Smart Home für Einsteiger: So wird das Eigenheim intelligent

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Smart Home Symbole mit einer Hand
Bildquelle: Pixabay
Das 21. Jahrhundert wird nicht umsonst als digitales Zeitalter bezeichnet. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich die Technik rasant entwickelt und ist voran geprescht. Smart sind nicht mehr nur Mobiltelefone, sondern auch Fernseher, Lautsprecher und verschiedenste Haushaltsprodukte. Antworten auf die Fragen, wie das Eigenheim smart wird und welche Produkte man braucht, gibt es in folgendem Artikel.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Fragen:

  • Was ist Smart Home?
  • Welche Smart-Home-Systeme gibt es?
  • Wie macht man das Eigenheim smart?

Smart sind einzelne Gerätschaften aus den verschiedensten Bereich schon lange: Mobiltelefone, Lautsprecher, Glühbirnen, Autos und Co. bieten ihren Nutzern Funktionen, die den Alltag komfortabler gestalten sollen. Die Raffinesse besteht in einem nächsten Schritt darin, alle smarten Produkte miteinander zu verbinden. Doch was bedeutet „Smart Home“ eigentlich genau?

Was ist Smart Home?

Hinter dem Begriff „Smart Home“ versteckt sich keine tief gehende, komplizierte Definition. Im Gegenteil: Der Begriff bezeichnet genau das, was gemeint ist – nämlich ein vernetztes Zuhause. Sämtliche technische Verfahren und Systeme, die Wohnräume miteinander digital vernetzen können, gehören zu „Smart Home“. Unter dem Oberbegriff versammeln sich im weiteren detaillierte Kategorien, wie beispielsweise vernetzte Haushaltsgeräte, Haustechnik oder Unterhaltungselektronik. Damit gemeinte Gerätschaften sind beispielsweise:

  • Haushaltsgeräte: Herd, Kühlschrank, Waschmaschine oder Kaffeemaschine
  • Haustechnik: Jalousien, Lichtquellen, Heizungen oder Türklingeln
  • Unterhaltungselektronik: Lautsprecher, Fernseher, PCs oder Smartphones

Ein einzelnes smartes Gerät in den eigenen vier Wänden macht das Eigenheim aber noch nicht zu einem smarten Zuhause. Allgemeingültig ist die Rede von Smart Home, wenn alle oder mindestens die meiste im Haus installierte Elektronik miteinander vernetzt ist und kommunizieren kann.

Wie funktioniert Smart Home?

Kommunikation unter Geräten bedeutet nichts anderes, als das eine intelligente Steuerung Produkte fernsteuert. Jalousien können zu einer bestimmten Uhrzeit hoch- oder herunterfahren, die Heizung die Wohnung schon vorwärmen, bevor man von der Arbeit nach Hause kommt und der Roboter-Staubsauger kann alles automatisiert blitzblank saugen.

Nutzer haben aus der Ferne zumeist Kontrolle über ihr Eigenheim per App. Je nach Anbieter findet sich in der Regel sowohl im Google Play Store als auch Apples App Store eine zugehörige App, die sich mit den Produkten synchronisieren lässt. Durch die Kontrolle lassen sich positive Eigenschaften von Smart Home ableiten. Zentrale Schlagworte im Zusammenhang mit Smart Home sind Komfort für Nutzer, erhöhte Sicherheit und das Sparen von Energie.

Smart Home: So funktioniert der Einstieg

Wagt man den Schritt und möchte sein Zuhause smart machen, steht die erste Entscheidung an. Beim Kauf eines Starterpakets entscheidet man sich nicht nur für ein System, sondern auch für eine bestimmte Funktechnik. Doch der Reihe nach. Starterpakete oder auch Starter-Kits sind der erste Schritt Richtung Smart Home und beinhalten in der Regel bestimmte Sensoren, Steckdosen, Steuereinheiten oder auch Leuchtmittel. Die Entscheidung, welches Kit im Einkaufskorb landet, sollte danach ausgewählt werden, welcher Bereich des Hauses smart werden soll – beispielsweise das Heizungssystem. Das Starter-Kit stellt die Basis für die weitere Smart-Home-Ausstattung dar.

Neben den konkreten Produkten legen Verbraucher bei dem Kauf des Starterpakets aber auch fest, über welche Technik die Steuerzentrale mit den gekoppelten Geräten kommuniziert. Zur Verfügung stehen Bluetooth, WLAN, DECT, Z-Wave oder Zigbee. Denn alle nachfolgenden Produkte die Nutzer zur Digitalisierung seiner vier Wände kauft, müssen die gleiche Schnittstelle besitzen. Ist dies nicht gegeben, müssen Verbraucher sogenannte Smart-Home-Hubs oder Bridges zusätzlich kaufen, die die Differenzen überbrücken. Diese müssen dann allerdings den gleichen Funkstandard verwenden wie die Steuerzentrale. Um Unkosten zu vermeiden, ist es schon beim Kauf eines Starterpakets empfehlenswert darauf zu achten, dass die Geräte mit anderen Schnittstellen kompatibel sind.

Je nach Hersteller wird die Steuerungszentrale entweder als Programm für den PC, mittlerweile hauptsächlich aber als App für das Smartphone oder Tablet zum Download angeboten. Mittels derer und einer Internetverbindung lässt sich das heimische Smart-Home-System jederzeit steuern und kontrollieren.

Einsatzfeld: Welche Smart-Home-Systeme gibt es?

Zum Einstieg finden sich für verschiedene Anwendungsgebiete passende Smart-Home-Systeme, mit dem sich das zu Hause für den Anfang in Teilen smart gestalten lässt. So können Heizkörper oder die zentrale Heiztherme an smarte Systeme angeschlossen werden und fortan beispielsweise über das Smartphone gesteuert werden. Darüber hinaus können sie an die Außentemperatur oder auch Luftfeuchtigkeit angepasst werden.

Beliebt sind auch smarte Lampen: Sind sie an ein Smart-Home-System angeschlossen, lassen sie sich per App kontrollieren programmieren und zu bestimmten Uhrzeiten einschalten. Ähnlich verhält es sich mit digitalen Steckdosen: Smarte Steckdosen können Energie einsparen und vernetzte Geräte zu einer bestimmten Zeit anschalten. Nutzer können hier Regeln festlegen oder die Steckdosen autonom wie zufällig agieren lassen. Auf der Welle des Erfolgs schwimmen in diesem Bereich Philips und sein Hue-System, aber auch die IKEA Tradfri-Serie. Auch Discounter Aldi mischt mit dem hauseigenen Smart Light Starter-Set bei Smart Home mit.

Alarmsysteme machen das Eigenheim indes sicherer. Die Sicherheit bezieht sich nicht nur auf smarte Überwachungskameras oder Ähnliches, sondern auch auf etwaige Schäden im Haus. Entsprechende Systeme können beispielsweise einen Wasserrohrbruch melden und so schlimmeres verhindern. Sind Nutzer nicht zu Hause, simulieren Smart-Home-Systeme ebenfalls durch angehendes Licht oder Musik Leben in einem leeren Haus.

Neuartige Systeme

Recht neu und aufstrebend sind Smart-Home-Systeme für den Garten – das sogenannte „Smart Gardening“. Immer mehr Hersteller entwickeln Produkte für den Außenbereich. War Gartenarbeit bislang mühsam, soll sie durch steuerbare Geräte einfacher zu gestalten sein. Bewässerungsanlagen für Pflanzen können elektronisch gesteuert werden, auch dunkle Ecken mit smarten Lampen beleuchtet oder der Rasen mittels eines Roboter-Rasenmähers gemäht werden. Passende Produkte hat beispielsweise Philips im Sortiment.

Offline-Lösungen und Datenverkehr

Meistens sind Geräte, die ein Haus smart machen sollen, mit dem WLAN verbunden. Allerdings müssen sie das nicht unbedingt sein. Im Gegenteil: Es gibt für viele Systeme auch eine Offline-Lösung und einen manuellen Modus. Sollte das Internet einmal ausfallen, sollte man Heizungen trotzdem regeln und das Licht ausschalten können.

Bei der Installation von Smart-Home-Systemen sollten sich Verbraucher darüber bewusst sein, dass sie Unternehmen tendenziell viele Daten zur Verfügung stellen. Je weiter ein Smart Home ausgebaut wird, desto mehr Informationen können die hinter den Produkten stehenden Firmen aus den persönlichen Daten ableiten. Im Test von Smart-Home-Geräten urteilte auch die Stiftung Warentest, dass Nutzer ihre Daten und Gerätschaften bestmöglich durch Passwörter langfristig schützen müssen.

Beispiele für ein Smart Home

Dass man in der Theorie seinen gesamten Haushalt miteinander vernetzen kann, ist kein Geheimnis. Aber zu konkreten Vorstellungen, dass das Smart Home ein eigener Kosmos sein kann, sollen folgende Beispiele geben. Wie eingangs erwähnt, kann sich ein Smart Home vorteilhaft auf den Energiehaushalt, die Sicherheit und den Komfort auswirken.

In puncto Sicherheit stehen unter anderem Sicherheitskameras zur Verfügung, die an ein Alarmsystem gekoppelt ist. Befinden sich Unbefugte auf dem eigenen Grundstück, sind viele Überwachungskameras dazu in der Lage, die Personen auch im Dunklen zu erkennen und ein Signal an das Smartphone oder Tablet des Nutzers zu senden. Solche Kameras stehen auch für den Innenbereich bereit. So können Nutzer auch von unterwegs einen Blick in ihr Haus werfen; alternativ stehen die Aufzeichnungen in einer Cloud zur Verfügung. Eine Kamera kann sich außerdem in einer smarten Klingel befinden – als Ersatzspion beispielsweise.

Für mehr Sicherheit sorgen ferner smarte Türschlösser und Fenster- sowie Fensterkontakte. Während letztere nicht nur vor Einbruch warnen, helfen sie ebenso beim Energie sparen. Smarte Türschlösser machen den Alltag für Bewohner einfacher. Die Komponenten werden einfach an das alte Türschloss angebracht. Eigentümer können wahlweise per App oder Schlüssel in ihr Haus gelangen und auch anderen Personen temporär per App Zutritt gewähren.

In das Smart-Home-System spielen außerdem smarte Rollläden und Rauchmelder eine Rolle. Bleibt man spontan eine Nacht außer Haus oder fährt in den Urlaub, hat man per App Kontrolle über seine Rollläden. Per Fernsteuerung lassen sich sie sich hoch- und herunterfahren. Alternativ lässt sich eine bestimmte Uhrzeit einstellen. Diejenigen, die Angst vor Feuer in ihren eigenen vier Wänden haben, können die Lage jederzeit mit smarten Rauchmeldern im Griff halten. Sollte eine Rauchentwicklung stattfinden, sendet der Rauchmelder automatisch eine Warnung an das Smartphone oder Tablet.

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  • Smart Home Symboldbild: Pixabay
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Simone liebt Technik und kann sich heute immer noch für analoge Technologien begeistern. Wenn sie nicht gerade vor der Kamera steht oder Handys miteinander vergleicht, studiert die gebürtige Aachenerin in Bonn Komparatistik - und vergleicht Bücher. Neben ihrer Leidenschaft für Literatur ist Simone ein Bonvivant. Reicht man ihr leckeren Wein und ein paar Tapas, kann man ihr hin und wieder ein paar Sätze auf Spanisch entlocken. Sollte Simone jemand oder etwas auf die Palme bringen - was in etwa einmal pro Dekade passiert - bleibt sie nur kurz oben sitzen. Und lächelt dabei auch schon wieder.

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2 KOMMENTARE

  1. Gute Idee das Thema mal wirklich grundsätzlich zu erläutern. Allerdings ist der Versuch kläglich gescheitert. Mit der Anleitung man möge mit einem Starter Set beginnen führt der Text den Kunden in „Zwangs-Ehen“ mit bestimmten Herstellern und befähigt ihn nicht, sich selbständig mit der Planung seines Smart Home entsprechend seiner Bedarfe auseinander zu setzen. Der wesentliche Teil der wirklich Potenten Smart Home Zentralen (z.B. Vera, Zipato, Fibaro homecenter, homee, Homey uvm.) ist nicht in sogenannten „Starter Kits“ erhältlich.
    Besonders „peinlich“ finde ich allerdings die Anwendungsbeispiele. Diese sind keines Wegs SMART! Bestenfalls wird beschrieben, wie Smart Home Technik als Fernbedienung „missbraucht“ wird. Smart ist eine Jalousie nicht, wenn ich sie per Knopfdruck öffne, oder sie nach starrem Zeitplan öffnet und schließt, sondern wenn sie auf das Verhalten der Bewohner (Aufstehen/zu Bett gehen) oder auf die Wetterbedingungen (Wind/Sonneneinstrahlung) reagiert. Die anderen Beispiele sind ähnlich wenig smart. Kein Wunder dass nach aktueller Befragung die wenigsten Bundesbürger an Smart Home interessiert sind. Auf der einen Knopf drücken, da it’s etwas passiert reicht als Argument einfach nicht!
    Insgesamt ist der Text für die Interessierte Neulinge im Smart Home Thema nicht sehr hilfreich.

  2. Es gibt nicht nur Systeme, die nur mit einem Anbieter kompatibel sind, es gibt auch Systeme die verschiedene Anbieter miteinander kombinieren, z.B. SARAH von hubware, die unter anderem digitalStrom, KNX und Homematic verbindet.

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