Acer Nitro 5 im Test: Geht der Gamer-Traum in Erfüllung?

7 Minuten
Für viele Gamer sind Notebooks fürs Spielen zu kompromissbehaftet. Acer ist da anderer Meinung und versucht seit Längerem mit seiner Nitro-Serie zu überzeugen. Das gilt nicht zuletzt für die neueste Generation. Wir haben uns das Nitro 5 angeschaut und zeigen, was es kann.
Acer Nitro 5

Das Acer Nitro 5 ist schon optisch ein klassisches Gaming-Notebook: Das Gehäuse ist wuchtig und wurde im klassischen Schwarz gehalten. Scharf gezeichnete Kanten und zahlreiche Schrägen dominieren. Die Rückseite hat Acer in rot gefärbt. Zwei fette Luftauslässe flankieren sie. Ein martialischer Auftritt soll schon äußerlich große Kraft suggerieren.

Materialmix im Acer Nitro 5 ist gut kombiniert

Bei der Materialwahl zeigt sich eine Zweiteilung: Display-Deckel und die Oberseite des Unterbaus sind aus Metall gefertigt, die Einfassung des Bildschirms und der Unterbau selbst sind aus Kunststoff. Gerade der vergleichsweise breite Bildschirmrand wirkt dabei etwas billig.

Der Qualität der Verarbeitung steht der Materialmix nicht im Weg. Das Nitro 5 ist den Anforderungen an erhöhte Reisetätigkeit gewachsen. Das Gehäuse ist stabil, lässt sich nicht verwinden. Die Stabilität des Displaydeckels ist gerade mit Blick auf die Bildschirmgröße gut. Die Scharniere lassen erkennen, welche Arbeit dahintersteckt, einen solch ausgewachsenen Monitor in Position zu halten. Doch es benötigt im Alltag schon etwas kräftigere Rempler, um den Aufstellwinkel ungewollt zu ändern.

Acer Nitro 5
Große Ein- und Auslässe sorgen für einen guten Luftzug

Das Acer Nitro 5 ist nicht gerade kompakt. Die Bauhöhe ist mit 2,5 cm zwar noch erstaunlich gering, wenn man bedenkt, welch leistungsstarke Hardware im Inneren schlummert, doch allein die Grundfläche von 40,4 x 28 cm ist eine Herausforderung für den Transport in Taschen und Rucksäcken. Auch das Gewicht von 2,7 Kg lädt nicht gerade dazu ein das Notebook, als ständigen Begleiter mit sich zu führen.

Großer Bildschirm mit ordentlicher Auflösung

Mit einer Diagonale von 17,3 Zoll steckt in dem von Acer für den Test bereitgestellten Notebook die größere Bildschirmvariante, die eine Auflösung von 2.560 x 1.440 bietet. Wie bei der Mehrzahl der Gaming-Notebooks wird dabei auf die IPS-Technologie vertraut, die auch in diesem Fall für eine sehr ausgewogene Farbdarstellung und kräftige Kontraste sorgt.

Die fürs Gaming wichtige Bildrate wird vom Hersteller mit 165 Hz angegeben und dürfte den meisten vollends genügen. Auch anspruchsvolle Titel wie Call of Duty laufen flüssig. Wenn die Auflösung auf 1080p heruntergeregelt wird, sollen sogar Raten von 300 Hz drin sein. Das sollte zumindest bei FullHD selbst den Extremisten unter den Spielern genügen.

Acer Nitro 5
Nicht nur die Hardware kann überzeugen, auch die Tastatur ist im Vergleich zu manchem Konkurrenten brauchbar

Schnellster AMD-Prozessor, dickste Nvidia-Karte, aber nur 16 GB RAM

Beim Gaming zählt Leistung, und diesem Anspruch wird Acer bei seinem Nitro gerecht: Im Inneren setzt der Hersteller auf AMDs Ryzen 9 5900HX, dem aktuell schnellsten Notebook-Chip des Herstellers, dessen acht CPU-Kerne im Bedarfsfall virtuell verdoppelt werden können. Dabei arbeiten sie mit Taktraten von 3,3 bis 4,6 GHz. Die Leistungsfähigkeit der Kerne steht prinzipiell außer Frage. Allerdings ist der Unterschied zu den Topmodellen der Ryzen-7-Serie gering. Letztlich steigen lediglich die Taktraten, die Core-Architektur ist identisch. Im Geekbench-Testprogramm erreicht das Lenovo Legion 7 mit seinem theoretisch langsameren Ryzen 7 5800H sogar eine um rund 10 Prozent höhere Leistung.

Ähnlich potent ist die Grafikkarte des Test-Systems: Acer vertraut auf Nvidias RTX 3080 – dem wohl aktuell schnellsten Modell für Notebooks. Die Leistung liegt auf dem zehnfachen Niveau im Vergleich zu Intels Iris Plus XE, die in Office- und Business-Notebooks zu den schnellen GPUs gehört.

Acer Nitro 5 
Display:17,3 Zoll, IPS, (2.560 x 1.440 Pixel)
Prozessor:AMD Ryzen 9 5900HX
Grafik:Nvidia Geforce RTX 3080
Arbeitsspeicher:16 GB
Datenspeicher1 TB, NVMe SSD
Anschlüsse:3x USB-Typ-A (Gen 3.0), 1x USB Typ-C (3.1 Gen), Gbit-LAN, 3,5-mm-Klinke
Drahtlos:WLAN 6 (ax), Bluetooth 5.0
Akku:57,48 Wh
Lieferumfang:Netzteil
Abmessungen:40,4 x 28 x 2,5 cm
Gewicht:2,7 kg
Betriebssystem:Windows 10 Education
Preis:2.099,00€

Das Kühlsystem des Nitro 5 gefällt insbesondere, wenn viel Leistung abgerufen wird. Zwar rauschen die beiden Lüfter bereits im Office-Betrieb konstant, wenn andere Gaming-Notebooks noch still bleiben. Dafür wird das Gehäuse weniger als Kühlkörper genutzt, die Handballenauflage erwärmt sich kaum. Zudem steigt die Lautstärke der Ventilatoren mit wachsender Last nicht mehr übermäßig.

Der Arbeitsspeicher des Testmodells ist mit 16 GB im DDR4-Format nicht wirklich üppig dimensioniert. In dieser Leistungsklasse sind 32 GB keine Seltenheit. Das Nitro 5 wird allerdings in vielen Konfigurationen angeboten, sodass Kaufinteressenten unter den zahlreichen Optionen die passende finden.

Datenspeicher des Acer Nitro 5: Erweiterungsoptionen für Schrauber

Spiele können die Speicherlaufwerke schnell an Grenzen bringen, insbesondere anspruchsvolle Titel. Als Pflichtgröße kann ein Terabyte angesehen werden, und genau den stellt die von Western Digital stammende NVMe-SSD bereit. Die Performance ist jedoch eher mittelprächtig. So werden beim sequenziellen Lesen von Daten Geschwindigkeiten von knapp 2500 MB/s erreicht, beim Schreiben sind es rund 2000 MB/s.

Allerdings verspricht der Hersteller Schraubern zusätzliche Möglichkeiten: Im Inneren des Notebooks finden sich ein weiterer M.2-Slot sowie ein klassischer 2,5-Zoll-Schacht für ein einfaches Erhöhen der Speicherkapazitäten.

Acer Nitro 5
Die wesentlichen Peripheriegeräte finden beim Nitro 5 ihren Platz – zu viele dürfen es aber nicht sein

Schnittstellen: Bitte nicht zu viel Peripherie

Die Bestückung mit Schnittstellen ist auf einem ordentlichen, aber nicht überragendem Niveau. Peripherie kann über drei klassische USB-Ports sowie einen USB-Typ-C-Steckplatz angebunden werden. Für Displays steht außerdem HDMI bereit. Auch an die für einen Gaming-Rechner obligatorische LAN-Buchse für den kabelgebundenen Netzwerkanschluss hat Acer gedacht. Sie ist intern von einem Killer-Ethernet-Controller angebunden. Üppig ist dennoch etwas anderes.

Bei WLAN und Bluetooth vertraut Acer auf Technik von Mediatek, die über das MT7921-Modul zur Verfügung gestellt werden. Dabei werden zum einen der ax-Standard (WLAN 6) und zum anderen Bluetooth 5.2 unterstützt. Leider funktionierte bei Letzterem der Treiber nicht, sodass diese Form der Übertragung nicht genutzt werden konnte.

Tasten bestehen beim Spielen

Eine Notebook-Tastatur ist nicht des Gamers erste Wahl. Viele schließen eine zusätzliche Tastatur an. Dennoch sind die Tasten, die im Nitro 5 stecken, mehr als eine Notlösung. Mit einem ordentlichen Tastenhub und einem definierten, aber nicht zu knackigen Druckpunkt vermitteln sie unter den Fingern ein gutes Gefühl, auch beim Spielen.

Das Touchpad ist mit einer Fläche von 10,6 x 7,8 cm nicht klein, dennoch hätte sich der eine oder andere über etwas mehr Großzügigkeit gefreut. Gerade bei produktiven Anwendungen, für die sich das Notebook dank seiner leistungsstarken Hardware ebenfalls gut eignet ist, wäre etwas mehr Platz schön gewesen. Und das Gehäuse selbst hält die nötigen Reserven theoretisch bereit.

Acer Nitro 5
Dem Akku-Betrieb werden nicht zuletzt durch den kleinen Energiespeicher enge Grenzen gesetzt

Kleiner Akku: Das Acer Nitro 5 will Strom aus der Leitung

Die Laufzeiten im Akku-Betrieb sind bei Gaming-Notebooks kein Kriterium, dem bei der Entwicklung eine gewichtige Rolle zugemessen wird. Das gilt auch für das Nitro 5. Der Li-Polymer mit vier Zellen hält eine Kapazität von 57,48 Wh bereit. Das ist in Anbetracht der Größe des Notebooks nicht gerade viel. Im Office-Akku-Testlauf des PCMark-10-Benchmarks, dessen Szenario recht realistisch ist, wird eine Laufzeit von drei Stunden und 15 Minuten erreicht, beim Spielen sind es etwas mehr als eine Stunde – viel mehr ist auch bei der alltäglichen Benutzung kaum herauszuholen.

Fazit zum Acer Nitro 5

Das Acer Nitro 5 ist ein echtes Gaming-Notebook, das wird schon optisch mehr als deutlich unterstrichen. Die hochwertige Verarbeitung verspricht Haltbarkeit in widrigen Situationen, etwa bei LAN-Partys. Dazu passt auch die Hardware, die hinsichtlich ihrer Leistung über jeden Zweifel erhaben ist, wenn man davon absieht, dass die nächste Steigerung sich nur mit einem Desktop-PC erreichen lässt. Bei den Eingabegeräten gefällt insbesondere die Tastatur; der Wermutstropfen ist die Schnittstellenbestückung. Andere Hersteller bieten mehr, und das besser platziert. Unschön ist der kaputte Bluetooth-Treiber.

Pro

  • Schnelle Hardware
  • Gutes, großes Display
  • Gute Tastatur

Contra

  • Mäßige Schnittstellenausstattung
  • Ständig rauschende Lüfter

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8 KOMMENTARE

  1. Markus

    Eine Model Angabe wäre hier durchaus angebracht. Gibt’s doch einige Nitro 5 Modelle. Lg

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  2. Matthias Wellendorf inside digital Team

    Wir hatten das Modell AN517-41-R7YK im Test.

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  3. InYourFace

    Ist das euer Ernst das ihr Fps/ Hz mit MHz beim Display verwechselt? 😅
    Aua und das als namenhafte Seite..

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    • Matthias Wellendorf inside digital Team

      Naja, verwechseln würde ich jetzt nicht sagen, aber wenn du den ganzen Tag Werte hinter Zahlen heruntertippst, passiert sowas schon mal. Ärgerlich ist, dass es mit nicht bei der Korrektur aufgefallen ist – dann hätte ichs nicht im Nachgang ändern müssen. Aber danke für den Hinweis.

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  4. WheelchairGHOST

    Ich könnte eine ganze Story schreiben, will nur keinen langweilen.
    Ich bin ein Fan von Gaming Notebooks. Da ich im Rollstuhl sitze und leider auch öfter mal ins KH muss, ist das eine für mich perfekte Lösung.
    Daher überlege ich mir, mir noch ein 15 oder 16 Zoll Gaming Notebook zu zulegen. Derzeit besitze ich ein 17,3 Zoll Acer Transformer und bin total begeistert.

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  5. Jaro

    N’Abend
    Kann denn Test nicht nachvollziehen
    Hab das Model an 517 -41/ R0L3
    Mit der 3080er Karte die Lüfter selbst bei volllast hört man kaum leichtes Summen was aber ok ist Stört keinen . Zu der Performance muss ich nichts sagen kein Spiel unter 90fps das beim lapi WTF . Kann wirklich nicht dein Test verstehen

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