgesamt)60 ml
ReinigungsmodiStandard, Tiefenreinigung (Z- und N-Pfad)Schnell, Gründlich, Punktreinigung (Routenplanung mit WIN-SLAM 3.0)
KantenreinigungVollständige Abdeckung (im Test nicht bestätigt)bis 99,5 % Abdeckung, ohne Stoßfänger
Mindestgröße Fenster40 x 40 cm22 x 25 cm
Notstromakku750 mAh, mind. 30 Min. Halt bei Stromausfall3.000 mAh, 30 Min. Halt bei Stromausfall
Sicherheitsseil5 m3,3 m
Kabellänge7,5 m4,7 m
Lautstärkeca. 67 dB im Durchschnitt, max. 74 dB (eigene Messung)63 dB (Herstellerangabe)
Gewicht1,25 kg1,3 kg
Abmessungen25 x 25 x 9 cm21,5 x 21,5 x 5,5 cm
SteuerungFernbedienung und App (Tuya), SprachansagenApp (Ecovacs Home, per Bluetooth), keine Fernbedienung
Lieferumfang6 Mikrofasertücher, Fernbedienung, 2 Sprühdüsen, Sicherheitsseil, Sprühflasche, Verlängerungskabel2 Wischpads, Sicherheitsseil mit Karabiner, 230 ml Reinigungslösung
Zubehör (Nachkauf)Ersatzwischtuch: 12 Euro, 2 Sprühdüsen: 12 Euro2 Reinigungspads: 16,15 Euro, Reinigungslösung (1 Liter): 20,40 Euro

Fazit: Für alle, die auf teure Modelle verzichten können

Der Hava U01 ist kein Fensterputzroboter, der dir das Fensterputzen komplett abnimmt. Für leicht verschmutzte Scheiben ist er aber eine echte Hilfe und preisgünstig. Das Gerät wurde vor allem dafür entwickelt, die regelmäßige Fensterreinigung zu erleichtern und den manuellen Aufwand zu reduzieren. Bei hartnäckigen Verschmutzungen musst du daher selbst den Putzlappen schwingen. Dazu kommen kleinere Ärgernisse wie die schrillen Lautsprecher oder die fummelige Arbeit am Sicherungsseil und den Düsen. Dafür überzeugt der U01 an anderer Stelle. Er ist leicht, schnell eingerichtet und einfach zu bedienen. Die Reichweite ist dank langem Stromkabel und hinlänglicher Tankkapazität ausreichend für eine mittelgroße Wohnung. Spezielles Reinigungsmittel brauchst du nicht, und mit sechs Wischtüchern im Lieferumfang musst du so schnell nichts nachkaufen. Die Folgekosten halten sich also in Grenzen.

Vorteile

  • leicht, kompakt und schnell eingerichtet
  • einfache Bedienung (mit Fernbedienung)
  • trockene Reinigung möglich
  • braucht kein Reinigungsmittel
  • großzügiger Lieferumfang

Nachteile

  • reinigt lückenhaft, Kanten und Ecken werden kaum abgedeckt
  • nur für leichte Verschmutzungen geeignet
  • langsamer als versprochen
  • minderwertige Lautsprecher und laute Töne
  • umständliche Befestigung des Sicherungsseils
  • mühsamer Düsenwechsel
  • Wischtücher fransen schnell aus

HAVA U01 Fensterputzroboter Testsiegel Bildquelle: inside digital
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