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E-Scooter Versicherung: Dazu ist jeder Fahrer in Deutschland verpflichtet

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Nicht nur leihen, sondern auch kaufen: E-Scooter wollen viele. Doch anders, als wenn du einen Elektro-Tretroller ausleihst, musst du dich bei einem privaten Modell selbst um eine E-Scooter Versicherung kümmern. Dabei gibt es Unterschiede und einiges zu beachten. Was, wissen wir.
Frau fährt auf einer Straße mit einem E-Scooter.
Alles rund um E-Scooter Versicherungen.Bildquelle: Javygo/Unsplash

E-Auto, E-Bike, E-Skateboard – oder doch E-Scooter? Mittlerweile hat sich der elektrische Antrieb bei den meisten Gefährten durchgesetzt. Dabei hat jeder fahrbare Untersatz seinen eigenen praktischen Nutzen. E-Scooter sind nicht nur durch die ganzen Anbieter, die in Städten vertreten sind, populär. Sie sind auch praktisch, um schnell von A nach B zu kommen. Doch sie haben einen Haken, wenn man so will, den Nutzer unbedingt beachten müssen: die E-Scooter-Versicherung.

E-Scooter gekauft – was braucht man?

Nicht nur bei Voi, Dott und Co. kannst du dir unkompliziert einen E-Scooter ausleihen, sondern dir auch privat einen zu legen. Generell gilt im Straßenverkehr: Hast du einen privaten, elektrischen Tretroller, musst du dich auch um eine gewisse Ausstattung kümmern. Zum Beispiel Reflektoren an der Seite sowie um eine Klingel. Darüber hinaus sollte das Modell eine Beleuchtung besitzen, unabhängig voneinander wirkende Bremsen und eine Lenk- wie Haltestange besitzen.

Ferner musst du beachten: jeder E-Scooter ist versicherungspflichtig und braucht eine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder alternativ ein Certificate of Conformity (COC), damit du ihn überhaupt der Straße benutzen darfst. Sprich: Dein E-Scooter muss auch eine Versicherungsplakette sichtbar angebracht haben – doch was gilt es überhaupt bei Versicherungen zu beachten?

E-Scooter Versicherung: Diese Details musst du wissen

Hast du einen elektrischen Tretroller, ist es nicht schwierig, im Versicherungsdschungel eine herauszupicken. Denn: E-Scooter fallen unter Kleinstfahrzeuge, wie beispielsweise Mopeds und Roller. Du bist somit dazu verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung für dein Gefährt abzuschließen. Aber: Dieser Pflicht musst du nur nachkommen, wenn dein E-Scooter eine Höchst- von mindestens 6 km/h sowie eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h hat. Die Leistungsbegrenzung liegt bei 500 Watt. Fällt dein E-Scooter in diese Kategorie, erhältst du mit Abschluss der Versicherung eine Plakette, die du hinten an deinem E-Scooter anbringen musst.

Viele Versicherungen bieten außerdem eine Teilkasko sowie eine Elektro-Kasko an, die du hinzubuchen kannst. Vor allem im Falle von letzterem bedeutet das, dass du bei Schäden durch Tierbisse, Kurzschlüsse oder Überspannung ebenfalls abgesichert und deine Versicherung im Zweifelsfall für die Kosten aufkommt. Manche Versicherungen zahlen selbst dann, wenn beispielsweise dein Ladegerät gestohlen wurde.

  • Übrigens: Solltest du ohne Versicherungsplakette mit deinem Elektro-Tretroller unterwegs sein, kann das empfindliche Strafen nach sich ziehen – allein dieses Vergehen kostet dich laut Bußgeldkatalog 2023 aktuell 40 Euro. Ist dein E-Scooter auch in weiteren Aspekten nicht verkehrstauglich, folgen weitere Strafen. Eine Übersicht findest du hier.

Haftpflichtversicherung und Teilkasko

Du kannst entscheiden, ob dir die Kfz-Haftpflichtversicherung reicht oder du noch eine Teilkasko dazu haben möchtest. Andersherum ist eine Vollkaskoversicherung, wie es bei Autos möglich ist, kannst du für E-Scooter nicht abschließen. Generell gilt: Deine Versicherung deckt Personen- und Sachschäden ab, die du durch den E-Scooter bei anderen Menschen entstehen. Übliche Kfz-Haftpflichtversicherungen für Kleinstfahrzeuge gibt es bereits ab 15 Euro im Jahr. Mehr Details findest du in unserer Übersicht:

VersicherungsgesellschaftenHaftpflichtversicherung (jährlich)Haftpflicht + Teilkasko (jährlich)Haftpflicht + Teilkasko +Elektro Kasko
ADAC45,01 Euro 81,01 Euro 89,92 Euro
Allianz 28 Euro über 25 Jahre
48 Euro unter 25 Jahre
78,40 Euro über 25 Jahre
110 Euro unter 25 Jahre
zusätzliche 9,99 Euro
Barmenia53,90 Euro, altersunabhängig103,90 Euro, altersunabhängig
BavariaDirekt110 Euro über 23 Jahre
60 Euro unter 23 Jahre
Concordia 39 Euro über 23 Jahre
59 Euro unter 23 Jahre
78 Euro über 23 Jahre
88 Euro unter 23 Jahre
DEVK24,80 Euro über 23 Jahre
38 Euro bis 22 Jahre
49 Euro bis 17 Jahre
43,80 Euro über 23 Jahre
69 Euro bis 22 Jahre
89 Euro bis 17
Die Bayerische 24,80 über 23 Jahre
37,40 unter 23 Jahre
43 Euro über 23 Jahre
63 Euro unter 23 Jahre
HUK19 Euro über 23 Jahre
22 Euro unter 23 Jahre
33 Euro über 23 Jahre
43 Euro unter 23 Jahre
LVM Versicherungab 29 Euro, altersunabhängig68 Euro, altersunabhängig

Die Haftpflichtversicherung bietet dir eine Deckungssumme von 100 Millionen Euro bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Für über 23-jährige Personen gibt es bei der HUK derzeit das günstigste Angebot. Für alle fahrenden Personen ab 23 Jahren gibt es die Haftpflichtversicherung bereits für 17 Euro. Unter 23 kostet die Versicherung 24 Euro.

Teilkasko deckt zusätzlich Schäden durch Brand, Explosionen, Diebstahl, Sturm, Hagel und Wild ab. Dabei wird eine Selbstbeteiligung von 150 Euro fällig. In manchen Fällen kann die Summe auch höher ausfallen. Bei der Concordia liegt die Selbstbeteiligung bei Diebstahl bei 300 Euro und bei allen anderen Schäden bei 150 Euro.

Es gibt allerdings noch weitere Versicherungsgesellschaften mit Angeboten. Die Bayerische bietet dir zum Beispiel an, dass bei mehreren unfallfreien E-Scooter-Jahren, sich der Schadenfreiheitsrabatt für deine Autoversicherung erhöht.

Wie lange ist eine Versicherung gültig?

Genau wie bei den Versicherungen für das Moped gelten die Versicherungen für ein Jahr. Damit ist der Zeitraum zwischen dem 1. März und dem letzten Tag des Februars des darauffolgenden Jahres gemeint. Solltest du deine Versicherung also erst im Januar abschließen, ist diese nur bis Ende Februar gültig. Die Preise variieren dementsprechend. Die Versicherung kostet im Januar nicht so viel, wie sie es im März getan hat. Im Februar läuft die Versicherung automatisch ab und du musst sie manuell verlängern. Alle weiteren genannten Preise beziehen sich auf den Versicherungsstart ab dem 1. März.

Versicherung und Alter: Das gilt in Deutschland

Seitdem E-Scooter seit Sommer 2019 auf deutschen Straßen erlaubt sind, gilt grundsätzlich, dass du zum Fahren mindestens 14 Jahre alt sein musst. Da Minderjährige keine Versicherungen abschließen dürfen, müssen im Falle einer E-Scooter-Versicherung die Eltern den Abschluss bewilligen.

Die Preise der Versicherungen sind abhängig davon, wie alt alle fahrenden Personen sind. In der Regel kommt es zu einem Preisunterschied, sobald alle fahrenden Personen 23 Jahre alt sind. Eine zusätzliche Abstufung gibt es beispielsweise bei der E-Scooter-Versicherung der DEVK. Sie unterteilt noch ein weiteres Mal: Sollte eine Person unter 17 Jahre sein, wird es noch einmal teurer. Die Allianz unterscheidet ebenfalls noch einmal anders, hier wird es erst günstiger, wenn die fahrenden Personen alle 25 Jahre alt sind.

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